Vergleich von Gewerbeansiedlungen

Der Osten hat das größte Potenzial in Deutschland

Siedelten sich internationale Großunternehmen seit der Wiedervereinigung Deutschlands vornehmlich im Westen und Süden des Landes an, so punkten in den letzten Jahren ostdeutsche Großstadtregionen mit verfügbaren Industrieflächen, grüner Energie und einer wirtschaftsfreundlichen Willkommenskultur.

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Gewerbeimmobilie Hof Berlin-Schöneberg Bild: Martina Eisinger
Gewerbeimmobilie Hof Berlin-Schöneberg Bild: Martina Eisinger

Der diesjährige Großstadtvergleich des Städterankings von WirtschaftsWoche, IW Consult und ImmoScout24 zeigtfür ostdeutsche Großstädte eine besonders starke Entwicklung. Im Süden und Westen Deutschlands sind große, zusammenhängende Industrieflächen nach einer Analyse von IW Consult inzwischen knapp. Der Osten Deutschlands biete hingegen noch großes Potenzial für Ansiedlungen.

Beispiel Magdeburg: Ausschlagegebend für die Standortwahl des Chip-Herstellers Intel, nahe Magdeburg zwei Halbleiterfabriken zu bauen, sei die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, die Fachkräfte im Bereich Halbleiterphysik ausbildet. Im Dynamikranking des Städtetests 2022 erreiche Magdeburg nach einem Sprung nach vorne Platz 24. Im Bereich Arbeitsmarkt lande die Dom-Stadt sogar auf Platz 3. Ein sinkender Anteil von Arbeitslosengeld-Empfängern, die hohe Beschäftigungsrate von Jüngeren und Älteren, sowie immer mehr Stellenangebote tragen zur guten Entwicklung des Arbeitsmarktes bei. Niedrige Gewerbesteuerhebesätze entlasten ansässige Unternehmen und ermöglichen Raum zum Wachsen.

Beispiel Halle (Saale): Ausgehend von einer Top20-Platzierung im Vorjahr sei Halle der Sprung in die Top 5 der dynamischsten Städte Deutschlands gelungen und liege im Ranking damit direkt vor Leipzig. Im Teilbereich Arbeitsmarkt sei Halle mit Platz 1 führend. Leipzig folgt auf Platz 2. Im Teilbereich Immobilienmarkt klettert Halle um 37 Plätze nach oben und landet auf Platz 16. Damit habe die zweitgrößte Stadt Sachsen-Anhalts auch in diesem Teilbereich das benachbarte Leipzig überholt, das auf Platz 19 liegt. Halle profitiere stark von Leipzigs Wachstum und gewinne zunehmend an Relevanz als Alternative mit urbanem Flair im Speckgürtel der sächsischen Hauptstadt. Rostock legt im Dynamikranking 14 und Erfurt 13 Ränge zu. Beide Städte liegen damit im mittleren Drittel.

Beispiel Berlin: Aufgrund der außergewöhnlich starken Entwicklung in Mainz, das im Dynamikranking auf Platz 1 geschossen ist, rutscht Berlin in diesem Jahr von seiner Spitzenposition auf Platz 2. Potsdam verliert mit 31 Plätzen im Vergleich der ostdeutschen Großstädte am meisten, belegt dafür im Niveauranking mit Platz 22 die höchste Platzierung in Ostdeutschland. Auch Chemnitz und Dresden büßen 12 bzw. 7 Ränge im diesjährigen Dynamikranking ein. Damit verliert Dresden die Platzierung in der Top 20. Chemnitz rutscht ab auf Platz 62. (Red.)

Redaktion (allg.)

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Seite 33
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