Kolumne

Die Energiekosten explodieren! Und jetzt?

Autor Michael Friedrich sagt seine Meinung: Strom plus 300 Prozent. Gas plus 500 Prozent. Die Energiekosten steigen derzeit ins Unermessliche. Damit ist absehbar, dass die Jahresabrechnungen für das Jahr 2022 mit immens hohen Nachzahlungen enden werden. Die negativen Konsequenzen für unsere Eigentümer und Mieter können wir zwar nicht vermeiden, aber etwas abmildern.

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Die WEG-Abrechnung verlangt dem Verwalter einiges ab. Aber, es hilt ja nichts, einmal im Jahr ist sie fällig und muss den Wohneigentümern präsentiert werden. Bild: Adobestock/ pathdoc
Die WEG-Abrechnung verlangt dem Verwalter einiges ab. Aber, es hilt ja nichts, einmal im Jahr ist sie fällig und muss den Wohneigentümern präsentiert werden. Bild: Adobestock/ pathdoc

Auch wenn wir in unseren WEG-Objekten die beschlossenen Wirtschaftspläne formal nicht mal eben und ohne Beschluss anheben können, so gibt es dennoch Möglichkeiten. Einerseits geben wir für unsere Eigentümergemeinschaften neue und auf die aktuelle Situation angepasste Wirtschaftspläne heraus und stellen unseren Kunden frei, die neuen Beträge zu überweisen oder uns den Einzug freizugeben. Andererseits erhöhen wir für die Mieter die Betriebskostenvorauszahlungen im zulässigen Rahmen und bitten gleichzeitig für kommende Preissteigerungen um freiwillige Anpassungen – was übrigens bei uns schon einige Mieter vorab getan haben.

Diese Maßnahme trifft bei Vermietern, Beiräten und Eigentümern durchweg auf viel Zustimmung und fast 90 Prozent passen ihre Zahlungen an oder überweisen sogar noch mehr als wir ausgerechnet haben. Ist ja nicht verkehrt. Lieber ein Guthaben aus der Abrechnung als eine hohe Nachzahlung.

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Einen weiteren Aspekt dieser Anpassung haben wir vorher schon ins Kalkül gezogen: Nämlich, dass wir bei steigenden Preisen und höheren Abschlagszahlungen irgendwann auf dem Verwaltungskonto eine satte Unterdeckung gehabt hätten und damit entweder die Rücklage hätten angreifen müssen (was ja eigentlich nicht okay ist) oder kurzfristig eine außerordentliche EV hätten einberufen müssen zwecks Finanzierung der Differenz. Mit unserer Aktion vermeiden wir sowohl bei unseren Kunden als auch bei uns Aufwand, nervliche und finanzielle Mehrbelastungen.

Davon haben wir in „Kriegszeiten“ schon mehr als genug. Das spüren wir in den vielen Gesprächen und Telefonaten mit Kunden, Lieferanten und Dienstleistern. Jeder hat Angst vor dem was kommt oder dem, was dann nachher normal sein wird. Schauen wir, dass wir zumindest in einigen kleinen Bereichen Vorsorge treffen und den „finanziellen Knall“ nicht so laut werden lassen.

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Michael Friedrich

Michael Friedrich
Hausverwalter, Autor, Der Verwalter-Berater
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