Reliefartige Oberfläche gibt Wohnhäusern besonderen Charakter
Mit ihrer reliefartigen Oberfläche und der hellen Farbgestaltung verleihen die keramischen Elemente den Gebäuden einen besonderen Charakter. Gleichzeitig stellt der Rohstoff Ton eine Verbindung und architektonische Kontinuität der Architektur in der unmittelbaren Umgebung her.
Vier Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 90 Wohnungen bilden in Pforzheim eine neue Wohnbebauung. Die Grundrisse wurden dabei mit Blick auf verschiedene Anforderungen gestaltet. Der Mietwohnungsbau für Senioren, Singles und Kleinfamilien besteht aus praktisch gestalteten 2-Zimmer-Wohnungen mit bis zu 58 Quadratmetern. Zudem gibt es größere Einheiten mit vier und fünf Zimmern. Durch diese bewusste Kombination unterschiedlicher Raumangebote entsteht eine sozial durchmischte Nachbarschaft.
Offen für Licht und Nachbarschaft
Jede Wohnung ist besonnt und ermöglicht einen Blick in Richtung der Pforzheimer Innenstadt. Das innenliegende, helle Treppenhaus erschließt jeweils bis zu sechs Wohnungen. Blickbeziehungen über die Geschosse fördern eine nachbarschaftliche Hausgemeinschaft und schaffen einen großzügigen Raumeindruck. Die Wohn-Ess-Bereiche der Wohnungen befinden sich an den Gebäudeecken. Eine Loggia gliedert den Innenraum und schafft diagonale Blickachsen ins Freie.
Inmitten von Grün
Besonderes Augenmerk lag auf der Gestaltung der Freiflächen, um für die Bewohnerinnen und Bewohner ein lebenswertes Umfeld zu schaffen. In diesem Kontext griffen die Planer das Thema der angrenzenden Streuobstwiesen auf. Die Architektur wurde so gestaltet, dass großzügige, naturnahe Freiräume zwischen den Gebäuden entstehen. Jeder Zwischenraum wurde dabei mit verschiedenen Bäumen und Pflanzen begrünt und erhält so seinen eigenen Charakter. Der mittlere Hof fungiert als Quartiersplatz und bietet Spielmöglichkeiten für Kinder. Die privaten Freibereiche wurden mit niedrigen Mauern abgegrenzt. Diese bilden einen Kontrast zur umliegenden weichen, fließenden Landschaft.
Profilierter Hingucker
Um die naturnahe Umgebung und die Klinkerfassaden des angrenzenden Bestandes optimal zu begleiten, fiel die Wahl bei der Fassadengestaltung auf ein reines Naturprodukt aus Ton. Die vorgehängte hinterlüftete Tonality-Fassade (VHF) von Leipfinger-Bader besteht dabei im sichtbaren Bereich aus hochwertigen Keramikelementen mit Reliefoberfläche, von denen einzelne Abschnitte zusätzlich gerillt sind. Die Profilierung lockert die Fassade auf und verleiht ihr eine gewisse Lebendigkeit. Die hochwertige Gebäudehülle ist ein optischer Hingucker und trägt mit seiner ökologischen Qualität zur langfristigen Ausrichtung der Wohnkomplexe bei. Aufgrund der hohen Temperaturen beim Brennvorgang sind die Keramikelemente besonders langlebig. So sind sie zuverlässig UV-beständig, weisen eine hohe Kratz- und Stoßfestigkeit auf und sind ein Gebäudeleben lang farbecht. Der integrierte Graffitischutz muss nicht erneuert werden, da er durch den Produktionsprozess erzeugt und nicht aufgetragen wird. Die Tonality-Keramik ist außerdem sortenrein rückbaubar und in gleicher Funktion und Qualität wieder verwendbar. Damit sorgt sie für ressourcenschonendes und nachhaltiges Bauen. Weiterer Vorteil: Die Keramikelemente werden als nicht brennbar in die Baustoffklasse A1 nach EN 13501-1 eingestuft.
Ein wichtiger Sicherheitsaspekt gerade im Hinblick auf die Tatsache, dass die Brandbeteiligung von einigen Fassadendämmstoffen immer wieder Thema ist.
Schattenspiel durch vertikale Profilierung
Im nicht sichtbaren Bereich wird die Keramikfassade durch eine hochwertige Unterkonstruktion getragen, die sich als flexibel und stabil erweist. Zudem ist sie selbst sehr leicht – eine Eigenschaft, die sich aus dem geringen Eigengewicht der einschalig produzierten Keramikelemente ergibt. Diese werden vertikal auf der Unterkonstruktion montiert – und bei der Montage zum Teil um 180 Grad gedreht. Dadurch entsteht eine lebendige Fassadengestaltung, welche durch das Schattenspiel der Profilierung zusätzlich verstärkt wird. Aufgrund des geringen Eigen- und Fremdgewichtes kommt die Unterkonstruktion mit weniger Wandankern aus. Dies reduziert die Entstehung von Wärmebrücken an der Gebäudedämmung und spart Material und Arbeitszeit ein.
Fassade als Teil des Lebensraums
Die vorgehängte hinterlüftete Fassade ist aufgrund der konstruktiven Trennung der Funktionen Wärmeschutz und Witterungsschutz ein hochwirksames System. Die Luft zirkuliert zwischen Fassadenbekleidung und Dämmung automatisch und führt vorhandene Feuchtigkeit sicher und zuverlässig ab. Der Hinterlüftungsspalt gewährleistet eine dauerhafte und ununterbrochene Trockenhaltung der Fassade und schafft ein gesundes Raumklima, von dem die Bewohner profitieren.
Außenecke mit offener Fuge
Vorgehängte hinterlüftete Keramikfassaden eröffnen Architekten und Planern bei der Ausprägung von Fensterlaibungen oder Außenecken viele Gestaltungsmöglichkeiten und unterschiedliche Optionen. Außenecklösungen mit offenen Fugen beispielsweise schaffen ein präzises, geometrisches Erscheinungsbild, das die Fassadenoberfläche in klar definierte Raster unterteilt. Zudem erzeugen die Fugen einen Kontrast zwischen der Keramikoberfläche und den Schattenlinien der Fuge. Dieser Effekt verleiht der Fassade Tiefe und Dynamik – besonders bei wechselnden Lichtverhältnissen. Insgesamt beeinflusst die Keramikfassade den Lebensraum der Bewohnerinnen und Bewohner positiv. (Red.)
Redaktion (allg.)
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