Richtfest in der Innenstadt von Karlsruhe:

Sanierung bringt doppelte Zahl von Wohnungen

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Richtfest für vier zusätzliche Wohnungen, die in Holzbauweise durch Aufstockung des Bestandsgebäudes entstehen. Bild: Volkswohnung
Richtfest für vier zusätzliche Wohnungen, die in Holzbauweise durch Aufstockung des Bestandsgebäudes entstehen. Bild: Volkswohnung

Die Volkswohnung feierte ein besonderes Richtfest in zentraler Karlsruher Innenstadtlage: In der Kapellenstraße 76 wurde der Richtspruch nicht für einen Neubau, sondern ein Bestandsgebäude verlesen.

Die städtische Gesellschaft Volkswohnung hat das Mehrfamilienwohnhaus mit Gewerbeeinheit aus den 1950er Jahren energetisch modernisiert und die Anzahl der Wohnungen durch eine Optimierung der Grundrisszuschnitte sowie die Aktivierung des Dachgeschosses fast verdoppelt.

Die Visualisierungen auf den Bauzaunplanen lassen es schon erahnen: Mit dem Modernisierungsprojekt an der Kapellenstraße 76, zentral in der Karlsruher Innenstadt gelegen, entsteht ein Mehrfamilienhaus, das durch eine Fassadenaufwertung an der Straßenseite auch optisch Maßstäbe setzt. Das in die Jahre gekommene Bestandsgebäude der Wohnungsgesellschaft, Ende der 1950er-Jahre erbaut, wurde in den vergangenen Monaten energetisch modernisiert und das Wohnungsgemenge durch neue Grundrisszuschnitte verändert. Aus den ehemals 28 Bestandswohnungen entstehen nun 46 Wohnungen. Da nicht nur die Bestandswohnungen modernisiert werden, sondern durch eine Aufstockung auf dem Flachdach des sechsgeschossigen Gebäudes in Holzbauweise zusätzlich vier neue Wohnungen geschaffen werden, wurde auch ein Richtfest gefeiert – ganz im traditionellen Sinne als Dankeschön an die beteiligten Gewerke und Handwerksfirmen. Insgesamt werden hier zukünftig 50 Wohnungen vermietet; 35 Ein-, zehn Zwei- und fünf Drei-Zimmerwohnungen.

„Um den sogenannten ‚grauen Energiebedarf‘ zu minimieren, haben wir entschieden, die vorhandene Bausubstanz zu erhalten und komplett energetisch zu modernisieren“, erläutert Stefan Storz, Geschäftsführer der Volkswohnung. Mit dem neu errichteten Anschluss an die Fernwärme wurde nicht nur die Klimabilanz des Gebäudes verbessert, sondern auch in eine zukunftsfähige Energieversorgung investiert – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der explosionsartig angestiegenen Energiepreise.

Auch im Hinblick auf besondere Anspruchsgruppen wurde das Gebäude zukunftsfähig weiterentwickelt: Auf der Gebäuderückseite wurde ein neues, außenliegendes Treppenhaus mit Aufzugsturm fertiggestellt. Alle Wohnungen werden nach den Maßnahmen barrierefrei erschlossen sein. Die Wohnungen selbst sind barrierearm ausgebaut. Mitte 2023 sollen die Wohnungen bezugsfertig sein. Die Investitionskosten belaufen sich auf knapp 10 Mio. Euro. (Red.)

Redaktion (allg.)

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Artikel Sanierung bringt doppelte Zahl von Wohnungen
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