Kolumne

Social Media: Mache ich jetzt

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 Bild: Pixabay
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Social Media: Jetzt mache ich es!

Ehrlich jetzt? Muss ich wirklich? Ja, es gibt keine Alternative mehr für mich. Ich muss auch als Hausverwaltung in die sozialen Medien.

Aber der Reihe nach. Anfang der Woche habe ich leider die Info von einem meiner langjährigen Mitarbeiter bekommen, dass er mein Unternehmen verlässt. Nicht, weil er unzufrieden sei, sondern der Liebe wegen. Da kann ich selbst mit besten Argumenten nichts machen. Seine zukünftige Frau wohnt im Süden Deutschlands und er zieht zu ihr.

Jetzt suche ich also händeringend einen Ersatz und stelle fest, dass die althergebrachte Methode nicht funktionieren wird. Print ist tot (und teuer) und Online-Stellenanzeigen gibt es wie Sand am Meer und bringen wohl auch nicht viel Erfolg. So zumindest die Rückmeldung meiner Kollegen, mit denen ich mich ausgetauscht hatte. Viele Verwalter suchen schon seit langer Zeit vergeblich.

Da kam mir ein Gespräch mit meinem Sohn in den Sinn, das wir vor einiger Zeit geführt haben. Es ging um seine Bewerbungsaktivitäten nach dem Studium. Er sagte mir damals, dass klassische Bewerbungen völlig out seien und sich seine Generation vorher immer ein Bild vom jeweiligen Unternehmen mache. Und zwar nicht über die Homepage, sondern über das, was diese so bei Facebook, LinkedIn & Co. posten würden. Das habe ich damals gar nicht so ernst genommen und wohl auch nicht begriffen.

Die sozialen Medien sind mir zwar im Prinzip bekannt, aber über die Nutzungsmöglichkeiten habe ich mir bislang kein Bild gemacht. Ich habe also eine „Schulung“ bei meinem Sohn gemacht. Nach einer Stunde bin ich mit dröhnendem Schädel und völlig überfordert aufgestanden mit der Erkenntnis, dass ich mir helfen lassen muss. Einzig den Tipp mit den „virtuellen Assistenten“ habe ich aufgenommen und mich dann im Netz schlau gemacht.

Nach der letzten Europarechtsreform hat auch das Widerrufsrecht des Mieters mehr an Bedeutung gewonnen, beispielsweise bei dem Abschluss eines Mietvertrages über eine zuvor nicht besichtigte Wohnung. Wird der Mieter in den einschlägigen Fällen nicht oder nicht...

Und siehe da, ich habe nach einigen Gesprächen eine freiberuflich tätige Social Media-Assistentin gefunden, die in Zukunft meine „Kanäle bespielt“, wie sie das ausdrückte.

Jetzt habe ich also in den gängigen sozialen Medien einen Firmen-Account und versuche so, mich und meine HV besser zu präsentieren und für die jüngere Generation attraktiver zu machen.

Kostet weniger als die sauteuren Stellenanzeigen und hat zudem noch den Nebeneffekt, dass ich darüber schon neue Kunden gefunden habe.

Und einen neuen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin finde ich auch noch. Ich bin zuversichtlich. Geht ja nicht anders!

Michael Friedrich

Michael Friedrich
Der Verwalter-Berater

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Artikel Social Media: Mache ich jetzt
Seite 6
4.6.2020
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