VDIV-Branchenbarometer 2025

WEG-Verwaltung: Vergütung, Effizienz und Neuorientierung

Steigende Kosten, strengere gesetzliche Vorgaben und der Fachkräftemangel zwingen die Immobilienverwaltungsbranche, ihre Strukturen zu überdenken. Das Marktumfeld hat sich innerhalb weniger Jahre deutlich verändert. Gewohnte Abläufe reichen nicht aus, um neue Anforderungen zu bewältigen. Das VDIV-Branchenbarometer 2025 zeigt, wie Verwaltungen darauf reagieren.

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Besprechung der Quartalszahlen Bild: AdobeStock/ Fovito
Besprechung der Quartalszahlen Bild: AdobeStock/ Fovito

Statt auf reines Wachstum setzen sie auf Effizienz, Kostenkontrolle und Leistungsorientierung. Wirtschaftlichkeit bestimmt zunehmend die Entscheidungen in den Unternehmen.

Reale Zuwächse bei der Vergütung

Im Jahr 2024 erhöhte sich die durchschnittliche Vergütung in der Wohnungseigentumsverwaltung um 6,6 Prozent auf 28,35 Euro je Einheit und Monat. Bei einer Inflationsrate von 2,2 Prozent ist dies eine realen Steigerung von 4,4 Prozent. Die Einnahmen haben sich somit spürbar verbessert.Inzwischen gilt eine angemessene Vergütung als zentrale Voraussetzung, um deutlich gewachsene Anforderungen zu bewältigen. Das Tätigkeitsspektrum der Verwaltungen hat sich spürbar erweitert: Neben Buchhaltung, Instandhaltungsmanagement und Eigentümerversammlungen sind energetische Sanierung, Fördermittelberatung und die Digitalisierung fester Bestandteil des Arbeitsalltags.

Preise orientieren sich stärker an der Leistung

Viele Verwaltungen bieten nach wie vor ein Komplettpaket an, bei dem die monatliche Verwaltergebühr kaum zwischen Grund- und Zusatzleistungen unterscheidet. Zunehmend setzt sich jedoch eine differenziertere Vergütungsstruktur durch: Sondervergütungen und Teilverwaltungen machen die Bezahlung transparenter und nachvollziehbarer.

Gestiegene rechtliche und technische Anforderungen, höhere Personalkosten, Investitionen in IT-Systeme sowie ein wachsender Bedarf an Aus- und Weiterbildung machen Preisanpassungen erforderlich. Damit vollzieht sich ein grundlegender Wandel weg von pauschalen Einheitsentgelten, hin zu einer leistungsgerechten, qualifikationsabhängigen Vergütung.

Zusatzleistungen besser berechnen

Ein zentraler Bestandteil der neuen Vergütungsstruktur sind qualifikationsabhängige Stundensätze für zeitabhängige Zusatzleistungen.

78 Prozent der befragten Verwaltungen haben entsprechende Regelungen vereinbart (Vorjahr: 70 Prozent). Doch nur 43 Prozent setzen diese konsequent um. Weitere 27 Prozent nutzen die vereinbarten Sätze nur gelegentlich, 7,2 Prozent ausschließlich in Einzelfällen. 18,5 Prozent – bei kleineren Verwaltungen bis zu 27 Prozent – verzichten vollständig darauf. In größeren Unternehmen ab 3.000 Wohneinheiten haben zwar 91 Prozent qualifikationsabhängige Stundensätze eingeführt, doch mehr als ein Drittel rechnet diese nicht regelmäßig ab.

Somit bleibt ein erheblicher Teil der möglichen Vergütung ungenutzt.

Wirtschaftlichkeit stärker im Fokus

Parallel zur Vergütungsentwicklung zeigt das Branchenbarometer eine Verschiebung in der strategischen Ausrichtung der Unternehmen: 57 Prozent der befragten Unternehmen geben an, Objekte abzugeben, die die betriebswirtschaftlichen Mindestanforderungen nicht erfüllen; 63 Prozent verzichten auf besonders zeitaufwendige Mandate. Nahezu die Hälfte (45 Prozent) ersetzt kleinere durch größere Objekte, um Skaleneffekte zu erzielen.Bei neuen Anfragen agieren Verwaltungen zunehmend selektiv. 58 Prozent der Anfragen werden nicht weiterbearbeitet oder abgewehrt. Hauptgründe sind zu geringe Objektgrößen, die 66 Prozent der Befragten nennen, sowie fehlende Personalkapazitäten, die 56 Prozent anführen. 14 Prozent der Verwaltungen nehmen derzeit keine neuen Mandate mehr an.

Mindestgrößen und gezielte Preisanpassungen

Ein weiterer Ausdruck dieser Konsolidierung ist die Einführung wirtschaftlicher Mindeststandards. 42 Prozent der Verwaltungen haben inzwischen eine Untergrenze definiert, unterhalb derer keine Objekte mehr übernommen werden. Im Durchschnitt liegt diese Mindestgröße bei 18 Wohneinheiten, häufig werden zehn Einheiten als Minimum genannt. Bei kleineren Gemeinschaften muss die Vergütung dann deutlich höher ausfallen.Bestandsvergütungen liegen im Mittel bei 28,85 Euro je Einheit und Monat, bei Neuabschlüssen kalkulieren Verwaltungen mit durchschnittlich 31,84 Euro. Damit erhöhen sich die Preise um durchschnittlich 12 Prozent.

Professionalisierung stärkt die Qualität

Das VDIV-Branchenbarometer 2025 verdeutlicht die fortschreitende Professionalisierung der WEG-Verwaltung. Die Branche verabschiedet sich von pauschalen Preisstrukturen und unwirtschaftlichen Mandaten. Es entstehen neue, leistungsorientierte Vergütungsmodelle, die Qualifikation, Verantwortung und Aufwand realistisch abbilden.Damit stärkt die Branche die Qualität, Transparenz und Stabilität einer Dienstleistung, die für Millionen von Eigentümergemeinschaften in Deutschland von zentraler Bedeutung ist.

Martin Kaßler

Martin Kaßler
Geschäftsführer, VDIV
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Artikel WEG-Verwaltung: Vergütung, Effizienz und Neuorientierung
Seite 18
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