Vor allem in den Jahren 2023 und 2024 ist die Anzahl der Haushalte, die Wohngeld empfangen und damit der finanzielle Umfang der Leistungen besonders stark angewachsen. Das geht aus der Datenbank Genesis-Online des Statistischen Bundesamts hervor.
Zum 01.01. 2025 wurde das Wohngeld letztmalig um 15 Prozent erhöht, um mit den deutlich gestiegenen Wohnkosten Schritt zu halten. Die nächste Erhöhung ist für Anfang 2027 vorgesehen. Wie hoch diese ausfallen wird, ist noch offen.
Wie viele Haushalte Wohngeld bekommen
Im Jahr 2015 erhielten nur 415 115 Haushalte Wohngeld. Das waren 1,0 Prozent der privaten Haushalte. Seitdem stieg die Zahl der Haushalte an, unterbrochen durch kurze Rückgänge in den Jahren 2017 bis 2019 und 2021. Die bisher stärksten Zuwächse erfolgten 2023 und 2024 auf zuletzt 1.169.015 Haushalte. Damit erhielten 2,9 Prozent der privaten Haushalte Wohngeld.
Was gibt der Staat dafür aus?
Die staatlichen Aufwendungen für Wohngeld lagen 2015 bei 681 Millionen Euro. Im Jahr 2022 waren es bereits 1,825 Milliarden Euro. Mit der steigenden Zahl der Wohngeldempfänger wuchsen 2023 und 2024 auch die Wohngeldausgaben auf 4,317 Milliarden Euro im Jahr 2023 und schließlich 2024 auf 4,689 Milliarden Euro. Das war ein Vielfaches gegenüber 2015 und selbst zwischen 2022 und 2025 erfolgte eine Steigerung um 156,9 Prozent.
So groß sind die Haushalte von Wohngeldempfängern
Über die Hälfte der Wohngeldhaushalte sind Einpersonenhaushalte. Der stärkste Zuwachs war aber bei den Zweipersonenhaushalten zu verzeichnen. Tabelle 1 gibt dazu eine Übersicht. Tabelle 1: Wohngeldhaushalte nach dem Anteil im Jahr 2024 und dem Wachstum gegenüber 2015 Haushalte mit Anteil in Prozent Aufwand gegenüber 2015 in Prozent 1 Person 56,2 201,4 2 Personen 13,4 217,8 3 Personen 7,4 160,1 4 Personen 10,2 129,8 5 Personen und mehr 12,8 124,1
Bei den Einpersonenhaushalten haben Rentner und Pensionäre mit 80,7 Prozent den höchsten Anteil. Das ergibt sich nicht zuletzt aus der Alterung der Bevölkerung. In den anderen Größengruppen sind Arbeitnehmer und Beamte am stärksten vertreten.
Wohngeldhaushalte nach Wohnfläche und Miete pro Quadratmeter
Knapp die Hälfte der Wohngeldhaushalte verfügt über eine Wohnfläche bis zu 60 m². Werden Haushalte mit 60 bis 80 m² dazu gezählt, sind damit 74 Prozent aller Wohngeldhaushalte erfasst. Sie liegen damit deutlich unter der durchschnittlichen Wohnfläche von 94 m².
Die durchschnittliche monatliche Miete/m² schwankt von 15,72 Euro/m² bei Haushalten mit unter 40 m² Wohnfläche bis zu 6,29 Euro/m² in solchen mit 100 bis 120 m².
Lediglich Haushalte mit einer Wohnfläche über 120 m² zahlen 8,35 Euro/m². Zählt man alles zusammen hat der durchschnittliche Wohngeldempfängerhaushalt 1.334 Euro monatliches Einkommen, eine Monatsmiete von 546 Euro und erhält bei einer Wohnfläche von 65m² 287 Euro Wohngeld.
Unterschiede in den Bundesländern
Die Differenzierung zwischen den Bundesländern ist erheblich. In Hamburg wird im Durchschnitt bei einem Monatseinkommen von 1.424 Euro, 629 Euro Miete und 60 m² Wohnfläche ein Wohngeldanspruch von 311 Euro gewährt. In Sachsen-Anhalt sind es dagegen 1.142 Euro Monatseinkommen, 414 Euro Miete, 59 m² Wohnfläche und 230 Euro Wohngeldanspruch. Der höchste Wohngeldanspruch wird in Hessen mit 334 Euro und der niedrigste in Sachsen mit 223 Euro gewährt.
Ausgaben für wichtige Sozialleistung sind stark gestiegen
Die Zahl der Wohngeldempfänger und damit die entsprechenden Zahlungen sind in den letzten Jahren erheblich angewachsen, insbesondere 2023 und 2024.
Das Wohngeld trägt zur Entlastung einkommensschwacher Haushalte in schwierigen Wohnsituationen bei. Es ist aber auch ein hoher Anspruch an den Staatshaushalt.
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