Wohnbauten und Haushalte in der Vermögensbilanz

Privathaushalte besitzen das größte Immobilienvermögen

Im Besitz der privaten Haushalte konzentriert sich der überwiegende Teil der Wohnbauten. Das gilt, wenn auch nicht im gleichen Maße für Grund und Boden. Das bedeutet, dass Fördermaßnahmen hier ansetzen müssen, sowohl beim Neubau als auch bei Pflege und Erhaltung.

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Der überwiegende Teil von Wohnimmobilien ist Eigentum von Privatleuten wie dieser Familie mit Eigenheim. Bild: Adobestock/Kzenon
Der überwiegende Teil von Wohnimmobilien ist Eigentum von Privatleuten wie dieser Familie mit Eigenheim. Bild: Adobestock/Kzenon

Die Vermögensbilanz zeigt die Verteilung der Vermögensarten, unter anderem auch der Wohnbauten, nach Sektoren der Volkswirtschaft.

Auf dieser Grundlage wird nachfolgend ein Überblick über die Anteile der einzelnen Sektoren, insbesondere der privaten Haushalte an den Wohnbauten, gegeben. Außerdem werden ergänzend einige weitere Angaben zum Vermögen der Haushalte aufgeführt. Betrachtet wird der Zeitraum 2019 – 2023.

Wohnbauten als Teil des Sachvermögens

Das Sachvermögen umfasst Bauten, Ausrüstungen, Nutztiere und Nutzpflanzungen und geistiges Eigentum. Es wuchs im betrachteten Zeitraum von 16.860,9 Milliarden Euro auf 22.336,0 Milliarden Euro, also um 32,5 Prozent. Der Anteil der Wohnbauten lag 2019 bei 5.761,5 Milliarden Euro und 2023 bei 8.179, 3 Milliarden Euro, wuchs somit um 41,9 Prozent und damit erheblich schneller als das Sachvermögen insgesamt. Das Anlagevermögen der privaten Haushalte wird netto zu Wiederbeschaffungspreisen, also zum Zeitwert, ausgewiesen. Das gilt auch für das Gebrauchsvermögen. Die Bemühungen zur Verstärkung und Beschleunigung des Wohnungsbaus spiegeln sich auch in der Vermögensbilanz wieder

Verteilung der Wohnbauten nach Sektoren

Der Anteil der Wohnbauten an den Bauten insgesamt stieg von 61,6 Prozent auf 63,0 Prozent. Sie sind die gewichtigste Kategorie der Bauten insgesamt. Der überwiegende Teil der Wohnbauten (2023 = 87,9 %) befindet sich im Eigentum des Sektors private Haushalte und Organisationen ohne Erwerbszweck.

Ein beachtenswerter Teil ist Eigentum von nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften. Hierzu zählen Kapitalgesellschaften wie AG, GmbH, auch Personengesellschaften wie OHG, KG und rechtlich unselbstständige Eigenbetriebe von Staat und Organisationen ohne Erwerbszweck. Sie produzieren Waren und nichtfinanzielle Dienstleistungen. Hier dürfte auch die Mehrzahl der Wohnungsunternehmen zu finden sein.

Auf finanzielle Kapitalgesellschaften (Banken, Versicherungen, Investment-und Pensionsfonds) und den Staat entfallen nur sehr geringe Anteile (siehe Tabelle 1).

In allen Sektoren wuchs der wertmäßige Umfang der Wohnbauten. Absolut war das Wachstum bei den Haushalten und Organisationen ohne Erwerbszweck am stärksten.

Relativ war es jedoch in den Sektoren Staat und finanzielle Kapitalgesellschaften höher, wobei natürlich die absoluten Größen geringfügig sind. Es wird aber sichtbar, dass das unmittelbare Engagement des Staates als Bauherr im Wohnungsbau gewachsen ist.

Eigentum an Grund und Boden

Eigentum an Wohnbauten und Eigentum an Grund und Boden sind eng miteinander verbunden. Deshalb wird nachfolgend ein Überblick über das Eigentum an Grund und Boden gegeben, wobei als Unterposition das bebaute Land ausgewiesen wird.

Der Gesamtwert von Grund und Boden wurde auf der Grundlage der Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung und dem durchschnittlichen Bodenrichtwert ermittelt. Tabelle 2 zeigt die Entwicklung des Wertes insgesamt und nach Sektoren.

Der Wert von Grund und Boden hat sich insgesamt um 26,1 Prozent erhöht. Haushalte bleiben mit einem Wachstum um 25,5 Prozent knapp darunter. Sie besitzen zwei Drittel des Grund und Bodens. Auch hier besitzen nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften und der Staat erhebliche Anteile. Sie sind vergleichsweise höher als bei den Wohnbauten. Es ergibt sich die Frage, in wieweit hier Baulandreserven erschlossen werden können.

Die Relationen zwischen den Sektoren haben sich praktisch nicht verändert. Der Anteil des bebauten Landes machte 2019 88,4 Prozent und 2023 88,7 Prozent aus. Der Wert wuchs um 26,5 Prozent. Der Anteil der Haushalte lag 2019 bei 69,1 und 2023 bei 69,7 Prozent.

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Weitere Vermögensbestandteile der Haushalte

Abschließend werden noch das Reinvermögen und das Gebrauchsvermögen der Haushalte sowie die Kredite und sonstigen Verbindlichkeiten aufgeführt. 2019 hatte das Reinvermögen, dass auch das Eigenkapital der Haushalte darstellt, eine Höhe von 14.861,0 Milliarden Euro. Es wuchs bis 2023 um 29,1 Prozent auf 19.188,0 Milliarden Euro.

Das Gebrauchsvermögen hatte 2019 den Wert von 924,0 Milliarden Euro und erhöhte sich bis 2023 um 26,7 Prozent auf 1.170,7 Milliarden Euro.

Kredite und Verbindlichkeiten stiegen von 1.877,2 Milliarden Euro 2019 nur um 15,2 Prozent auf 2.162,4 Milliarden Euro im Jahr 2023.

Fazit

Die Vermögensart Wohnbauten hat im Sektor private Haushalte und insgesamt das größte Wachstum erfahren.

Quellen: Deutsche Bundesbank; Statistisches Bundesamt: Sektorale und gesamtwirtschaftliche Vermögensbilanzen 11/2024

Dr. Wolfgang Lange

Dr. Wolfgang Lange
Dipl.-Ökonom, freier Autor

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Artikel Privathaushalte besitzen das größte Immobilienvermögen
Seite 23 bis 24
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