Forderung nach ausgewogenen Rahmenbedingungen bei der Wohnungspolitik

In der Diskussion um die Wohnungspolitik in Deutschland stellt sich der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV) gegen eine Begrenzung von Mieterhöhungen, eine Reduzierung der Modernisierungsumlage und zusätzliche Belastungen für Eigentümer. Zugleich mahnt der Spitzenverband Zugangsvoraussetzungen für Immobilienverwalter an.

DDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler, Foto:DDIV
DDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler, Foto:DDIV

Der DDIV e.V. fordert eine sachlichere  und objektivere Diskussion um den Einsatz von Fördermaßnahmen zur Regulierung des Wohnungsmarktes. Anlässlich der Bundestagsdebatte über die Miet- und Wohnungspolitik in Deutschland stellt sich der Verband hinter die Besitzer von Eigentumswohnungen, die mit 6,5 Mio. Wohneinheiten knapp 20 % des gesamten Wohnungsbestandes in Deutschland halten. Die Vielzahl der Eigentümer leidet seit Jahren unter starken Belastungen. Das schlägt sich vor allem im Wert der Immobilie nieder: 60 % der Eigentümer erwirtschaften keinen Gewinn oder Wertzuwachs der Immobilie, zwischen 15 und 40 % der Eigentümer fahren sogar regelmäßig Verluste ein.

Neben erhöhten Grunderwerbssteuern, stehen heute zudem viele Eigentümer vor kostspieligen Sanierungsmaßnahmen, die auf Grund der beschlossenen Energiewende notwendig sind. Die kontrovers diskutierte Deckelung von Mieten lehnt der Spitzenverband der deutschen Verwalterwirtschaft daher entschieden ab.

„Regierung und Opposition sollten vielmehr ihr Augenmerk auf die große Gruppe der Wohnungseigentümer legen. Gerade die Energiewende wird viele Eigentümer vor finanzielle Probleme stellen. Wer energetisch saniert, muss viel Geld in die Hand nehmen. Wer nicht saniert, steht vor dem Problem des Wertverlustes. Wohnungseigentum in Deutschland ist kein Luxus, sondern Altersvorsorge! Diese letzte sichere Form der Altersvorsorge steht auf dem Spiel.“ so DDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler.

Der Verband hält die Vorschläge zu Mieterhöhungen und zur Begrenzung von Neuvertragsmieten oder Modernisierungsumlagen für eine zusätzliche Belastung der Wohnungseigentümer. Besonders vor dem Hintergrund, dass viele private Eigentümer Wohneigentum noch immer als verlässliche Anlage und zur Altersvorsorge nutzen, wäre eine Belastung der Eigentümer kontraproduktiv – und widersprüchlich zur aktuellen Politik, die die Investition in private Altersvorsorge fördert. „Es ist richtig, wenn z. B. die Erhöhung des Wohngeldes diskutiert wird, es ist aber falsch ein politisches Klima zu erzeugen, das Bürgerinnen und Bürger verunsichert, in Wohneigentum zu investieren“, sagt Kaßler.

Zugleich mahnt der DDIV an, dass es bis heute keine geregelten Zugangsvoraussetzungen für die Tätigkeit des Immobilienverwalters gibt. Viele Eigentümer sind bereits mit den neuen Anforderungen am Immobilien- und Wohnungsmarkt überfordert. Oft fehlt dann die Kompetenz eines Verwalters, der neue Vorschriften und Gesetzgebungen vermitteln und in der Wohnungseigentümergemeinschaft umsetzen kann. „Hier wird der Gesetzgeber seiner Verantwortung nicht gerecht. Qualifizierte Verwalter könnten ihren Eigentümern und Mietern im besten Fall 20 % der Energiekosten einsparen und somit auch entscheidend zur finanziellen Entlastung beitragen“, so Kaßler abschließend.

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