Regionale Messdienstleister

„Funkzähler benötigen schnelles Internet“

13.09.2019

Das Netzwerk mittelständischer Messdienste DEUMESS mahnt den Ausbau schneller Internetverbindungen an. Andernfalls könnten die von der EU vorgesehenen fernauslesbaren Verbrauchsmessgeräte nicht funktionieren.

symbolisches BIld für schnelles Internet mit Bits und Bytes und eine Stadt im Hintergrund
BILD: AdobeStock/ jamesteohart

Hartmut Michels, Vorstandsmitglied bei DEUMESS sagt: „Die geforderte Fernablesung der Messgeräte ohne das Betreten der Mieterwohnung kann nur funktionieren, wenn wir flächendeckend über gut ausgebaute Internetverbindungen und Mobilfunknetze verfügen.“

Zudem müsse die Standardisierung der Funkmessgeräte konsequent vorangetrieben sowie die Interoperabilität der Messgeräte im Gebäudeenergiegesetz festgeschrieben werden. Das Netzwerk, dem mehr als 130 Mitgliedsunternehmen angehören, richtet einen Appell an die Regierung, das Gebäudeenergiegesetz zügig zu verabschieden.

Genaue Abrechnung bei Einspeisung aus mehreren Energiesystemen

Wie vielschichtig das Ablesen der Strom- und Wärmewerte zukünftig ist, zeige folgendes Beispiel: Schon jetzt speisen teilweise mehrere Energiesysteme in ein Gebäude ein oder geben bei Überproduktion auch an das Netz ab. Um dies genau abrechnen zu können, müssten viele Daten erfasst und ausgewertet werden. Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen werden hier von Bedeutung sein, um die vielen Informationen der immer detaillierter arbeitenden Messgeräte schnell auszuwerten.

Die regionalen Messdienstleister kritisieren auch die „Messdienstkonzerne“. Einige große Unternehmen forcierten geschlossene Inselsysteme bei der Messwerterfassung. Das sei keine Lösung. Mangelnde Flexibilität für die Gebäudeeigentümer beim Anbieterwechsel, starre Preisstrukturen sowie ein komplizierter Datenaustausch mit Partnerunternehmen und Mietern wären die wahrscheinlichen Folgen. Die regionalen Unternehmen favorisieren transparente, kostengünstige Datenplattformen.

LESEempfehlung:
SPECIAL  der IVV in der Ausgabe 09/2019: Die Zukunft der Messdienstleistungen

mit folgenden Artikel:
S. 24 Regenerative Energien: So rechnen Sie die Betriebskosten korrekt ab
S. 27 Messwesen-Wandel: Chancen und Perspektiven der Digitalisierung
S. 28 API-Schnittstelle bringt Haustechnikgeräte zum Sprechen
S. 30 Fernauslesbare Verbrauchszähler leasen statt kaufen
S. 32 Noventic: Datenplattformen schaffen Verbrauchstransparenz
S. 33 Legionellenprüfung: Viele Probenahmen werden abgebrochen

Suchbegriffe: Messdienste

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