Positionen zum Wohngipfel 2018

GdW: Wohnungsbau in Städten fördern, Attraktivität schrumpfender Regionen erhöhen

Die Situation der Wohnungsmärkte in Städten wird immer enger, ländliche Räume bieten eine echte Chance zur Entlastung. Dies ist, in Kurzform, die gemeinsame Position des Spitzenverbandes GdW und des Deutschen Landkreistag beim Wohngipfel 2018 heute in Berlin. Bund, Länder, Kommunen und Verbände wollen ein Maßnahmenpaket vereinbaren, um eine nachhaltige Entspannung auf den Wohnmärkten einzuleiten.

Regensburg und viele andere Städte müssen in ihrem Bemühungen Wonraum zu schaffen gestärkt werden. Regionen müssen so attraktiv gestaltet werden, dass die Abwanderung zurück geht. FOTO: PIXABAY
Regensburg und viele andere Städte müssen in ihrem Bemühungen Wonraum zu schaffen gestärkt werden. Regionen müssen so attraktiv gestaltet werden, dass die Abwanderung zurück geht. FOTO: PIXABAY

Ganz klar: Der Wohnungsnotstand ist nicht nur ein großstädtisches Problem. Nach Ansicht des GdW-Präsienten, Axel Gedaschko, müssten dringend auch die Gebiete jenseits der Metropolen gestärkt werden. Es gelte gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen und Stadt und Land nicht gegeneinander auszuspielen.

"Ländliche Räume bieten eine echte Chance zur Entlastung der immer enger werdenden Wohnungsmärkte in den Großstädten. Dafür ist die Stärkung der Attraktivität von schrumpfenden bzw. strukturschwachen Regionen zwingend notwendig – für mehr Lebensqualität in Deutschland“, so Gedaschko.

Und der Präsident des Deutschen Landkreistages (DLT, Reinhard Sager, stimmt zu: "In Landkreisen geht es vor allem um den Umbau bestehender Immobilien und die Ertüchtigung von Leerständen. Auf diese unterschiedlichen Situationen Antworten zu finden, ist nicht einfach. Allheilmittel gibt es nicht. Vielversprechend sind steuerliche Anreize für den Wohnungsbau und zum Verkauf baureifer Grundstücke. Ebenso angezeigt sind die Schließung von Baulücken und die Lockerung von Bauvorschriften. Auch gilt es, preistreibende Regelungen wie die Energieeinsparverordnung einer kritischen Überprüfung zu unterziehen.“

Der DLT und der GdW sind sich im Vorfeld des Wohngipfels einig:

  • Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ist eine zentrale Gegenwartsaufgabe. DLT und GdW begrüßen deshalb nachdrücklich die Durchführung des Wohngipfels 2018. Der Gipfel bietet die Chance, dass sich die maßgeblichen Akteure, die zur Erreichung des Ziels, 1,5 Mio. Wohnungen zu schaffen, erforderlich sind, auf ein schnelles und gemeinsames Vorgehen für ausreichend Wohnungsbau verständigen.
  • Die vom GdW repräsentierten rund 3.000 kommunalen, genossenschaftlichen, kirchlichen, privatwirtschaftlichen, landes- und bundeseigenen Wohnungsunternehmen bieten mit ihren rund 6 Mio. Wohnungen mehr als 13 Mio. Menschen gutes und sicheres Wohnen, und dies auch jenseits der Metropolen. Die Landkreise können durch kreiseigene oder interkommunal getragene Wohnungsunternehmen, durch die Unterstützung genossenschaftlicher Wohnformen oder durch Strategien zur Ertüchtigung von Leerständen an der Schaffung von benötigtem Wohnraum aktiv mitwirken. Die erforderlichen Verwaltungsverfahren können durch die Digitalisierung der Genehmigungsprozesse bei den Kommunen wie der Planungsprozesse bei den Unternehmen beschleunigt werden.
  • Eine nachhaltige Entspannung der Wohnungsmärkte wird sich nicht allein durch wohnungspolitische Maßnahmen in den am stärksten betroffenen Städten und Ballungsräumen erreichen lassen. Hierfür muss genauso der ländliche Raum in den Blick genommen werden, wo sich die Situation regional unterschiedlich darstellt. Während auch in den ländlich geprägten Randlagen der nachgefragten Städte und Ballungsräume bezahlbarer Wohnraum knapp wird, haben insbesondere peripher gelegene Landkreise im ländlichen Raum die Folgen von Wegzug und des demografischen Wandels zu bewältigen. Auf diese örtlichen Unterschiede müssen der Bund und die Länder mit entsprechend differenzierten wohnungs- und strukturpolitischen Maßnahmen reagieren. Die ländlichen Räume werden nur dann als attraktive Orte zum Leben, Wohnen und Arbeiten wahrgenommen, wenn dort gute infrastrukturelle Rahmenbedingungen vorzufinden sind. Dies betrifft etwa das ÖPNV-Angebot, die Mobilfunk- und Breitbandversorgung, die Gesundheitsversorgung und das Bildungsangebot aber auch (bau)kulturelle Angebote. Vielfach bedarf es im ländlichen Raum der Steigerung der Wohnattraktivität, der Ertüchtigung von Leerständen bzw. des bedarfsgerechten Umbaus des vorhandenen Wohnungsbestandes. Zudem ist zu berücksichtigen, dass auch der ländliche Raum vor der Herausforderung steht, einer älter werdenden Gesellschaft attraktive senioren- und behindertengerechte Wohn- und Lebensbedingungen zu bieten. Auch hier gilt es deshalb, Fördermittel einzusetzen, um den Menschen gleichwertige Lebensverhältnisse zu bieten und die Städte zu entlasten. Wenn die Deutschen aus freien Stücken und unabhängig von der finanziellen Situation ihren Wohnort wählen könnten, so würden sich lediglich 21 % für die Großstadt entscheiden.
  • Die Schaffung von benötigtem bezahlbarem Wohnraum wird nur dann gelingen, wenn in den Kommunen das vorhandene Bauland schnell und umfassend mobilisiert wird. Dies funktioniert gilt am besten bei einer diskriminierungsfreien Vergabe an kommunale, private und genossenschaftliche Wohnungsunternehmen. Entscheidend sollte stets das beste Konzept für die Schaffung von Wohnraum sein.
  • Die Ergebnisse, die das Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen unter Mitwirkung des DLT und des GdW in der zurückliegenden Legislaturperiode erarbeitet hat, müssen – soweit noch nicht geschehen – jetzt mit höchster Priorität umgesetzt werden. Insbesondere gilt dies für die Vorschläge der Baukostensenkungskommission. Die hohen Baukosten sind gegenwärtig eines der größten Hemmnisse bei der Schaffung von neuem bezahlbarem Wohnraum. Die Arbeit des Bündnisses sollte in dieser Legislaturperiode fortgesetzt und die bereits begonnenen Aktivitäten der Bundesregierung sollten wiederum unter dem bewährten Dach des Bündnisses gebündelt werden.

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Weiterführende Links:
www.landkreistag.de
www.gdw.de

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