Tag der Wohnungswirtschaft 2025:

GdW-Präsident fordert „Ruck für das Menschenrecht auf Wohnen“

Unter dem Motto „Zwischen Mangel und Aufbruch – Lust auf Zukunft“ fand am 25. November in Berlin der diesjährige Tag der Wohnungswirtschaft statt. Veranstaltet wird er vom Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW). Dessen Präsident Axel Gedaschko sieht das „Menschenrecht auf Wohnen“ zunehmend gefährdet.

Axel Gedaschko ist seit 2011 Präsident des GdW. Foto: Ritter Consult
Axel Gedaschko ist seit 2011 Präsident des GdW. Foto: Ritter Consult

Angesichts einer anhaltenden Strukturkrise, historisch hoher Baukosten und stagnierender Bautätigkeit warnte Gedaschko vor den Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Seiner Ansicht nach sind das „überbelegte Wohnungen, stockender Wohnungsbau und eine gesamtwirtschaftlich gefährliche Verknappung von Wohnraum.“

Fünf Forderungen an die Politik

In seiner Rede zum Abschluss des Tags der Wohnungswirtschaft richtete Gedaschko fünf Forderungen an die Politik, vorrangig an die Bundesregierung:

 1. „Fast Lane“ für den Wohnungsbau

Für den Wohnungsbau müsse es einen klaren Vorrang in Abwägungsentscheidungen geben, so Gedaschko.

2. Bürokratieabbau, vereinheitlichte Genehmigungen, schnellere Digitalisierung

400 verschiedene Auslegungen der Bauvorschriften in Städten und Landkreisen sind laut Gedaschko ein „bürokratischer Flickenteppich“. Im Namen des GdW forderte er bundeseinheitliche digitale Standards – idealerweise unter Nutzung von KI.

3. Gebäudetyp E und Rechtsvereinfachungen beschleunigen

Der GdW begrüße die vorliegenden Eckpunkte zu Gebäudetyp E, aber die Gesetzgebung auf Bundesebene dazu müsse deutlich schneller erfolgen, so Gedaschko.

4. Reform der Förderpolitik – weg vom Effizienzfetisch, hin zu CO₂-Wirksamkeit

Eine Kosten-Nutzen optimierte Herangehensweise ist laut Einschätzung von Gedaschko dringend geboten. Pro Euro müsse möglichst viel CO₂ eingespart werden

5. Soziale Wohnraumförderung allein reicht nicht

Um die Wohnungsbaukrise zu überwinden müsse geförderter und frei finanzierter Wohnungsbau gleichermaßen wirtschaftlich sein, betonte Gedaschko.

Keine Enteignungen und Mietendeckel

Der GdW-Präsident kritisierte zudem politische Diskussionen über Enteignungen oder Mietendeckel scharf. Denn diese zerstören Vertrauen und Investitionsbereitschaft, ohne eine einzige neue Wohnung zu schaffen. „Jeder Euro in Enteignungen ist totes Kapital und hilft der großen Mehrheit der Menschen nicht. Jeder Euro in Neubau schafft reale Werte und Wohnraum. Wir brauchen auch deshalb einen echten Ruck für bezahlbaren Wohnungsbau“, so Gedaschko.

Christian Veh

Bild: HUSS-Medien GmbH/ Angela Maly
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