Haus & Grund Rheinland lehnt Vermieter- Mieter-Modell zur Rauchmelderpflicht ab

Die rot-grüne Landesregierung hat dem Landtag einen Gesetzentwurf zur Einführung der Rauchmelderpflicht vorgelegt. Bis zum 30. Dezember 2016 sollen Vermieter Rauchmelder in Schlaf- und Kinderzimmern, sowie in Fluren installieren. Der Mieter soll für Wartung und Batteriewechsel zuständig sein. Der Landesverband Haus & Grund Rheinland lehnt das Vermieter-Mieter-Modell aus haftungsrechtlichen Gründen ab.

Rauchmelder; Foto: Modkompass
Rauchmelder; Foto: Modkompass

„Wir haben immer Ja zu Rauchmeldern, aber Nein zu einer gesetzlichen Verpflichtung zu Lasten der Vermieter gesagt“, erinnert der Vorsitzende von Haus & Grund Rheinland, Prof. Dr. Peter Rasche. „Stattdessen haben wir einen Kompromiss angeboten, der sogar im Koalitionsvertrag von SPD und Grünen (Seite 93) aufgenommen worden ist“, so Rasche. Demnach soll der unmittelbare Besitzer der Wohnung, also der Eigentümer als Selbstnutzer oder Mieter, die Verantwortung für Installation und Wartung von Rauchmeldern tragen. Das sog. Besitzer-Modell (auch Mieter- Modell genannt) beruht auf § 48 Abs. 3 der Bauordnung von Mecklenburg-Vorpommern, das sich bewährt und auch nicht zu einer Gefährdung einkommensschwacher Haushalte unter den Mietern geführt hat. In Mecklenburg- Vorpommern sind nach Angaben von Herstellern bereits 80 Prozent der Haushalte mit Rauchmeldern ausgestattet.

Grundsätzlich ist die Frage aufzuwerfen, weshalb eine gesetzliche Verpflichtung in NRW geschaffen werden soll, wohl wissend, dass die Bauordnungsämter in NRW nicht über die personelle Ausstattung verfügen, um zu überprüfen, ob tatsächlich in Bestandsgebäuden die Rauchmelder installiert worden sind oder nicht. „Eine gesetzliche Pflicht führt ad absurdum, wenn alle Beteiligten genau wissen, dass sie nur auf dem Papier steht“, meint Prof. Dr. Peter Rasche.

„Wir haben haftungsrechtliche Bedenken“, begründet der Verbandsdirektor von Haus & Grund Rheinland, Erik Uwe Amaya, die ablehnende Haltung des Vermieter-Mieter-Modells. „Ab dem Zeitpunkt der Überlassung der Wohnung an den Mieter verliert der Vermieter das generelle Zutrittsrecht zu seiner eigenen Wohnung und ist auf das Mitwirken des Mieters angewiesen“, so der Verbands-Jurist Amaya. „Andernfalls muss der Vermieter das Zutrittsrechts einklagen, um die Installation von Rauchmeldern durchführen zu können“, sagt Amaya. „Viele Mieter wollen sicher nicht, dass demnächst der Vermieter in ihren Schlafzimmern steht“, vermutet Amaya. „Aber selbst wenn der Mieter für Wartung und Batteriewechsel zuständig sein soll, trägt der Vermieter nach wie vor die Verantwortung für einen ordnungsgemäß funktionierenden Rauchmelder und steht mit einem Bein in der Mithaftung“, erklärt Erik Uwe Amaya.

„Die rechtlich unproblematischste und gerechteste Lösung ist daher das Besitzer-Modell, wonach Mieter und Selbstnutzer die Verantwortung

Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) schreibt vor, dass zu Prozessen, bei denen personenbezogene Daten verarbeitet werden, der Verantwortliche Verfahrensverzeichnis führen muss. Insbesondere bei einer Prüfung durch die Datenschutzbehörden muss der Verantwortliche...
Printer Friendly, PDF & Email
Immobilienverwalter des Jahres 2021
Zum „Immobilienverwalter des Jahres 2021“ ist das Hannoveraner Familienunternehmen Gundlach GmbH & Co. KG Haus- und Grundstücksverwaltung ausgezeichnet worden. Das jahrzehntelange zielgerichtete und...
Frei
Bild Teaser
Zukunftserwartungen der Sanitärhersteller
Body Teil 1
Herr Wischmann, wie sehen Sie die aktuelle wirtschaftliche Situation für die Sanitärbranche? Die Wohnung ist aus naheliegenden Gründen derzeit der
Vonovia will Deutsche Wohnen kaufen
Die Vonovia SE macht jetzt den dritten Versuch die Deutsche Wohnen zu übernehmen. Den Aktionären der Deutsche Wohnen wurde ein erneutes Angebot vorgelegt. Der zweite Versuch war daran gescheitert...
Oft gehört ein Kellerraum zur Mietsache einer Wohnung dazu. Mitvermietete Keller sind manchmal Anlass für Streit zwischen dem Vermieter und dem Mieter, weshalb wir einige Urteile hier vorstellen.