Wachstumstrend im deutschen Hochbau

Hochbau-Wachstum gründet im Wohnungsbau

Der Wachstumstrend im deutschen Hochbau hält bereits seit vier Jahren in Folge an, wird aber ab dem Jahr 2018 an Dynamik einbüßen. Im Jahr 2017 konnte der Hochbau noch ein Wachstum um real 2,6 % verzeichnen. Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war nach wie vor der Wohnungsbau

Seit 2009 ist die Auslastungsquote im Hochbau konstant gestiegen und hat derzeit einen Wert von knapp 78 % erreicht. Quelle: EY-Parthenon, fo-Institut, DIW
Seit 2009 ist die Auslastungsquote im Hochbau konstant gestiegen und hat derzeit einen Wert von knapp 78 % erreicht. Quelle: EY-Parthenon, fo-Institut, DIW

Dies ergab die Hochbauprognose 2018 der internationalen Strategieberatung EY-Parthenon.  Auch das Volumen neuer Baugenehmigungen ist mit Ausnahme von Ein- und  Zweifamilienhäusern (-0,7 %) höher als im Vorjahr, allerdings nur knapp. Aufgrund des hohen Auftragsbestands, der immer noch vorteilhaften Finanzierungsbedingungen und eines anhaltenden Wohnungsdefizits vor allem in Großstädten, wird auch weiterhin mit Wachstum im deutschen Hochbau gerechnet.

Für 2018 prognostiziert die aktuelle Studie der internationalen Strategieberatung EY-Parthenon ein Abflachen der Wachstumsdynamik von 2,6 % in 2017 auf 2,0 %. Dieser Trend soll sich auch in den Folgejahren weiter fortsetzen: 2019 wird mit einem Wachstum von 1,3 % gerechnet, 2020 sinkt das Wachstum dann auf nur noch 0,7%. „Das Volumen neuer Wohnungsbaukredite ist leicht rückläufig und auch das Wachstum der Baugenehmigungen lässt nach. Daher müssen wir mit einem geringeren Wachstum insbesondere im privaten Wohnungsbau rechnen,“ erläutert Björn Reineke, einer der für den Bausektor verantwortlichen EY-Parthenon-Partner, die Ergebnisse der Studie. Die erwartete Steigerung der Investitionsbereitschaft im Nichtwohnungsbau, insbesondere im Wirtschaftsbau, könne diese Entwicklung nicht ausgleichen.

Baupreise steigen stärker als Inflation und Mietpreise, Renditen sinken

Zwischen 2011 und 2016 stiegen die Baupreise stärker als die Verbraucherpreise; getrieben durch die  geringe Inflationsrate einerseits und den zunehmenden Auftragsstau in der Baubranche andererseits. Dieser Trend setzte sich auch 2017, trotz leicht gestiegener Inflation von +1,6 %, fort.

Die Preise für Neubauten stiegen 2017 um 3,0 % bis 3,3 % während die Preise für Renovierungen um 3,3 % stiegen. Auch für die kommenden Jahre erwartet EY-Parthenon weitere Preissteigerungen oberhalb der Inflationsrate, da der Auftragsstau nur langsam abgebaut werden kann. Durch die dauerhaft hohe Nachfrage werden sich die Preissteigerungen auch in den kommenden Jahren durchsetzen lassen.

Trends: Modularisierung und Digitalisierung

In diesem insgesamt positiven Umfeld stellt eine Reihe von Marktentwicklungen die Unternehmen der Baubranche vor inhaltliche Herausforderungen. Trends wie beispielsweise die Industrialisierung/ Modularisierung der Gebäudeerrichtung oder die Digitalisierung in fast allen Bereichen des Bauprozesses beeinflussen die Branche und verändern die Nachfrage. Daraus entstehen sowohl Chancen als auch Herausforderungen für die betroffenen Unternehmen.

Weiterführende Links:
www.EY-Parthenon.de

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