Ergebnisse des 7. Branchenbarometers des DDIV

Honorierung noch immer zu gering

Lediglich um inflationsbereinigte 2,3 Prozent sind die Regelsätze der deutschen Immobilienverwaltungen für betreute Eigentumswohnungen im Jahr 2018 gestiegen. Auch die Digitalisierung der Branche kommt nur langsam voran. Das sind zwei der Ergebnisse aus der diesährigen Branchenbefragung des Dachverbandes Deutscher Immobilienverwalter e. V. (DDIV).

Die Ergebnisse der DDIV-Branchenanalyse liegen vor. Neben Verwaltervergütung, Kostenstruktur und Sanierungsmaßnahmen thematisiert die diesjährige Erhebung auch die Mitarbeiter- und Unternehmensentwicklung. FOTO: Adobestock/itchaznong
Die Ergebnisse der DDIV-Branchenanalyse liegen vor. Neben Verwaltervergütung, Kostenstruktur und Sanierungsmaßnahmen thematisiert die diesjährige Erhebung auch die Mitarbeiter- und Unternehmensentwicklung. FOTO: Adobestock/itchaznong

Rechnet sich die Branche kaputt?

An Immobilienverwaltungen werden immer höhere Anforderungen gestellt - vom Gesetzgeber und von Wohnungseigentümern. Die Branche muss sich auf die Herausforderungen des Klimawandels, des Fachkräftemangels, auf digitale Prozesse u.v.m. einstellen. Die Vergütungssätze in der WEG-Verwaltung halten mit den Anforderungen beileibe nicht Schritt. Lediglich um inflationsbereinigte 2,3 Prozent sind die Regelsätze für im Bestand betreute Eigentumswohnungen im Jahr 2018 gestiegen. Damit werden monatlich 21,02 Euro pro verwaltete Einheit umgesetzt.

Nach Ansicht des DDIV müssen die Vergütungssätze deutlicher steigen, sonst können notwendige Prozesse zur Qualitätssicherung und -steigerung nicht erfolgen. Ziel des DDIV wird es daher weiter sein, nachdrücklich für eine verbesserte Bezahlung der Dienstleistung einzutreten − auch im Sinne der Wohneigentümer.

Gestiegene Vergütungssätze in der Mietverwaltung

Die Vergütungssätze in der Mietverwaltung wuchsen im Vergleich zum Vorjahr um 8,6 Prozent auf 24,05 Euro je Einheit und Monat. Damit nahmen die Entgelte in diesem Bereich seit 2010 zwar insgesamt um 25,3 Prozent zu, inflationsbereinigt entspricht das aber dennoch nur einer jährlichen Steigerung von 1,7 Prozent.

Das aktuelle Branchenbarometer verdeutlicht, dass die Wohneigentums- und Mietverwaltung mit einem Anteil von 95,9 Prozent beziehungsweise 80,5 Prozent weiterhin die Haupttätigkeitsfelder der Branche darstellen. Gleichzeitig nimmt die Maklertätigkeit mit einem Anteil von 42,4 Prozent zu. Der Bereich Facility Management bleibt mit einem Anteil von 11,1 Prozent konstant, während das Geschäftsfeld Sondereigentumsverwaltung an Bedeutung verloren hat. Nur noch 63,5 Prozent der befragten Unternehmen sehen hier einen Tätigkeitsschwerpunkt. Im Vorjahr waren es noch 73,3 Prozent.

Stellenwert der Digitalisierung

Der DDIV fragte in einer Umfrage nach dem Stand der Digitalisierung in Immobilienverwaltungen. Hiernach sind bereits heute bis zu 69,5 Prozent der Befragten vom Potenzial digitalisierter Lösungsansätze zur Vereinfachung von Dokumentenverwaltung und Archivierung, beim Schriftverkehr oder der Kundenkommunikation überzeugt. Zwei Drittel der Umfrageteilnehmer denken zudem, dass ihre Tätigkeit durch den Einsatz professioneller Verwaltungssoftware noch effektiver wird.

Nach wie das größte Hemmnis in Bezug auf den Einsatz von digitalen Lösungen in der Immobilienverwaltung ist die Schnittstellenproblematik. Denn oftmals lässt sich die ERP-Software der Unternehmen nicht ohne weiteres in die digitalen Funktionen anderer Anbieter integrieren, wie 67,6 Prozent der Umfrageteilnehmer angaben.

„Mit der Lösung der Schnittstellenproblematik steht und fällt die Digitalisierung der Branche“, ist DDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler überzeugt. „Daher hat der DDIV im Rahmen seiner AG Digitalisierung kürzlich eine breit angelegte Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die Potenziale und Voraussetzungen eines einheitlichen Branchenstandards eruiert. Unser Ziel sind dabei nicht nur Empfehlungen, sondern gemeinsame Lösungen mit Immobiliendienstleistern“, so Kaßler abschließend.

Neben Vergütung und Digitalisierungsgrad der Immobilienverwaltungsbranche untersucht das 7. DDIV-Branchenbarometer Unternehmens- und Verwaltungsstrukturen, Wachstumsaussichten, Anzahl, Größe der verwalteten Einheiten und Umsatz-, Gewinn- sowie Mitarbeiterentwicklung der Branche. Die Daten der Studie zeigen zudem, dass es mit der Schaffung einer Ladeinfrastruktur für elektrobetriebene Fahrzeuge und mit der Umsetzung der Energiewende im Gebäudebestand weiter viel zu schleppend vorangeht.

Das 7. DDIV-Branchenbarometer mit den ausführlichen Ergebnissen kann kostenpflichtig beim DDIV bestellt werden.

 

Weiterführende Links:
www.ddiv.de/branchenbarometer

Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) schreibt vor, dass zu Prozessen, bei denen personenbezogene Daten verarbeitet werden, der Verantwortliche Verfahrensverzeichnis führen muss. Insbesondere bei einer Prüfung durch die Datenschutzbehörden muss der Verantwortliche...
Printer Friendly, PDF & Email
26. Deutschen Verwaltertag des DDIV
Bereits 800 Teilnehmer haben sich angemeldet zum Verwaltertag am 6. und 7. September in Berlin. Das freut den Veranstalter, den Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV), sehr. Es stehen...
Verwaltervergütung
Die Honorare für die WEG- und Mietverwaltung sind gestiegen. Im Vergleich zum Jahr 2010 erhöhte sich die WEG-Vergütung inflationsbereinigt allerdings nur um 5,9 Prozent. Die Vergütungen sind...
DDIV-Immobilienverwalter des Jahres 2018
Der Immobilienverwalter 2018 steht fest: Zum erster Preisträger wurde die 3KOMMA1 Immobilienservice GmbH aus Ratingen vom DDIV gekürt. Der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter ehrt mit der...
5. DDIV-Branchenbarometer: Mitarbeiterentwicklung
Die Anforderungen an Immobilienverwaltungen ändern sich. Dies zeigt sich deutlich auch an steigenden Mitarbeiterzahlen. Wäre da nur nicht der allseits gefürchtete Fachkräftemangel, der auch die...
Fachkongress der Immobilienverwalter
Am 6. und 7. September 2018 werden Sie beim Verwaltertag in Berlin erwartet. Der Dachverband Deutscher Immobilien­verwalter (DDIV) richtet seine Jahrestagung aus. Zum Fachkongress kommen rund 700...
Interessenvertretung für Immobilienverwalter
Verband der Immobilienverwalter Deutschland e. V., kurz VDIV Deutschland, lautet der neue Name des Dachverbandes Deutscher Immobilienverwalter e. V. (DDIV). Seit mehr als 30 Jahren vertritt der VDIV...