Konzern-Kita komplett energieautark

Die Kindertagesstätte des Bayer-Konzerns am Standort Monheim ist ein Plusenergie-Haus.
Strom und Wärme werden ausschließlich regenerativ erzeugt. Das Gebäude ist das erste energieoptimierte „EcoCommercial Building“ in Europa, das Bayer mit seinen Netzwerkpartnern realisiert hat.

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Die Einrichtung steht dem Nachwuchs von Müttern und Vätern offen, die bei Bayer CropScience und Bayer Animal Health in Monheim beschäftigt sind, Foto: Bayer AG
Die Einrichtung steht dem Nachwuchs von Müttern und Vätern offen, die bei Bayer CropScience und Bayer Animal Health in Monheim beschäftigt sind, Foto: Bayer AG

Der Eingang der Kita „die Sprösslinge“ ist wie eine große Piazza gestaltet – ein weitläufiger, lichtdurchfluteter Raum, der sich ideal zum Spielen, Vorlesen und Basteln eignet. Von hier geht es zu den fünf Gruppenbereichen, die jeweils über ein bis zwei Gemeinschaftsräume, einen Schlafraum, einen Sanitärbereich sowie einen direkten Ausgang zum Garten verfügen. Die betriebliche Kindertagesstätte steht dem Nachwuchs von Müttern und Vätern offen, die bei Bayer CropScience und Bayer Animal Health im nordrheinwestfälischen Monheim tätig sind. Rund 60 Jungen und Mädchen im Alter von sechs Monaten bis zum Schulantritt verbringen hier ihre Zeit mit Spielen und Lernen. Besonders Kleinkinder unter drei Jahren werden altersgerecht betreut und gefördert. Das pädagogische Konzept und die räumliche Umgebung bieten dazu die besten Voraussetzungen: Der Betreiber „educare“ vereint die führenden nationalen und internationalen Konzepte der frühkindlichen Bildung und wur­de bereits von der UNESCO ausgezeichnet.

Energetische Optimierung des ganzen Gebäudes

Der Bau des Kita-Gebäudes ist das Ergebnis eines integrierten Planungsprozesses des EcoCommercial Building-Netzwerks: Die beauftragten Planer, das Kölner Architekturbüro tr.architekten und das Ingenieurbüro P. Jung, entwickelten mit Hilfe von vorausgehenden Simulationsrechnungen und unter stetiger Berücksichtigung des Raumkomforts ein Gebäude mit einem innovativen und ganzheitlichen Energiekonzept: Mit Photovoltaikmodulen zur Stromerzeugung sowie Geo- und Solarthermie zum Heizen erzeugt das Gebäude die benötigte Energie auf emissionsfreiem Weg vollständig selbst. Sämtlicher Energiebedarf für Heizung, Lüftung, Beleuchtung und den Betrieb elektrischer Geräte wird zu 100 % durch regenerative Energien abgedeckt. Gleichzeitig ist das Gebäude mit Polyurethan auf Basis von Rohstoffen von Bayer MaterialScience wie ein Passivhaus gedämmt und übertrifft damit bei weitem die gültigen Wärmedämmstandards. Für das erreichte Ziel einer Null-Emissions-Bilanz optimierten die Planer die Gebäudehülle und -form, die Anordnung und Größe der Fenster sowie die Oberlichter. Das Gebäude verfügt zudem über eine hocheffiziente Anlagentechnik, bei der die technischen Erfordernisse und die nutzungsspezifischen Anforderungen fein aufeinander abgestimmt sind.

Die gezielte Anordnung von großflächigen Fenstern mit 3-fach-Verglasung und Lichtlenklamellen kombiniert Tageslichtnutzung und Wärmegewinnung durch die Sonne mit sommerlichem Wärmeschutz. Für einen Mittagsschlaf können die Innenräume durch außen montierte Sonnenschutzrollos verschattet oder durch handbedienbare Schie­beelemente abgedunkelt werden. Dank Präsenzmelder und Helligkeitssensoren wird nur genau dort und genau so viel künstlich beleuchtet, wie nötig.

Das Gebäude wird über eine Fußbodenheizung beheizt. Die Frischluftversorgung erfolgt durch Lüftungskanäle, die unsichtbar in Wänden, Einbaumöbeln und Böden geführt sind. Über einen Wärmetauscher wird die frische Zuluft an kalten Tagen durch Abluft erwärmt. Statt einer zentralen Warmwasserbereitung ist jeder Sanitärbereich mit einer dezentralen Frischwasserstation ausgestattet – sie verbindet Energieeffizienz mit hygienischen Anforderungen auf einfache und ökonomische Weise: Statt eines üblich verwendeten Warmwasserspeichers bei einer Zentralheizung wird das Wasser nach dem Durchlauferhitzer-Prinzip erwärmt. Die durch thermische Solarenergie erzeugte Wärme wird in einem Puffer­speicher aufgefangen und anschließend zur Warmwasserbereitung verwendet, wobei nur die tatsächlich benötigte Wassermenge erhitzt wird. Das spart Energie und verhindert gleichzeitig die Bildung von Mikro­organismen wie Legionellen.

Positive Bilanz nach einem Jahr

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Der Erfolg des klimaneutralen, umweltgerechten Gebäudekonzepts zeigte sich bereits nach einjährigem Bestehen: Die Kindertagesstätte produzierte im ersten Jahr einen Überschuss von 13.600 kWh Strom vollständig frei von Kohlendioxid. Dies entspricht in etwa dem Jahresverbrauch von drei Vier-Personenhaushalten. Die überschüssige Energie wurde in das Stromnetz eingespeist. Zudem führte die adäquate Gebäudedämmung und die Nutzung von regenerativen Energien wie Erdwärme und Photovoltaik zu einer Einsparung von 50 t CO2 – 9 t mehr als ursprünglich erwartet. Die Gesamteinsparung ist vergleichbar mit dem CO2-Ausstoß von 27 Personenwagen bei einer durchschnittlichen Jahresfahrleistung von 12.600 km.

Mehrfach ausgezeichnet

Für das nachhaltige Energiekonzept erhielt die Kita in Monheim bereits mehrere Prei­se: Beim Wettbewerb „Energieoptimiertes Bauen – Architektur mit Energie“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie im Jahr 2009 gewann das Gebäude den ersten Platz als erste klimaneutrale Kindertagesstätte in Deutschland. Neben der „Auszeichnung guter Bauten“ vom Bund Deutscher Architekten überzeugte das „EcoCommercial Building“ auch auf europäischer Ebene: Das Institut für Energie und erneuerbare Energien der EU-Kommission prämierte die Kita als vorbildhaftes Energiesparprojekt mit dem Annual GreenBuilding Award 2011. Die Europäische Kommission hat Bayer außerdem in das europäische Green Building Program aufgenommen und ist damit offizieller Partner. Neben der emissionsneutralen Kita baute Bayer bereits zwei Bürogebäude nach diesem Programm: eines in Belgien und eines in Greater Noida, nahe New Delhi, Indien.

Redaktion (allg.)

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