Wie gut ist Ihre Firmenhomepage?

Eine auf mobile Endgeräte zugeschnittene Version wird immer wichtiger, ebenso wie die Überlegung einen Blog oder eine flankierende Facebook-Seite anzubieten. Eins sollte klar sein: Die Firmenpräsenz braucht aktuelle Inhalte und Pflege.

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Die Inhalte eines Onlineauftritts sollten auf mobilen Geräten lesbar sein. FOTO: CEBEDESIGN
Die Inhalte eines Onlineauftritts sollten auf mobilen Geräten lesbar sein. FOTO: CEBEDESIGN

Denn eines ist klar: Eine Web-Präsenz ist ein Muss. Doch sie muss vom Kunden auch gefunden werden, auch wenn die (jüngere) Zielgruppe nur noch mit dem Smartphone surft.

Bei der Planung und Realisierung einer Web-Präsenz sind konzeptionelle, technische, gestalterische und rechtliche Aspekte zu berücksichtigen. Zu den konzeptionellen Entschei­dungen gehört die Frage, ob man sich zusätzlich oder anstelle zur konventionellen Website für einen Blog entscheidet. Bei einem Blog werden aktuelle Inhalte in chronologischer Reihenfolge eingestellt und so tagesaktuelle Informationen vom und über das Unternehmen sowie verwandte Themen verbreitet.

Auch eine eigene Seite in sozialen Netzwerken, wie etwa Facebook, kann eine Ergänzung sein. Immer mehr Suchanfragen erfolgen über Smartphones. Deshalb sollten Webinhalte auf Mobilgerä­ten nicht einfach nur kleiner dargestellt, son­dern „intelligent“ angepasst werden, was erst bei rund 15 Prozent aller Unterneh­mens-Seiten der Fall ist. Die dafür notwen­dige Technik heißt „Responsive Webdesign“. Dabei werden Webseiten so programmiert, dass sie sich selbstständig auf das jeweilige Ausgabegerät optimal anpassen.

Aussagekräftige Domain
Die Wahl des Adress-Namens (Domain), unter dem ein Internet-Auftritt ab­rufbar ist, ist wichtig. Je einfacher, präziser und eingängiger die Domain-Adresse ist, desto besser. Eingebürgert hat sich eine Tätigkeits- oder Branchenbezeichnung z. B. „Hausverwalter“ oder „Immobilien“, gefolgt vom Firmennamen, also beispielsweise .hausverwalter.mueller.de. Da aber häufig vorkommende Namen schon verge­ben sind, muss man sich etwas einfallen lassen. So kann man sich beispielsweise überlegen, wonach potenzielle Kunden su­chen würden oder auf welche Bereiche sich das eigene Unternehmen spezialisiert hat (z. B. .gewerbe-immobilien-maier.de etc.).

Augenmerk auf die Startseite („Home­page“)
Die Startseite entscheidet über den ersten Eindruck und trägt viel dazu bei, ob Besucher weiterklicken oder länger verwei­len. Häufige Fehler sind nutzlose „Begrü­ßungsseiten“ oder schlecht gestaltete, auf­wändig animierte oder grafisch überladene Startseiten ohne Informationsgehalt, die den Besucher auf die Geduldsprobe stel­len. Besser ist eine einfache, klare Start­seite, die Seriosität ausstrahlt – mit weni­gen, aber professionellen und attraktiven Fotos, einer Kurzvorstellung, gegebenen­falls einer Sprachwahl, dem Menü und den Kontaktdaten. Sie sollte sofort erkennen lassen, dass es sich um Immobilien und konkret um das Hausverwaltungs-Unterneh­men Müller handelt.

Gute Seitennavigation, klares Layout
Wichtig ist, dass der Besucher die Struktur einer Seite auf Anhieb versteht und jederzeit erkennt: Wo bin ich? Woher komme ich? Wohin kann ich gehen? Ob man dazu Pulldown-Menüs, so genannte „Reiter“ oder eine seitliche Menü­leiste verwendet, ist eher Geschmackssache. Alle haben Vor- und Nachteile. Viel wichtiger sind treffende und eindeutige Menünamen, die Rückschlüsse auf den In­halt erlauben sowie eine richtige Zuordnung der Untermenüs. Ebenso wichtig ist eine gut lesbare Schrift (z. B. keine weiße Schrift auf hellgrauem Grund). Die Seiten sollten ein­fach, zurückhaltend und weder mit Text noch mit Bildern überladen sein. Animierte Ge­staltungselemente verbieten sich ange­sichts der Reiz- und Informationsflut im In­ternet von selbst. Eine Suchfunktion sollte ebenso selbstverständlich sein, wie eine so genannte „Sitemap“ (Inhaltsverzeichnis). Auch im Internet sollte man seinem „Offline“-Unternehmensauftritt (Corporate Identity) treu bleiben. Deshalb ist es sinnvoll, das Seitenlayout bzw. Design am bestehenden Unternehmensdesign zu orientieren (Firmen­logo, Farben, Schriftarten etc.).

Pflicht-Inhalte und die Kür
Zu den Pflicht-Rubriken gehö­ren „Unternehmen“ bzw. „Profil“, „Leistun­gen“, „Referenzen“, „Kontakt“ (inklusive An­gabe persönlicher Ansprechpartner), „An­fahrt“ (inklusive Geschäftszeiten und druck­barer Anfahrtsbeschreibung!) sowie das „Impressum“ (siehe auch folgender Absatz „Recht“).

Zur „Kür“ gehören mindestens ge­nauso sinnvolle Rubriken wie „Aktuelles“, „Service“, „Links“ oder „Download“. Dienen die Inhalte ausschließlich der Selbstdarstel­lung, wird für den Besucher der Anreiz, die Seite ein zweites Mal zu besuchen, eher ge­ring sein. Orientiert sich der Auftritt dagegen am Bedürfnis der Kunden und bietet er Zu­satznutzen, dann werden auch neue Besu­cher angelockt. Wichtig sind auf die Ziel­gruppe zugeschnittene Inhalte, z. B. kom­mentierte Linklisten, Tipps und Hinweise aus dem Immobilienbereich etc. Vor allem sollte man stets die Perspektive eines Besuchers und potenziellen Kunden einnehmen und sich daran orientieren, was er wissen will: Wie lange existiert das Unternehmen schon? Wer sind die Kunden? Ist das Unternehmen seriös und zuverlässig? Was unterscheidet das Unternehmen von anderen? Wer diese und weitere Fragen beispielsweise anhand kurzer Kundenstatements überzeugend be­antworten kann, hat schon viel erreicht.

Grafiken professionell einbinden
Neben Fotos möchte man manch­mal auch Grafiken, Pläne oder 3D-Objekte online präsentieren. Doch welches Daten­format eignet sich für welche Zwecke? Für Fotos hat sich das JPG-Format etabliert – es kann „Echtfarben“ (16,7 Millionen Farben) darstellen und weist eine relativ geringe Da­teigröße auf. Für die Abbildung einfacher Grafiken ist dagegen das GIF-Format sinn­voller. PNG, ein weiteres „Internet-Format“, vereint die Vorteile von JPG und GIF (verlust­freie Kompression, Farbtiefe und Transpa­renz). Während die Internet-Standardfor­mate für die Darstellung von Rasterbildern (JPG, GIF, TIF etc.) ohne zusätzliche Soft­ware auskommen, erfordern Vektordaten für die Anzeige von Plänen Software-Erwei­terungen (so genannte „Plugins“), was tech­nisch nicht immer funktioniert und Ladezei­ten hervorruft. Vorteile von Vektordaten: sie lassen sich ohne Qualitätsverlust zoomen, die Dateigröße ist vergleichsweise gering, was insbesondere z. B. für Grundrisspläne wichtig ist.

Aufgrund der Verbreitung des Adobe Readers ist das PDF-Format mittler­weile ein Standard nicht nur für Textdoku­mente, sondern auch für Pläne und inzwi­schen sogar für die dreidimensionale Ob­jektpräsentationen.

Rechtliche Aspekte beachten
Wer sein Unternehmen online prä­sentiert, muss erkennbar machen, wer hin­ter dem Auftritt steckt. Dazu sollte das Im­pressum folgende Angaben enthalten: Name und vollständige Anschrift (Straße, kein Postfach), ggf. Rechtsform des Unter­nehmens (GmbH, AG), Telefon-, Telefax-Nummer und E-Mail-Adresse (siehe auch www.anbieterkennung.de). Um sich vor Spam-Mails zu schützen, sollte das @-Zei­chen durch ein geschriebenes und in Klam­mern gesetztes (at), Beispiel: info(at)immo­bilien-maier.de, ersetzt oder die E-Mail-Adresse als Grafik eingefügt werden.

Bei Linkangaben sollte man darauf achten, dass man nicht versehentlich auf Seiten mit rechtswidrigem Inhalt verweist. So ge­nannte Disclaimer (Haftungsausschluss-Er­klärungen) sind zusätzlich empfehlenswert. Wichtiger sind klare Kennzeichnungen ex­terner Links, das Öffnen in eigenen Fens­tern sowie eine gelegentliche Überprüfung der Adressen. Vorsicht übrigens vor unerlaubtem Kopieren oder Einfügen von Web-Design(elementen), Texten, Fotos oder Gra­fiken, die von Dritten erstellt wurden. Dabei werden Urheberrechte verletzt – und das kann teuer werden.

Häufige Fehler erkennen und vermeiden
Zu langweilig, zu nichtssagend und altbacken – so präsentieren sich viele Unter­nehmensseiten im Internet. Die häufigsten Fehler sind vor allem gestalterischer und inhaltlicher Art. Häufig werden zu viele un­terschiedliche Farben, Schriften und grafi­sche Gestaltungselemente eingesetzt und sind nicht aufeinander abgestimmt. Viel­fach hat der Internet-Auftritt keine Bezüge zum sonstigen Unternehmensauftritt (Ge­schäftspapier, Prospekte, Fahrzeuge etc.). Eingestellte Fotos sind zu klein, unattraktiv, unscharf, unter- oder überbelichtet. Findet der der Besucher die Firmenhomepage zu unprofessionell, fällt das negativ auf das Unternehmen zurück.

Häufig sind Texte zu lang, viel zu werblich und nichtssagend formuliert oder nicht auf die Zielgruppe zu­geschnitten. Teilweise fehlen auch wichtige Inhalte wie eine Anfahrtsbeschreibung (möglichst inklusive Karte und ggf. Routen­planer), Öffnungszeiten oder eine Kontakt­möglichkeit per Kontaktformular oder E-Mail.

Website nicht sich selbst überlassen!
Der häufigste Fehler aber ist, dass eine Webseite nach deren Publikation sich selbst überlassen wird. Das reicht aber nicht aus, um von potenziellen Kunden und Geschäftspartnern gefunden zu werden. Geschicktes Online-Marketing, sinnvolle Schlagwörter für eine bessere Positionie­rung bei Suchanfragen und andere, so ge­nannte SEO-Optimierungsmaßnahmen (Search Engine Optimization) tragen dazu bei, das Ranking bei Suchmaschinen wie Google & Co. zu verbessern und Besucher­zahlen zu steigern. Damit der eigene Inter­net-Auftritt optimal zu finden ist und be­kannt wird, müssen nach dessen Publika­tion weitere Aktivitäten folgen, die aufeinan­der aufbauen und sich gegenseitig beeinflussen. Diese Aktivitäten übernehmen auf Wunsch Web-Dienstleister bzw. Web-Bau­kastenanbieter für Sie.

Checkliste für eine gelungene Firmen-Homepage

  • Einprägsame Adressnamen wählen: eine gute Web-Adresse, die kurz be­schreibt, was man offeriert, ist die „halbe Miete“.
  • Auf eine „Begrüßungs“-Startseite verzichten. Stattdessen: Aufmacherbild, Kurzvorstellung, Menü und Kontaktdaten.
  • Texte auf allen Seiten möglichst kurz fassen und auf Detailinformationen über Verlinkung weiterverweisen.
  • Klartext sprechen und Fachbegriffe sowie lange, verschachtelte Sätze, ebenso wie allzu werbliche Aussagen vermeiden.
  • Auf eine klare Menüstruktur mit allgemein üblichen Menü- und verständlichen Menüunterpunkten achten.
  • Schlecht belichtete oder aufgelöste, unprofessionell wirkende Fotos ebenso vermeiden wie Rechtschreib- oder Tippfehler.
  • Effekte vermeiden: Möglichst auf Animationen, Soundeffekte oder grafisch überladene Seiten verzichten.
  • Kontakthürden senken: Richten Sie einen Menüpunkt „Kontakte“ ein und platzieren Sie alle Kontaktdaten, inklusive Kontaktformular.
  • Mit Kunden werben: Beweisen Sie Ihre Kompetenz und die Qualität Ihrer Arbeit durch kurze Kundenzitate und Fotos.
  • Seite Up-to-date halten: Füttern Sie Besucher und Suchmaschinen mit neuen Informationen und aktualisieren Sie Ihre Seite regelmäßig.
  • Machen Sie mobil: Sorgen Sie dafür, dass Ihre Webseiten auch auf mobilen Endgeräten automatisch passend dargestellt werden.
  • Rühren Sie die Werbetrommel: eine Website zu erstellen reicht alleine nicht aus. Sorgen Sie dafür, dass Sie auch gefunden werden.

Autor: Marian Behaneck

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