Glosse

Würde gerne die Reset-Taste drücken

Ich weiß nicht, wie es Ihnen mit diesem Jahr 2020 ergeht. Ich würde gerne die Reset-Taste drücken und nochmal am 1. Januar anfangen – ohne Corona.

1105
 Bild: Pixabay/congerdesign
Bild: Pixabay/congerdesign

Was für ein Jahr!

Eigentlich gehen wir Verwalter ja mit Stress und ungewöhnlichen Situationen recht gut um. Kennen wir ja aus dem Alltag zur Genüge. Aber dieses vermaledeite „Corona-Jahr“ oder sollte ich lieber sagen „Corona-Jahre“, denn die Pandemie wird uns sicherlich noch 2021 erhalten bleiben, ist dann doch eine absolute Ausnahme.

Was hat das nicht alles in meinem Unternehmen bewirkt: Social Distancing, Online-Meetings, Homeoffice, fast keine Eigentümerversammlungen und vor allen Dingen: ein unterschwelliges mentales Vibrieren. Und das nicht im positiven Sinne. Mir fehlen einfach die Perspektive und die Sicherheit. Zu wissen, ob und wann es wieder „normal“ wird, sofern es ein Normal überhaupt wieder geben wird. Ich merke, dass ich dünnhäutiger und reizbarer geworden bin. Nicht nur im Job.

Meinen Kunden und Mitarbeitern geht es nicht anders. Da wird man schon mal wegen einer Kleinigkeit laut, wo man früher völlig entspannt war. Auszeiten und Entspannung fallen aus, da diese innere Unruhe auch im Privaten anhält und wir uns – gerade während des zweiten Lockdowns – nicht mehr auf Konzerten oder beim Essen mit Freunden entspannen können. Ich kann das nicht mehr, da ich mich ständig in erhöhter Achtsamkeit befinde. Gerade wegen der vielen Menschen, die in punkto Maske und Abstand nachlässiger geworden sind und so alle gefährden.

Was wir jetzt tun sollten ist zusammenhalten! Wir Verwalter untereinander und insgesamt als kleine und mittlere Unternehmen. Wir sind zwar das Rückgrat der Wirtschaft, werden aber von der Politik wenig geachtet und unterstützt. Helfen wir doch beispielsweise den darbenden Gastronomen damit, dass wir unseren Mitarbeitern anstatt der leider ausfallenden Weihnachtsfeier Gutscheine für ein Essen in diesem Restaurant schenken. So haben alle etwas davon und wir können vielleicht ein wenig zum Überleben des einen oder anderen Gastrobetriebs beitragen. Ansonsten schauen wir uns später mit großen Augen um und werden feststellen, dass unser Lieblingsrestaurant oder das Café um die Ecke nach der Corona-Krise nicht mehr da sind. Wäre doch schade.

Und warum sollten wir das tun? Weil es uns als Verwalter noch gut geht und wir es können. Anderen geht es viel schlechter.

Michael Friedrich

Michael Friedrich
Hausverwalter, Autor, Der Verwalter-Berater

◂ Heft-Navigation ▸

Artikel Würde gerne die Reset-Taste drücken
Seite 6
5.11.2024
Kolumne
Nach langer Pause bin ich mal wieder hingefahren. Meine Ziele waren einerseits, mit Kollegen über die Herausforderungen unserer Branche zu sprechen und andererseits die aktuellsten Infos rechtlicher...
9.1.2025
Microsoft 365
Einen etwas holprigen Start hatte Copilot als knapp 30 Euro teure Zusatzlizenz für Microsoft 365. Das lag nicht nur an den Kosten.
2.10.2025
Zum Abschied
Es ist soweit: Nach 14 Jahren als Chefredakteur der IVV werde ich Ende Oktober ins Rentnerleben hinüberwechseln. Mein Nachfolger im Amt, Christian Veh, ist gut eingearbeitet, freut sich auf die Themen...
3.4.2024
Kolumne
Seit einiger Zeit stelle ich fest, dass schriftliche Mitteilungen an meine Kunden kaum noch gelesen bzw. verstanden werden. Woran ich das festmache? Wie würden Sie das beurteilen, wenn Sie nach einem...
1.7.2025
Hausverwalter-Kolumne
Gerade lese ich den Post eines großen EDV-Anbieters für unsere Branche – der, an dem man nicht vorbeikommt. Der möchte mir als Verwalter erklären, wie ich beispielsweise ChatGPT für mein Tagesgeschäft...