Neubau mit modifizierbarem Nutzungskonzept

11.06.2016

Bezahlbarer und angemessener Wohnraum wird in deutschen Städten, Ballungszentren und Hochschulstandorten immer knapper. Das spüren vor allem Geringverdiener und Studenten. Dieser Mangel erfährt durch Flucht und Zuwanderung derzeit besondere Dynamik. Unterkünfte für Flüchtlinge sind dabei ein viel debattiertes Thema. Beim Bauvorhaben in Hannover wurde ein Nachnutzungskonzept gleich mitentwickelt.

BILD: obs/Wienerberger/Jens Krüger

Das Gebäude entstand in konventionellem Mauerwerksbau aus verfüllten Ziegeln. Es erfüllt alle Ansprüche an Wirtschaftlichkeit, Ökologie und Nachhaltigkeit. Zudem fügt es sich städtebaulich gut in das Quartier ein. Der Bauherr, das Wohnungsbauunternehmen Gesellschaft für Bauen und Wohnen Hannover mbH (GBH), gab vor: Das Haus solle in kurzer Bauzeit, zu niedrigen Miet- sowie Betriebskosten mit einer Nettogrundrissfläche von 209,95 Quadratmetern nach DIN 277 zu errichten sein - diese Vorgaben wurden erfüllt.

Das Architekturbüro ksw architekten empfahl eine hochwärmedämmende Gebäudehülle aus dem Poroton-S10-MW von Wienerberger in der Wandstärke 42,5 Zentimeter. Beim verfüllten Poroton-S10-MW kann auf eine künstliche, wartungsintensive Dämmung an der Fassade verzichtet werden.

Im Inneren ist das Haus als Vierspänner konzipiert - 13 Wohngruppen finden hier Platz. Jeweils vier Personen nutzen gemeinsam Bad und Küche. Die Einzelzimmer sind circa zehn Quadratmeter groß. Im Erdgeschoss befinden sich 150 Quadratmeter Gewerbefläche, unter anderem für die Betreiber der Unterkunft.

Weitsichtige Planung
In zehn Jahren sollen in dem Gebäude Sozialwohnungen entstehen. Deshalb wurde ein Teil der Innenwände in Leichtbauweise so umgesetzt, dass Grundrissänderungen problemlos sind. Vorgesehen sind 20 Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen von 37 bis 85 Quadratmetern. Zur Architektur-Biennale in Venedig wird dieses Vorzeigeprojekt der internationalen Fachwelt auf dem Portal "Making Heimat" vorgestellt.

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