Wohnungsmarkt

Neue Schwarmstädte: jung, trendy, günstig

12.03.2018

Junge Leute wollen bezahlbaren Wohnraum. Sie zieht es verstärkt in die aufstrebenden mittelgroßen Städte, wie einen aktuelle Analyse von immowelt.de zeigt.

Hippes, günstiges Magdeburg – immer mehr junge Leute zieht es in die Stadt, die mehr als ein attraktives Nachtleben zu bieten hat (Bild: Matthias Haberland/pixelio.de)

Insgesamt wurden 39 sogenannte Schwarmstädte in der Untersuchung von immowelt.de betrachtet. In diesen Orten leben überproportional viele junge Menschen gegenüber anderen Städten. Der Begriff Schwarmstadt ist dabei nicht zufällig gewählt. Sinnbildlich steigen überall im Land junge Menschen wie Vögel am Himmel auf und landen anschließend in einer Stadt als Schwarm.

Schwarmstädte sind mittelgroß, verfügen meist über eine Universität, bieten moderne Jobangebote und bezahlbaren Wohnraum. Sie vereinen all das, was junge Leute sich wünschen. In der aktuellen immowelt.de-Studie sind neben etablierten Schwarmstädten wie Berlin, Hamburg oder Frankfurt fügen sich nun Städte wie Chemnitz, Magdeburg und Schwerin ganz vorn auf der Beliebtheitsskala mit ein. Im Vergleich etwas teurer, aber dennoch beliebt, sind die süddeutschen Städte Fürth, Bamberg und Passau.

Viele neue Schwarmstädte im Osten

Während der Mietpreis pro Quadratmeter für Gesamtdeutschland im Schnitt bei 7,30 Euro liegt, locken viele der neuen deutschen Schwarmstädte mit günstigeren Angeboten. Vor allem der Osten Deutschlands hat ein neues Interesse geweckt. Chemnitz liegt preislich bei 5 Euro, Magdeburg bei 5,80 Euro, Schwerin bei 6,50 Euro und Erfurt bei 7,10 Euro durchschnittlich pro Quadratmeter. Die genannten ostdeutschen Städte verfügen alle, bis auf Schwerin, über eigene Universitäten. Schwerin bietet zumindest universitäre Außenstellen. Moderne Jobs im Forschungs- und Dienstleistungssektor sowie ein abwechslungsreiches Kulturangebot gehören ebenfalls zu den Vorzügen der neuen Schwarmstädte.

Mit einem durchschnittlichen Mietpreis von 9,50 Euro pro Quadratmeter tanzt Potsdam als Schwarmstadt ein wenig aus der Reihe. Punkten kann sie jedoch durch ihre Nähe zu Berlin, wo Kultur-, Arbeits- und Studienmöglichkeiten sowie ein abwechslungsreiches Nachtleben vorhanden sind. Berlin selbst gehört ebenfalls zu den etablierten Schwarmstädten, liegt jedoch preislich mit 10,50 Euro pro Quadratmeter etwas höher als seine Mitstreiter.

Süden ebenfalls beliebt

Neue Schwarmstädte haben sich beispielsweise auch in Bayern herausgebildet. Die kleineren Großstädte mit einem vielseitigen Kulturangebot und bezahlbaren Mieten sind attraktiv für Studenten und junge Berufstätige. Auch wenn die Mietpreise hier über dem deutschen Durschnitt liegen, sind sie im Vergleich zum etablierten München (17,10 Euro) deutlich günstiger. Bamberg, Passau und Fürth liegen bei je 9,00 Euro pro Quadratmeter.

Ingolstadt ist ebenfalls beliebt, obwohl der Mietpreis hier bei 11,50 Euro pro Quadratmeter liegt. Die Automobil- und Universitätsstadt überzeugt stattdessen mit einer Vielzahl an großen und mittelständischen Unternehmen als potenziellen Arbeitgebern.

Neben den neuen gibt es auch einen ganze Reihe an Städten, die schon seit längerer Zeit vermehrt junge Menschen anziehen. Im Vergleich zu den neuen Schwarmstädten sind die Mietpreise hier jedoch bereits oft sehr hoch. Dazu gehören zum Beispiel Hamburg und Freiburg mit 11,30 Euro und Frankfurt mit 12,90 Euro für den Quadratmeter. Gerade aufgrund der gestiegenen Mietpreise und der wenig freien Immobilien auf dem Markt, weichen viele junge Leute nun auf die neuen Schwarmstädte aus.

Für die Berechnung der durchschnittlichen Mietpreise in den 39 analysierten Städten wurden 182.530 auf immowlet.de inserierte Angebote als Datenbasis genutzt. Berücksichtigt hat man nur jene Angebote, die vermehrt nachgefragt wurden.

Kleinstädte attraktiv halten, Abwanderung eindämmen: Wohnangebote schaffen

In Großstädten und Ballungszentren wird der Wohnraum knapp. Mittelzentren und Kleinstädte können mit attraktiven Wohnungsangeboten und Jobofferten punkten und so neue Bewohner locken. Diesen Trend beobachtet die Zeitschrift IVV immobilien vermieten & verwalten. Regelmäßig berichtet sie darüber, welche Strategien kleinere Städte und die Wohnungswirtschaft entwickeln.

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