kwb Rheingau Taunus lässt Module montieren

Neun Wohnungen in knapp vier Monaten bezugsfertig

14.05.2019

Dank der Bauweise ist die Bauzeit extrem kurz. Das kommunale Unternehmen hat im hessischen Idstein vorgefertigte Stahlbeton-Raummodule übereinanderstapeln lassen. Hoher Besuch aus Berlin und Wiesbaden kam zur Inbetriebnahme des neuen Mietshauses.

Hoher Besuch zur Einweihung: (v. li.) Herbert Koch, erster Kreisbeigeordneter; Ditmar Joest, Geschäftsführer kwb; Axel Gedaschko, GdW-Präsident; Tobias Lechner, Lechner Group; Axel Tausendpfund, Vorstand VdW südwest.

Festpreis durch Rahmenvereinbarung

Es ist der Beginn einer größer angelegten Wohnbauoffensive, bei der rund 200 Wohnungen entstehen sollen. Die kwb in Idstein hat im ersten Schritt neun Wohnungen in modularer Bauweise errichtet. Grundlage hierfür war die Rahmenvereinbarung für serielles und modulares Bauen, die der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem Bundesbauministerium, der Deutschen Bauindustrie und der Bundesarchitektenkammer ins Leben gerufen hat. Die kwb ist das erste Unternehmen deutschlandweit, das ein Projekt auf Grundlage der Rahmenvereinbarung fertigstellt. Ein großer Vorteil der Rahmenvereinbarung des GdW für die Unternehmen sei der Festpreis, der bei Bestellung zugesichert werde, so der vdw Südwest in einer Presseerklärung. So bestehe Planungssicherheit, dass sich das Bauprojekt auch bei unvorhergesehener Verzögerung nicht weiter verteuert. Außerdem würden so neue Baukapazitäten bei Unternehmen aktiviert, die sich auf die serielle Vorfertigung von Baukomponenten verstehen. Ein Vorteil der Modulbauweise sei zudem die extrem kurze Bauzeit. Das Mehrfamilienhaus in Idstein wurde in acht Wochen errichtet und ist nun nach knapp vier Monaten bezugsfertig.

Hohe Qualität trotz kurzer Bauzeit

Für das Bauprojekt in Idstein wurden Stahlbeton- Raum-Module in Massivbauweise, mit hohem Vorfertigungsgrad durch die Lechner Group per Lkw auf der Baustelle angeliefert und dann per Kran aufeinandergestapelt und miteinander verbunden. Fenster, Bäder, haustechnische Installationen wie Elektro, Heizung und Trinkwasser waren bei Anlieferung der Module bereits fertiggestellt. Die Baukosten (Kostengruppen 300 + 400 brutto) liegen bei rund 2.350 Euro pro Quadratmeter. „Für uns war die Kostensicherheit bei gleichzeitig sehr hoher Qualität des Bauwerks ein entscheidender Vorteil für das Projekt“, erklärte Ditmar Joest, Geschäftsführer der kwb. „Ganz wichtig war jedoch auch die kurze Bauzeit und die damit einhergehende kürzere Belastung der Nachbarschaft. Dies hat erheblich zur Akzeptanz des Bauprojektes beigetragen.“ Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW reiste eigens aus Berlin an, um an der offiziellen Einweihung des Neubaus teilzunehmen. Sein Kommentar: „Das Projekt der  kwb in Idstein zeigt beispielhaft, dass damit schnell und in hoher Qualität bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird.“ Durch Typenhäuser entstünden optisch sehr ansprechende Häuser, die sich in keinster Weise von Mehrfamilienhäusern der klassischen massiven Bauweise unterschieden. Wie bei  diesem Thema erteilte Gedaschko einen Seitenhieb auf Bundes- und Landesregierungen: „Wir haben unseren Beitrag zumschnelleren Bauen geleistet, jetzt ist die Politik  am Zug. Wir brauchen bundesweit einheitliche Typengenehmigungen, damit Projekte wie das der kwb in Zukunft mit einer einzigen Genehmigung an vielen verschiedenen Standorten gebaut werden können.“

Der Vorstand des Verbands der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft, Axel Tausendpfund, schlug gleichlautende Töne an. Die neue schwarz-grüne Landesregierung habe im Koalitionsvertrag festgehalten, dass sie das serielle und modulare Bauen stärken möchte. Tausendpfund wörtlich: „Wir sind stolz, dass eines unserer Mitglieder als erstes Unternehmen in Deutschland gezeigt hat, welch hohe Qualität schnell und bezahlbar mit der GdW-Rahmenvereinbarung erstellt werden kann.“ Die Politik solle nun die Rahmenbedingungen verbessern, damit das serielle und modulare Bauen einen spürbaren Beitrag zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum leisten könne. Durch eine Vereinfachung der Genehmigungsverfahren würde die Attraktivität dieser Bauweise weiter gestärkt, was sich in niedrigeren Baukosten niederschlagen würde.

Suchbegriffe: GdWkwbvdw

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