Energieeffizienz

Abwärme von Rechenzentren kann Gebäude beheizen

Spätestens mit der Verabschiedung des Energieeffizienzgesetzes (GEG) im Bundestag machen sich immer mehr Rechenzentrumsbetreiber auf die Suche nach Abwärmeabnehmern, z.B. Gebäude- und Wohnungskomplexen. Derzeit fehlt jedoch oft das Bindeglied, das Rechenzentren und Wärmeabnehmer verbindet.

BILD: Adobestock/ smuki
BILD: Adobestock/ smuki

Rechenzentren sind eine wichtige, aber bislang kaum erschlossene Wärmequelle. Bei ihrem Betrieb entsteht kontinuierlich Abwärme durch die Kühlung der Server. Leider sind viele Rechenzentren technisch nicht auf das Recycling dieser Wärme vorbereitet und Abnehmer oft schwer zu finden. Doch immer mehr Vorreiter der Rechenzentrumsbranche erkennen das große Potenzial ihrer Abwärme und setzen ein Zeichen für den Klimaschutz.  

Ein Abwärme-Match gefunden, hat sich derweil bereits im Süden Berlins. Hier arbeitet DATA2HEAT mit dem Rechenzentrumsbetreiber NTT Global Data Centers daran, das wachsende Innovationsquartier Marienpark mit der Abwärme der dortigen NTT-Rechenzentren am Standort Berlin 2 zu versorgen. Der Marienpark gilt als eines der innovativsten Projekte Europas dieser Art ‒ ein Leuchtturm mitten in Berlin. Im nächsten Schritt soll die Wärme in umliegenden Wohngebieten in Berlin-Mariendorf über ein Nahwärmenetz bereitgestellt werden.

Aus warmer Luft wird angenehme Wärme

Die Projektpartner von Bytes2Heat sind davon überzeugt, dass die Nutzung der Abwärme zur Beheizung von Gebäuden beitragen kann und damit den Bedarf an fossilen Brennstoffen und CO2-Emissionen reduziert. Damit wird die Abwärmenutzung aus den Rechenzentren zu einem wichtigen Baustein der regionalen Energiewende und nachhaltigen Energieversorgung und gestaltet den Weg zu einer klimafreundlichen Zukunft. 

Aber: Selbst energetisch sanierte Räume lassen sich nicht mit einer Temperatur von um die 30 Grad ausreichend beheizen. Hier kommen Know-how und Technologie des frisch gegründeten Joint Venture DATA2HEAT ins Spiel. Der Zusammenschluss von GASAG Solution Plus und dem Immobilienentwickler Investa Real Estate wirkt wie ein Katalysator für die Nutzung von Wärme aus Rechenzentren. Bei optimaler Planung der Anlagen kann die warme Luft zu hochmodernen Wärmepumpen geleitet werden, die dann mit nur wenig zusätzlicher Energie effektive Nutzwärme in Höhe der benötigten Vorlauftemperatur erzeugen. Damit lassen sich vor allem Flächenheizungen und Lüftungsanlagen perfekt beheizen – im Sommer können dieselben Wärmepumpen zusätzlich Kälteenergie zur Verfügung stellen. Auf diese Weise können in der ersten Ausbaustufe im Marienpark 150.000 qm Gewerbefläche und im zweiten Schritt mehrere Tausend Wohneinheiten versorgt werden, größtenteils mit der CO2-neutralen Wärme aus dem NTT-Rechenzentrum "Berlin 2"

Wohnungsunternehmen gesucht

In der Kreisstadt Dietzenbach bei Frankfurt, nahe dem Internetknotenpunkt DE-CIX, startet Edge ConneX, ein Rechenzentrumsbetreiber, die technische Vorbereitung der Abwärmenutzung und sucht noch einen Abnehmer - Wohnungsunternehmen können sich melden.

Über das Innovationsprojekt zur Abwärmenutzung aus Rechenzentren: Das Innovationsprojekt zur Abwärmenutzung aus Rechenzentren ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt, das sich auf die Entwicklung innovativer Lösungen zur Nutzung der Abwärme aus Rechenzentren konzentriert. Das Projekt wird mit einem Verbund aus DENEFF e.V., empact GmbH und den Instituten IER und IVR der Universität Stuttgart von einem Team erfahrener Fachleute aus den Bereichen Energieeffizienz, Forschung und der ingenieurstechnischen Praxis geleitet und wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Es hat zum Ziel, die Abwärmenutzung aus Rechenzentren voranzubringen. 

Quelle: Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e. V. - DENEFF/ Gasag Solution Plus
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