Kostenexplosion in der Baubranche

Auch die Technische Gebäudeausrüstung treibt die Preise

Die enormen Preisanstiege in der Baubranche hinterlassen im Wohnungs- und Nichtwohnungsbau deutliche Spuren. Nicht nur Baumaterial sondern auch die Gebäudetechnik hat Einfluss auf die Teuerung.

Montage von Heizungsschächten in einer Lagerhalle: Stahlprodukte haben sich besonders stark verteuert. Foto: Adobestock/Tomasz Zajda
Montage von Heizungsschächten in einer Lagerhalle: Stahlprodukte haben sich besonders stark verteuert. Foto: Adobestock/Tomasz Zajda

Welcher Anteil auf die Technische Gebäudetechnik fällt, zeigen erstmals vorgestellte Ergebnisse einer BTGA -Studie auf dem verbandsübergreifenden dritten TGA-Wirtschaftsforum in Berlin. Über die Auswirkungen, Trends und mögliche Maßnahmen diskutierten mehr als 100 Architektinnen und Architekten, Fachplaner, sowie Verantwortliche im Projektmanagement, der Bauindustrie und der Immobilienwirtschaft. Veranstalter war unter anderem der Bundesindustrieverband Technische Gebäudeausrüstung (BTGA).

Wenn Stahl drin ist, wird es besonders teuer

Im Vergleich zum Jahr 2020 stieg der Preisindex bei der gesamten TGA bereits 2021 um 8,6 Prozent. Die Erwartungen für das Jahr 2022 liegen bei einer weiteren Steigerung von 10,5 Prozent gegenüber 2020, so die Prognose. Bei einer Betrachtung der TGA-Segmente Klima-, Kälte- und Lüftungstechnik zeigt sich jedoch, dass nicht alle Bereiche von dem Preisanstieg betroffen sind. Die Kosten für den Materialanteil liegen je nach Untergruppe laut der Prognose 2022 – 2025 bei bis zu 45,2 Prozent. Bei Stahl werden bei einem Materialanteil von 35,1 Prozent Kostensteigerungen von 12,5 Prozent für 2022 im Vergleich zu 2019 erwartet.

Manche Wunschvorstellung für das Bauen wird zunichte gemacht

Die zum Teil extremen Preisentwicklungen, Lieferengpässe und Fachkräftemangel in der Bauwirtschaft wirken sich in massiver Form kontraproduktiv auf die von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft erwartete Gestaltung des Bauwesens aus. Gleich, ob die dringend benötigten Neubauwohnungen oder die aus energie- und klimaschutzpolitischer Herausforderung zwingend erforderlichen energetischen Sanierungen im Gebäudebestand – die steigenden Preise und lange Lieferzeiten für viele Rohstoffe und Materialien machen manche Wunschvorstellung zunichte.

Mögliche Gegenmaßnahmen könnte eine vertraglich festgelegte Preisgleitklausel sein, die vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen und vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr im März auf den Weg gebracht wurde. Breiteren Aufschluss über die Preisentwicklung in der Gebäudetechnik in den kommenden Jahren soll die vom BTGA beauftragte Studie geben. Erste Ergebnisse der Studie stellte der Autor Marcel Dresse, B + L Marktdaten GmbH im Rahmen einer Pressekonferenz vor. Demnach werden künftige Bauaktivitäten durch steigende Preise und fehlendes Material bei Baumaterialien noch schwerer kalkulierbar sein.

Mehr dazu in der im Oktober erscheinenden IVV Sonderpublikation „Zukunft Wohnungswirtschaft“.

Autor: Uwe Manzke, IWP Wissenschaftsredaktion

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