Der Drohneneinsatz bei der Gebäudebegutachtung

Bevor eine Drohne in die Luft gehen kann, um ein Gebäude in Augenschein zu nehmen, bedarf es zwar einiger Vorbereitungen und Genehmigungen. Aber es lohne sich, teilt das kirchliche Wohnungsunternehmen Joesph-Stiftung mit. Seit Mitte des Jahres setzt das Unternehmen solch ein Fluggerät bei der Gebäudesicherung und zur Bestandserhaltung ein.

Die Begutachtung eines Gebäudes geht mit einer Drohne schneller, einfacher und günstiger als mit dem Gerüst oder der Hebebühne. BILD: Joseph-Stiftung
Die Begutachtung eines Gebäudes geht mit einer Drohne schneller, einfacher und günstiger als mit dem Gerüst oder der Hebebühne. BILD: Joseph-Stiftung

Rudolf Klieve ist bei der Joseph-Stiftung verantwortlich für Verkehrs- und Gebäudesicherung. Dafür hat er die dafür notwendigen Prüfungen abgelegt und ist zum Fliegen verschiedener Drohnenklassen berechtigt. Bevor die Drohne zu einem Check abheben kann, muss der Pilot verschiedene Dokumente auf seinem Tablet durchgehen:

Sind alle Genehmigungen vorhanden? Wurden die Anwohner informiert? Ist niemand in der Nähe? Wie ist die Wetterlage?

Der erste Flug fand Mitte Juli in einer Wohnanlage am Zwinger in Bamberg statt.  Hier in der Wohnanlage der Joseph-Stiftung am Zwinger im Bamberger Haingebiet berichteten mehrere Anwohner von sich lösenden und herabfallenden Dachziegeln. Zudem fand man im Innenhof der Anlage Dachziegel. 

Fachartikel der IVV (aus Heft 04/21): Alles, was es rund um den Einsatz einer Drohne zu beachten gibt

Eine gute Drohne ist mit einer hochauflösenen Kamera ausgestattet, die auch Videos aufnehmen kann. Der Vermieter ist verwantwortlich dafür, dass herabfallende Teile vom Gebäude keinen Schaden anrichten, insbesondere nicht Menschen verletzen können. Mit regelmäßigen Sicht- und Materialprüfungen mithilfe des Flugobjekts, kann ein Vermieter Beschädigungen und Gefahren für unsere Mieterinnen und Mieter minimieren.

Vor dem Flug kommt die Prüfung

Bevor er im Juli seinen ersten Flug absolvieren konnte, hat die Fachkraft für Verkehrs- und Gebäudesicherung einen zweifach geprüften Drohnenführerschein abgelegt. Erst durch den Führerschein ist Herr Klieve bei der Joseph-Stiftung berechtigt, die Drohne zur Gefährdungsbeurteilung an Gebäuden einzusetzen. „Vor dem heutigen Einsatz der Drohne mussten alle behördlichen Genehmigungen eingeholt werden, die von Kommune zu Kommune unterschiedlich sind. Alle Mieter und Mieterinnen der Wohnanlage und das Straßenaufsichtsamt mussten im Vorfeld per Aushang informiert werden“, beschreibt Rudolf Klieve die Vorbereitung eines Drohneneinsatzes. Zudem seien vorab datenschutzrechtliche Bestimmungen mit dem Datenschutzbeauftragten der Joseph-Stiftung abgeklärt wurden, erläutert Klieve weiter.

Drohne lohnt sich

Trotz dieser aufwendigen Vorbereitung lohnt sich der Drohneneinsatz im Vergleich zu konventionellen Methoden der Gebäudebegutachtung, findet das Wohnungsunternehmen Joseph-Stiftung. Mit einer Drohne könne schnell ein ganzes Quartier überflogen werden oder auch unzugängliche Orte begutachtet werden. „Die Drohne ist eine sinnvolle und effektive Ergänzung zu etablierten Methoden der Gebäudesicherung und bietet mehr Flexibilität in Sachen Zeit und Einsatzmöglichkeit“, fasst Klieve zusammen.

In den kommenden Wochen und Monaten wird die Drohne in verschiedenen Städten, in denen die Joseph-Stiftung Wohnungsbestände hat, eingesetzt. Dazu zählen Bamberg, Nürnberg, Erlangen oder Ansbach. „Aber immer mit allen Genehmigungen und mit Vorankündigung bei den Bewohnern“, versichert Klieve und packt seine Drohne wieder in den Koffer.

Quelle: Joseph-Stiftung

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