VDIV Deutschland stellt 8. Branchenbarometer vor

Deutlich mehr Verwalter bilden aus

Immer weniger Wohnungseigentumsanlagen werden energetisch modernisiert. Zu diesem Ergebnis kommt die diesjährige Befragung des VDIV unter Immobilienverwaltern.

Immobilienverwalter sorgen verstärkt für die Nachwuchsausbildung. Foto: Adobstock/Metamorworks
Immobilienverwalter sorgen verstärkt für die Nachwuchsausbildung. Foto: Adobstock/Metamorworks

Für das 8. Branchenbarometer konnte der Verband der Immobilienverwalter Deutschland (VDIV) die Antworten von bundesweit 469 Immobilienverwaltern auswerten. Die Umfrage wurde zwischen Mitte Januar und Anfang April 2020 onlinebasiert und anonym durchgeführt. Nur 26,9 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, im vergangenen Jahr energetische Sanierungsmaßnahmen begleitet zu haben. Dieser Wert bilde den Tiefpunkt, seitdem der VDIV Deutschland diese Zahl erhebt. Vor vier Jahren habe er noch bei 44,2 Prozent gelegen. Entsprechend schleppend komme beispielsweise der Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Mobile in Wohngebäuden voran.

Entwicklung der Vergütung

Für im Bestand betreute Eigentumswohnungen seien die Vergütungssätze der Verwalter im Jahr 2019 lediglich um inflationsbereinigte 1,2 Prozent gestiegen, in der Mietverwaltungen sanken sie real um 0,6 Prozent. „Die Vergütungssätze halten seit Jahren nicht Schritt mit den stetig wachsenden Anforderungen durch Gesetzgeber und Kunden”, betont VDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler.

Geschäftsfelder der Verwaltungen

Die WEG-Verwaltung sei nach wie vor das wichtigste Standbein von Immobilienverwaltungen. Sie bildeten für 94 Prozent der befragten Unternehmen einen Tätigkeitsschwerpunkt und liege damit nur geringfügig unter dem Niveau des vorigen Branchenbarometers (95,9 Prozent). Nach einem Rückgang im vergangenen Jahr auf 80,5 Prozent sei der Anteil der Unternehmen, die einen Schwerpunkt in der Mietverwaltung haben, auf 85,9 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung spiegele sich wider in der Verteilung des Jahresumsatzes: Während die WEG-Verwaltung nun 56,1 Prozent ausmache (Vorjahr: 57,1 Prozent), seien es in der Mietverwaltung 19,2 Prozent (Vorjahr: 18,6 Prozent).

Für das laufende Jahr erwarten die befragten Unternehmen Umsatzsteigerungen von 2,6 Prozent im gewichteten Durchschnitt und eine Steigerung des Betriebsergebnisses um 15,9 Prozent. Inwieweit sich die vor Beginn der Corona-Pandemie geäußerten Erwartungen im Zuge der derzeitigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen erfüllen werden, bleibe abzuwarten.

40 Prozent mehr Ausbildungsbetriebe

Leichte Veränderungen zeigten sich bei der Zahl der durchschnittlich in Immobilienverwaltungen beschäftigten Mitarbeiter. Sie habe sich zuletzt von 10,3 auf 10,9 erhöht. Die Ausbildungstätigkeit in der Branche habe auch in diesem Jahr weiter zugenommen. 29,9 Prozent der befragten Unternehmen bildeten 2019 aus und damit über 40 Prozent mehr als in der Vorjahreserhebung.                 

Das 8. VDIV-Branchenbarometer mit den ausführlichen Ergebnissen kann kostenpflichtig unter www.vdiv.de/branchenbarometer  bestellt werden.     (Red.)

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