Gründungswelle in Bayern

Deutschlands älteste Wohnungsgenossenschaft wird 150 Jahre

Die Baugenossenschaft München von 1871 eG wird im Jubiläumsjahr zwei neue Häuser bauen.

Verbandsdirektor Hans Maier übergibt ein Jubiläumsschild der Wohnungswirtschaft an Vorstand Sandra Marko. Foto: VdW Bayern/Andreas Heddergott
Verbandsdirektor Hans Maier übergibt ein Jubiläumsschild der Wohnungswirtschaft an Vorstand Sandra Marko. Foto: VdW Bayern/Andreas Heddergott

Die Münchner Baugenossenschaft von 1871 eG ist ein Vorreiter im Freistaat Bayern. Sie wurde vor 150 Jahren am 28. Oktober 1871 gegründet. Heute hat Deutschlands älteste bestehende eingetragene Genossenschaft 942 Wohnungen und 1.400 Mitglieder. Im Jubiläumsjahr werden zwei neue Häuser mit 95 Wohnungen gebaut. „Eine Konstante zieht sich durch unsere Geschichte“, sagt Vorstand Sandra Marko: „Gute, sichere und bezahlbare Wohnungen für die Genossenschaftsmitglieder.“ Die Durchschnittsmiete liegt aktuell bei rund 6,00 Euro pro Quadratmeter.

Der Münchner Wohnungsmarkt ist seit vielen Jahren als das teuerste Pflaster in Deutschland bekannt. So schlimm die Lage für viele Wohnungssuchende heute auch sein mag – die Situation ist kein Vergleich zum 19. Jahrhundert. Vor 150 Jahren war der Wohnungsmarkt vollkommen unreguliert, Wohnungen waren teuer, oft überbelegt und die hygienischen Bedingungen ließen zu wünschen übrig. Abhilfe versuchten Bürger nach englischem Vorbild zu schaffen. Sie sammelten Geld für den Bau von gesunden Wohnungen für die „kleinen Leute“. Ein Meilenstein in Deutschland war das erste Genossenschaftsgesetz von 1889, das eine begrenzte Haftungspflicht der Mitglieder vorsah und zu einer Gründungswelle von Genossenschaften führte. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Baugenossenschaft München von 1871 bereits die ersten Grundstücke gekauft und 44 Wohnungen errichtet. Es folgte der Bau weiterer Wohnanlagen, die Fusion mit der Baugenossenschaft Selbsthilfe, Kriegszerstörungen und Wiederaufbau.

Erfolgsgeschichte Wohnungsgenossenschaft

„Die Rechtsform Wohnungsgenossenschaft ist eine absolute Erfolgsgeschichte“, sagt Hans Maier, Vorstand beim Verband bayerischer Wohnungsunternehmen. Im Verband sind 490 sozial orientierte Wohnungsunternehmen organisiert – davon 350 Genossenschaften. „Gründungen gab es historisch immer, wenn es auf den lokalen Wohnungsmärkten besonders eng wurde“, berichtet Maier. Am Ende des 19. Jahrhunderts, nach den beiden Weltkriegen und auch in den letzten Jahren. Seit 2015 wurden 32 neue Genossenschaften in den Verband bayerischer Wohnungsunternehmen aufgenommen. „Damit ist Bayern bundesweiter Spitzenreiter“, freut sich der Verbandsdirektor.

Wohnen in Gemeinschaft

Bei den Neugründungen steht oft ein partizipativer Ansatz im Vordergrund. Diesen Weg geht auch die Baugenossenschaft München von 1871 bei den neuen Häusern im Stadtviertel München-Blumenau. Geplant sind ein Gemeinschaftsraum, Hochbeete zum gemeinsamen Gärtnern, Lastenräder für die Bewohner und eine Fahrradwerkstatt. „Hier schließt sich der Kreis wieder. Wir wollen bewusst den Genossenschaftsgedanken aufleben lassen“, erklärt Vorstand Sandra Marko. Schließlich hätten sich die Mitglieder bei den ersten Bauprojekten der Genossenschaft auch stark engagiert. (Red.)

 

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