Klimaschutz-Sofortprogramm Bereich Immobilien

Gut gemeint, aber nicht gut gemacht?

Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA), Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, sieht das von der Partei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vorgestellte Klimaschutz-Sofortprogramm als nicht ausgereift an. Zwar sei es richtig, wie von den Grünen gefordert, Planung und Baubeschleunigung gebündelt auf den Weg zu bringen und die Förderung von Klimaschutz zu erweitern. Man mute der Immobilienwirtschaft jedoch insgesamt zu viel zu.

Alle Akteure müssten nun endlich an einen Tisch. Zum Thema Klimaschutz, energetische Gebäudesanierung und CO2-Verringerung im Gebäudesektor gibt es Gesprächsbedarf. Der ZIA steht u.a. für einen "Pakt fürs Klima" bereit. BILD: Adobestock/ Ingo Bartussek
Alle Akteure müssten nun endlich an einen Tisch. Zum Thema Klimaschutz, energetische Gebäudesanierung und CO2-Verringerung im Gebäudesektor gibt es Gesprächsbedarf. Der ZIA steht u.a. für einen "Pakt fürs Klima" bereit. BILD: Adobestock/ Ingo Bartussek

Ein Kritikpunkt des ZIA ist unter anderem, dass eine allgemeine ‚Solarpflicht‘ bei Neubau und umfangreichen Sanierungen lediglich das Bauen und die Modernisierung des Gebäudebestands weiter verteuern würde, ohne maßgeblich zum Klimaschutz beizutragen.

ZIA-Präsident Andreas Mattner plädiert für Maßnahmen, die technologieoffen, wirtschaftlich tragfähig und klimaschützend zugleich sein sollten.

Auch sei die pauschale Regelung, die Kosten für steigende CO2-Preise einseitig Hauseigentümern aufzubürden, nicht durchdacht. Es müsse aufgerechnet werden, wieviel der Vermieter bereits in eine energetische Sanierung investiert habe, alles andere gäbe falsche Ansätze und wäre ungerecht.  

ZIA entwickelte differenziertes Modell für Aufteilung der CO2-Kosten

Auch nach Auffassung des Interessenverbandes müsse die Quote der energetischen Sanierung steigen. Anreiz hierfür wäre ein differenziertes und faires Modell für die Aufteilung der CO2-Kosten - zum Beispiel aus dem Hause ZIA. Die würde Vermieter- und Mieterinteressen ausgleichen.

Die angekündigte Erhöhung der energetischen Standards beim Gebäudeenergiegesetz bei Neubauten auf KfW 40 und bei Sanierungen auf KfW 55 lehnt der ZIA ebenfalls ab. Es hätte sich schon lange herausgestellt, dass beim Wohnen auf diesem Weg viel Geld mit wenig Effekt in Dämmung mit einer schlechten cradle to cradle Bilanz verpufft, während bei den meisten Gewerbeimmobilien Dämmung gar zu mehr Kühlung und damit einer negativen Ökobilanz führt.

„Die Ansätze sind alle gut gemeint, aber nicht durchdacht. Unter Beachtung des Wirtschaftlichkeitsgebots und der Technologieoffenheit sind die jetzigen Anforderungen im GEG 2020 insbesondere für Nichtwohngebäude gerade noch erfüllbar, eine weitere Verschärfung wäre nicht zielführend“, erläuterte der ZIA-Präsident.

Quelle: ZIA

CO2-Kostenaufteilung bei Gebäuden: Vermieter sollen jetzt doch nichts zahlen

Im Januar 2021 war innerhalb der Koalition scheinbar über ein solches differenziertes Modell beraten worden, bei dem sich
die Aufteilung der Kosten an der Energieeffizienz von Gebäuden orientieren sollte, wollte die Deutsche Presse-Agentur aus
Regierungskreisen erfahren haben. Damals hieß es, dass bei „schlecht renovierten“ Gebäuden Vermieter mehr als 50 Prozent der Mehrkosten aus der CO2-Bepreisung übernehmen sollten, bei „gut sanierten“ Gebäuden weniger als die Hälfte. Damit sollten Vermieter belohnt werden, wenn sie zuvor in Energieeffizienz investiert haben.

Quelle: Haufe

Ein Mieter, der ohne Grund den Zutritt zur Wohnung verweigert, obwohl der Vermieter einen Grund für die Besichtigung und damit auch das Recht zur Besichtigung hat, ist für viele Vermieter ein großes Ärgernis. Diese Verweigerung stellt zwar eine Pflichtverletzung...
Printer Friendly, PDF & Email
13.2.2020
Projektentwicklung
Schadstoffe reduzieren? Sauerstoff produzieren? Flächenverbrauch senken? Hört sich alles prima an und bezieht sich auf das Wohnhochhaus "Moringa" im Quartier Elbbrücken in Hamburg, das derzeit...
23.6.2021
Diskussion Klimaschutz und Neubaustandards
Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA), Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, veranstaltete den Tag der Immobilienwirtschaft 2021 am 24.6. live im ZIA-Hauptstadtstudio. Zu Gast waren Armin Laschet...
13.3.2019
Nutzung von Abwasserkanalwärme
Die Projektpartner Stadt Aachen, gewoge AG und STAWAG haben rund 380 Wohnungen ̶ 41.100 Quadratmeter in 40 Gebäuden ̶ von Stadt und gewoge im Projekt EU-GUGLE saniert. Die Wohnhäuser kommen nach der...
13.11.2020
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der Deutscher Mieterbund (DMB) fordern, dass der ab 2021 geltende CO2-Preis für Heizungen vollständig von den Vermietern getragen wird.
16.9.2020
Eine Gemeinschaft von Wohnungseigentümern teilt sich etliche Bestandteile der Immobilie. Der Eingang und das Treppenhaus, Aufzug und Funktionsräume im Keller zählen in der Regel zum...
21.9.2021
Auf 8.000 qm Fläche entsteht im direkten Berliner Umland in Blankenfelde-Mahlow ein neues Wohnquartier. Hier baut die Hilfswerk-Siedlung GmbH (HWS) in Kooperation mit der Deutschen Reihenhaus AG 26...