Die Abfolge von Pandemie und freiheitsbeschränkenden Maßnahmen hat einen Angebotsschock quer durch die Volkswirtschaft mit einem unmittelbar nachfolgenden Nachfrageschock ausgelöst. Die Corona-Krise zwingt auch die Bauwirtschaft zu einer Neubewertung der Erwartungen.
Die Forschungsinstitute erwarten einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr um 4,2 %. Besonders betroffen sind der Einzelhandel, der Tourismus und die Dienstleistungen, alles Bereiche, die den Wirtschaftsbau im vergangenen Jahr getragen haben. Dieser Rückgang sorgt in dieser Bausparte nominal für ein Minus von 3,5 % bzw. real von ca. 7 %.
Auch die öffentliche Hand leidet unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie
Der Ausfall an Steuern beträgt laut aktueller Steuerschätzung 100 Mrd. Euro. Davon betroffen sind alle staatlichen Ebenen, besonders hart trifft das die Kommunen, die neben Steuerausfällen auch höhere Sozialabgaben zu verkraften haben. Gleichzeitig sind die Kommunen mit einem Anteil von 60 % der wichtigste Auftraggeber öffentlicher Bauinvestitionen.
Nur für den Wohnungsbau rechnet das Baugewerbe mit einem Umsatzplus (nominal) von nur 3 %. Stützend wirkt hier der auch in den letzten Jahren nicht abgebaute Bedarf an Wohnungen. Die Nachfrage ist in dieser Bausparte noch nachhaltiger. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie werden wohl eher temporär sein.
Sanierungsstau immens - Rettungsschirm gefordert
"Wir unterstützen die Forderung des Städtetags nach einem kommunalen Rettungsschirm, um die Handlungsfähigkeit der Kommune aufrechtzuerhalten. Denn der Sanierungsstau in der öffentlichen Infrastruktur ist weiterhin immens," sagt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe. "Leider tritt die Wirksamkeit eines solchen Rettungsschirms erst zeitverzögert ein, sodass wir beim öffentlichen Bau von einem nominalen Nullwachstum ausgehen."
Quelle: Zentralverband Deutsches Baugewerbe










