Corono-Pandemie

Kaum Auswirkungen auf die Zahlungen der Wohnungsmieten im Norden

Eine Umfrage der norddeutschen Immobilienverbände unter 1.000 Unternehmen sowie privaten Vermieter:innen ergab: Bei Mietwohnungen kommt es kaum zu Zahlungsrückständen aufgrund der Corona-Krise. Dramatisch ist dagegen die Lage zum Teil bei Gewerbemietflächen. Vermieter und Gewerbemieter würden aber vielfach Vereinbarungen treffen, die unter der Vertragskündigung liegen.

Stundung und Reduzierung: Noch können sich Vermieter und Gewerbemieter verständigen. Foto: Adobestock/Doc Rabe Media
Stundung und Reduzierung: Noch können sich Vermieter und Gewerbemieter verständigen. Foto: Adobestock/Doc Rabe Media

Es war bereits die die vierte gemeinsame Mietenumfrage des BFW Landesverbands Nord, des Grundeigentümer-Verbands Hamburg, des IVD Nord sowie des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), die im Mai 2021 durchgeführt wurde. Knapp 1.000 Unternehmen sowie private Vermieterinnen und Vermieter aus Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein beteiligten sich an der Befragung der Verbände. Insgesamt 8.468 Gewerbemietverträge wurden dabei erfasst. 13 Prozent davon seien als Folge der Coronapandemie von Zahlungsausfällen betroffen. Besonders schwierig sei die Lage erwartungsgemäß in der Hotellerie und Gastronomie sowie im Einzelhandel. „In diesen Branchen ist die Situation dramatisch. Zum Teil fällt die Hälfte aller Mieten aus“, so die Verbände. In zwei Dritteln der Fälle hätten die Mietparteien bereits Zahlungsvereinbarungen getroffen. Die Vermieterinnen und Vermieter gewährten Stundungen oder Ratenzahlungen oder erließen Teile der Miete. 

„In der Krise zeigt sich sehr deutlich: Mieter und Vermieter sind keine Gegner, sondern Partner“, so die Einschätzung der Verbände. „Dort, wo es Probleme gibt, finden die Betroffenen in den allermeisten Fällen selbst gute Lösungen – unbürokratisch und pragmatisch, ganz ohne gesetzlichen Druck.“

Wohnungsmieten: weniger als ein Prozent betroffen

Schon im vergangenen Jahr hatten die Umfragen der Verbände gezeigt, dass die Zahlungen der Wohnungsmieten deutlich weniger von der Coronapandemie betroffen sind als die Gewerbemieten. Dies bestätige sich auch im Mai: Aktuell komme es bei weniger als einem Prozent der rund 480.000 untersuchten Wohnraummietverhältnisse coronabedingt zu Zahlungsverzögerungen. Für mehr als 70 Prozent dieser Fälle wurden bereits individuelle Vereinbarungen zur Zahlung der Miete getroffen. (Red.)

Printer Friendly, PDF & Email
27.3.2024
Homeoffice-Quote von 25 Prozent
84 Prozent aller Unternehmen in Deutschland wollen auch in Zukunft an Homeoffice-Regelungen festhalten. Daraus resultiert ein Minderbedarf an Büroflächen in den Top 7 Städten von zwölf Prozent bis zum...
14.2.2024
Digitalisierung der Immobilienbranche
Die Immobilienbranche erlebt durch Digitalisierung, Streben nach Klimaneutralität und ESG-Kriterien einen tiefgreifenden Wandel, der ohne innovative Ansätze undenkbar wäre. PropTechs, junge...
8.5.2025
Zubau von Photovoltaik-Anlagen
Solarstromanlagen werden in diesem Jahr voraussichtlich privaten und industriellen Verbrauchern in Deutschland mehr Strom zur Verfügung stellen als heimische Braunkohlekraftwerke. Das bilanziert jetzt...
28.5.2024
Klimaschutz für WEG-Objekte
Für die meisten WEG ist die energetische Gebäudesanierung eine unlösbare Aufgabe. Eigentümern fehlt es an Informationen und Kapital, Immobilienverwaltungen an Kompetenz, Personal und Extra-Vergütungen...
30.12.2024
Wohnungslosigkeit auf dem Land
Wohnungslosigkeit gibt es auch auf dem Land. Darauf weist der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hin. Der LWL arbeitet nach dem Housing First-Konzept und hat in 24 Monaten 56 Wohnungen an...
2.1.2025
Umfrage unter Wohnungsunternehmen
Fast ein Drittel der sozial orientierten Wohnungsunternehmen in Bayern wollen 2025 ihre Neubauinvestitionen erhöhen. Insgesamt sind 4.500 Mietwohnungen geplant. Grundlage dieser Aktivitäten bildet die...