Prognose: Ausgaben contra Einnahmen

Kostendeckung als wirtschaftlicher Spagat

Insbesondere sozial orientierte Wohnungsunternehmen geraten immer stärker unter Kostendruck: Seit Jahren stark steigende Ausgaben können nicht ausreichend durch die Erhöhung der Mieteinnahmen ausgeglichen werden. Die Domus Consult liefert eine Hochrechnung der künftigen Unterdeckung.

Die Kosten der Wohnraumbewirtschaftung steigen seit Jahren deutlich stärker als die Mieteinnahmen. Wie setzt man erfolgreich Steigerungen der Sollmieten durch? Bild: AdobeStock/ Fovito
Die Kosten der Wohnraumbewirtschaftung steigen seit Jahren deutlich stärker als die Mieteinnahmen. Wie setzt man erfolgreich Steigerungen der Sollmieten durch? Bild: AdobeStock/ Fovito

Für ihre Prognose hat Domus Consult Wirtschaftsberatungsgesellschaft mbH zunächst Werte relevanter Bereiche der letzten zehn Jahre ermittelt. Demnach seien die Baukosten für Sanierungen jährlich um 5,3 Prozent und beim Neubau um 4,8 Prozent gestiegen. Erhaltungsaufwendungen hätten sich im Schnitt jedes Jahr um 3 Prozent verteuert, Verwaltung und Personal um 2,5 Prozent. Alle diese Werte lagen über dem Verbraucherpreisindex und stellen somit überdurchschnittliche Preissteigerungen dar. Jedoch seien mit den Sollmieten die Einnahmen der Wohnungsunternehmen nur um durchschnittlich 1 Prozent pro Jahr gestiegen, ermittelte das Unternehmen rückblickend.

In ihrer Hochrechnung bezogen auf das Jahr 2025 prognostiziert die Domus Consult Werte der Ausgaben und Einnahmen für zwei Dekaden: So würde demnach aus Baukosten von 1 Euro in der Sanierung in zehn Jahren 1,59 Euro werden und in 20 Jahren 2,67 Euro. Die Sollmieten würden hingegen von 1 Euro auf 1,09 Euro in zehn Jahren bzw. 1,21 Euro in 20 Jahren anwachsen.

Besonders deutlich ließe sich die langfristig entstehende Schere prozentual ausdrücken. So würden die Einnahmen aus den Sollmieten nach 20 Jahren um 21 Prozent zunehmen. Demgegenüber stehen in 20 Jahren diese zu erwartenden Steigerungen:

  • 167 Prozent bei den Baukosten für Sanierungen
  • 144 Prozent für den Neubau
  • 75 Prozent für Erhaltungsaufwendungen sowie 
  • 60 Prozent für Verwaltung und Personal.

Die Berater argumentierten, dass die Bewältigung der Anforderungen durch den demografischen Wandel und den Klimaschutz nicht nur Herausforderungen, sondern auch Chancen biete. Durch eine starke Einnahmenseite könne die Wohnqualität auf dem jeweiligen Stand der Technik und die Werterhaltung nachhaltig umgesetzt werden. Das käme letztlich den Mietern wieder zu Gute. Auch die noch zögerlichen kommunalen Wohnungsunternehmen sowie Genossenschaften könnten sich längerfristig nur schwer der Bürde von Mieterhöhungen entziehen, um künftig wirtschaftlich zu handeln.

 

Quelle: DOMUS Consult Wirtschaftsberatungsgesellschaft mbH

Redaktion (allg.)

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