BBU „Gewohnt gut“-Auszeichnung im Oktober

Neues Zuhause für 25 Menschen mit Demenz

Nach jahrelangem Leerstand hat die GeWi Eisenhüttenstadt Ende 2018 einen unter Denkmalschutz stehenden Ziegelbau einer neuen Nutzung zugeführt. In den oberen drei Geschossen hat das Wohnungsunternehmen gemeinsam mit der AWO drei Wohngemeinschaften als neues Zuhause für 25 Menschen mit Demenz geschaffen, im Erdgeschoss ist in Partnerschaft mit der Volkssolidarität die erste Tagesstätte für psychisch kranke Menschen entstanden. Dieses Projekt wurde jetzt mit dem „Gewohnt gut – fit für die Zukunft“-Qualitätssiegel ausgezeichnet. 

Gruppenfoto und Objektfoto des Gewohnt Gut-Projekts in Eisenhüttenstadt. BILD: BBU/ Schubert
Gruppenfoto und Objektfoto des Gewohnt Gut-Projekts in Eisenhüttenstadt. BILD: BBU/ Schubert

Mit dem Umbau eines zuvor leerstehenden Mehrfamilienhauses im Stadtzentrum von Eisenhüttenstadt erweitert die Eisenhüttenstädter Gebäudewirtschaft GmbH (GeWi) ihr Portfolio um eine spezielle Wohn- und Betreuungsform.

Wegen strenger Auflagen des Denkmalschutzes durfte das Gebäude in seiner Kubatur kaum verändert werden. Deshalb erfolgten die Umbaumaßnahmen durch Grundrissänderungen im Inneren des Gebäudes. Es wurde ein Aufzug eingebaut und entsprechende Bewegungsflächen geschaffen. Die drei Wohngemeinschaften bestehen aus jeweils sieben bis neun Zimmern für die Senior*innen, sowie großer Küche, mehreren Bädern, großzügigem Balkon (25 m2) und einem weitläufigen Gemeinschaftsraum.

Nachfrage nach speziellen Wohn- und Betreuungsformen ungebremst

BBU-Vorständin Maren Kern gratuliert dem Unternehmen: „Die GeWi Eisenhüttenstadt hat hier eine große Bedarfslücke geschlossen. Menschen mit Demenz können in den eigenen vier Wänden im angestammten Quartier leben statt in einem Pflegeheim. Das Konzept ermöglicht eine weitgehend normale Alltagsgestaltung. Und die Angebote in der Tagesstätte können eine gute Alternative zu Klinikaufenthalten bieten und Menschen beim beruflichen Wiedereinstieg unterstützen. Auch mit Blick auf die günstigen Mieten hat die GeWi ein wirklich gelungenes Projekt umgesetzt, mit dem sie ihrer sozialen Verantwortung für die Stadt sehr gerecht wird.“

Rainer Genilke, Staatssekretär für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, sagt anlässlich der Vergabe des Siegels: „Eisenhüttenstadt bekommt die Auswirkungen des demografischen Wandels sehr deutlich zu spüren und hat dementsprechend einen großen Bedarf an altersgerechten Wohnungen und eben auch an Angeboten für Menschen mit Demenzerkrankung. Da ist es vorbildlich, wenn die GeWi nicht nur ein solches Angebot ermöglicht, sondern gleichzeitig ressourcenschonend ein vormals leer stehendes Gebäude dafür nutzt. Und es ist mutig und gut, wenn das Unternehmen mit dem Umbau zur angegliederten Tagesstätte für Menschen mit psychischer Erkrankung erstmals in Eisenhüttenstadt eine solche Einrichtung schafft. Das Projekt zeigt einmal mehr, dass die Stadt mit der GeWi eine verlässliche und starke Partnerin für die Stadtentwicklung an ihrer Seite hat.“

Oliver Funke, Geschäftsführer der GeWi Eisenhüttenstadt, freut sich über die Auszeichnung mit „Gewohnt gut“: „Wir sind sehr stolz, dass wir das Siegel zum ersten Mal gewinnen konnten. Das Projekt in der Lindenallee war kein Tagesgeschäft, wir haben mit beiden Angeboten Neuland für uns betreten. Dazu kam noch der Umbau im Denkmal, was immer eine besondere Herausforderung bedeutet. Umso schöner, wenn das Projekt dann von den Mieter*innen und Tagesgästen so gut angenommen wird!“

Die Gesamtkosten für die Umbaumaßnahmen beliefen sich auf 2,1 Millionen Euro. Das Unternehmen hat die gesamte Summe über Eigenmittel finanziert.

Das Qualitätssiegel

Das Qualitätssiegel „Gewohnt gut – fit für die Zukunft“ wird in der Regel sechsmal jährlich vom BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. vergeben und steht unter der Schirmherrschaft von Brandenburgs Infrastrukturminister Guido Beermann. Durch die Auszeichnung beispielhafter Projekte soll darauf aufmerksam gemacht werden: Den Unternehmen der sozialen Wohnungswirtschaft kommt bei Stadtentwicklung, gutem Wohnen, Bewältigung des demografischen Wandels und Klimaschutz im Land Brandenburg eine Schlüsselrolle zu. Über die Preisvergabe entscheidet ein Bewertungsgremium, das neben dem BBU aus Vertreter*innen der Arbeitsgemeinschaft „Städteforum Land Brandenburg“, der Bundestransferstelle Stadtumbau, einer Bank sowie dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg besteht.

Quelle: BBU/ GeWi

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