Neuland in Pforzheim

In Pforzheim entstehen gerade 19 Wohnungen. Gleichzeitig ist das Gebäude Teil eines BMWi-Forschungsvorhabens, bei dem die „Solarthermische Aktivierung vorgehängter, hinterlüfteter Fassaden im Geschosswohnungsbau“ erforscht wird.

Es wird noch fleißig gewerkelt und geforscht. Dann werden die neuen Wohnungen in der Redtenbacherstr. 5 in Pforzheim bezugsfrei sein. Bild: Pforzheimer Bau und Grund
Es wird noch fleißig gewerkelt und geforscht. Dann werden die neuen Wohnungen in der Redtenbacherstr. 5 in Pforzheim bezugsfrei sein. Bild: Pforzheimer Bau und Grund

Zukünftige Bewohner können sich über 12 3-Zimmer-Wohnungen, 6 2-Zimmer-Wohnungen und über eine 4-Zimmer-Wohnung wohnen. Die Größen bewegen sich zwischen 64 bis 71 Quadratmetern, das Penthouse hat 100 Quadratmeter.

Alle Wohnungen werden nach modernen Standards ausgestattet: Fußbodenheizung, Böden hochwertig gefliest und Wohlfühl-Eichenparkett in den Schlafräumen. In den Bädern sind bodenebene Duschen verbaut und alle Wohnungen sind vollständig barrierefrei.

Verwirklicht wird das Energie-Studienobjekt vom Wohnungsunternehmen Pforzheimer Bau und Grund.

Das Bauvorhaben wird begleitet von einer Projektgruppe des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Es wird die „Solarthermische Aktivierung vorgehängter, hinterlüfteter Fassaden im Geschosswohnungsbau“ erforscht.

Hier wird gemeinsam mit dem Frauenhofer Institut für Bauphysik IBP (Holzkirchen) und der ISFH-Institut für Solarenergieforschung (Emmenthal) an der Entwicklung und Integration von Solar-Absorbern in das Energieversorgungssystem untersucht. Das Pforzheimer Wohnungsunternehmen betritt hier Neuland.

Quelle: Pforzheimer Bau und Grund

Systeme und Materialien zur Verbesserung und Sicherung der Lebens- und Umweltqualität

Angesichts der zunehmenden Verstädterung und gleichermaßen wachsenden Belastungen urbaner Strukturen durch klimatisch bedingte Einflüsse wie Überflutungen oder Hitze-Inseln sind neue Verfahren, Systeme oder Materialien zur Verbesserung und Sicherung der Lebens- und Umweltqualität in unseren Städten unabdingbar. Einen großen, vielseitigen Gestaltungsspielraum bergen hierfür urbane Oberflächen.

Bislang sind diese jedoch lediglich auf die dauerhafte Erfüllung einzelner Zwecke ausgerichtet. Ihr ganzheitliches Wirkpotenzial auszuschöpfen, ist das Ziel des vom Fraunhofer IBP koordinierten Verbund-Projekts BUOLUS (Bauphysikalische Gestaltung urbaner Oberflächen für nachhaltige Umwelt- und Lebensqualität in Städten). Neben horizontalen nehmen dabei vertikale Oberflächen aufgrund der steigenden Gebäudeverdichtung eine tragende Rolle ein.

Wissenschaftler:innen des Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP haben daher eine »Multifunktionale vorgehängte hinterlüftete Fassade« entwickelt, die durch die Reduktion von Hitze, Lärm und Luftschadstoffen multifunktional zur Klimaresilienz und Lebensqualität beiträgt: Über eine akustisch transparente, aber regendichte Außenverkleidung mit einer dahinterliegenden schallabsorbierenden Schicht erfolgt die Minderung von Außenlärm.

Als zusätzlicher Schallabsorber dient die in einer vorgehängten Fassade ohnehin vorhandene Wärme- und Brandschutzschicht. Zudem ist sie in der Lage, die mit Schadstoffen belastete Stadtluft über die Hinterlüftungsebene anzusaugen und gereinigt wieder an die Umgebung abzugeben. Dank des modularen Aufbaus sind die Funktionen je nach Bedarf, Kosten und ästhetischen Aspekten flexibel anpass- und kombinierbar. Auch eine nachträgliche Begrünung ist möglich.

Quelle: Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP

Martina Eisinger

Redaktionelle Mitarbeiterin
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