Fachforum in Gelsenkirchen

Das System Stadt zusammen denken

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Alexander Rychter, VdW Rheinland Westfalen, 
Uwe Eichner Vorsitzender der Geschäftsführung VIVAWEST, 
Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung NRW, 
Robert Kroth von 80 Sekunden – neues Bauen (v. links) Bild: Mio McQueen
Alexander Rychter, VdW Rheinland Westfalen, 
Uwe Eichner Vorsitzender der Geschäftsführung VIVAWEST, 
Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung NRW, 
Robert Kroth von 80 Sekunden – neues Bauen (v. links) Bild: Mio McQueen

Bei einem Expertengipfel in Gelsenkirchen haben Spitzenkräfte aus verschiedenen Sektoren an der Zukunft des Wohnens gearbeitet. Das Fachforum „Ganzheitliche Quartiersentwicklung“ brachte 60 führende Köpfe zusammen, um innovative Lösungen für nachhaltiges Wohnen zu entwickeln.

Veranstalter des Fachforums war das Netzwerk „80 Sekunden – Neues Bauen". Gemeinsam mit dem Co-Gastgeber und Themenpaten VIVAWEST, eines der führenden Wohnungsunternehmen in Nordrhein-Westfalen, diskutierten Entscheider aus der Bau- und Wohnungswirtschaft, aus Forschung und Wissenschaft, Architektur, Handwerk und Bauindustrie, aus den Finanz- und Start-up-Bereichen sowie aus der Politik miteinander. Die Schwerpunkte lagen auf zukunftsweisenden Konzepten für die Quartiersentwicklung.

Eine ganzheitliche Quartiersplanung ermögliche eine gemischte Nutzung, bei der Wohn-, Gewerbe- und Freizeiträume eng miteinander verflochten seien. Das reduziere Pendelwege, fördere eine lebendige lokale Wirtschaft und unterstütze eine nachhaltige Lebensweise. Durch eine Planung von Wohnraum für verschiedene Einkommensgruppen innerhalb des Quartiers und der Schaffung von Orten der Begegnung, könne soziale Vielfalt gefördert werden. Die Integration von Grünflächen, die Nutzung erneuerbarer Energien und ressourceneffiziente Bauweisen trügen zum Klimaschutz bei und erhöhten die Resilienz gegenüber klimatischen Veränderungen. Bereits diese kurze Aufzählung zeige, dass es zahlreiche gute Gründe gebe, das Thema Quartiersentwicklung voranzutreiben.

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, hob die Bedeutung des Forums hervor: „Wir müssen das System Stadt wieder zusammen denken. Mein Handlungsauftrag: Die Farben neu mischen. Das nimmt den Menschen dann auch die Sorge vor Veränderungsprozessen.“ Uwe Eichner, Vorsitzender der Geschäftsführung von VIVAWEST, betonte die Rolle seines Unternehmens als Vorreiter: „Mit unserem Modellquartier Bergmannsgrün in Dortmund-Huckarde möchten wir zeigen, wie Klimaschutz und bezahlbares Wohnen miteinander vereinbar sein können.“

Mit dem Projekt „Bergmannsgrün“ in Dortmund-Huckarde entwickelt VIVAWEST im Kontext der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027 ein neues Modellquartier. Hierfür macht das Wohnungsunternehmen ein bestehendes Quartier langfristig fit für die Zukunft, schafft mehr Wohnraum und verbindet zukünftig die traditionellen „bergmännischen“ Werte – wie Solidarität und Gemeinsinn in der Nachbarschaft – mit ökologischen, klimaneutralen Eigenschaften. Ein zukunftsgerechtes Quartier entsteht.

In Arbeitsgruppen haben Experten und Expertinnen wie Alexander Rychter, Verbandsdirektor des VdW Rheinland Westfalen, Oliver Schubert, Leiter Kommunale Lösungsfabrik Westenergie AG, Dr.-Ing André Müller, Institut Wohnen und Umwelt Darmstadt, Johannes Schrade, Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP sowie zahlreiche Vertreter von innovativen Start-ups wie beispielsweise Ladon Energy oder Bring-together Lösungsvorschläge für die Baubranche erarbeitet. Die Ergebnisse des Fachforums fließen in den politischen Dialog des Netzwerks und in den Summit am 16. und 17. Mai 2024 in Berlin ein, zu dem sich Top-Entscheidungsträger aus der gesamten Branche sowie aus der Spitzenpolitik in der historischen Belgienhalle, mitten in Berlins größter Quartiersplanung Gartenfeld mit mehr als 3.700 Wohneinheiten, treffen. (Red.)

Redaktion (allg.)

Pixabay/ Mohamed_hassan

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Artikel Das System Stadt zusammen denken
Seite 8
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