Klimaschutzprogramm 2030

So investieren Sie in Neue Energien

Mit der neuen „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG), einem Kernelement des nationalen Klimaschutzprogramms 2030, hat die Bundesregierung ab 2021 ihre energetische Gebäudeförderung neu strukturiert.

Ab 2021 bündelt die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) die investiven Förderprogramme zur energetischen Sanierung von Gebäuden. BILD: ADOBESTOCK/ skypicsstudio
Ab 2021 bündelt die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) die investiven Förderprogramme zur energetischen Sanierung von Gebäuden. BILD: ADOBESTOCK/ skypicsstudio

Nach Angaben von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier wurden unter den jetzt abgelösten, alten Gebäudeförderprogrammen allein im ersten Halbjahr 2020 Kredite und Zuschüsse in Höhe von insgesamt 14,5 Milliarden Euro zugesagt. Nach KfW-Berechnungen seien damit Investitionen im Umfang von bis zu 38,5 Milliarden Euro ausgelöst worden.

BEG gilt für Wohn- und Nichtwohngebäude

Mit der Neuausrichtung der Förderlandschaft des Bundes sollen die Impulse für die energetische Ertüchtigung von Gebäuden weiter verstärkt werden.

Die verschiedenen Fördermaßnahmen für energetische Sanierungen werden durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gebündelt. Gleichzeitig werden die zur Verfügung stehenden Mittel angehoben. Die BEG ersetzt das CO2-Gebäudesanierungsprogramm (Programme Energieeffizient Bauen und Sanieren), das Programm zur Heizungsoptimierung (HZO), das Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) und das Marktanreizprogramm zur Nutzung Erneuerbarer Energien im Wärmemarkt (MAP).

Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude sind folgende Einzelmaßnahmen für Bestandswohngebäude und Nichtwohngebäude förderfähig:

  • Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle
  • Anlagentechnik (außer Heizung)
  • Anlagen zur Wärmeerzeugung (Heizungstechnik)
  • Heizungsoptimierung
  • Fachplanung und Baubegleitung.

Förderung von Digitalisierungsmaßnahmen

Das BEG fördert neben der Sanierung bzw. dem Austausch alter, ineffizienter Heizungs- oder Beleuchtungsanlagen erstmalig auch Digitalisierungsmaßnahmen inkl. Steuerungs- und Regelungstechnologien.

Auch die dringend notwendig gewordene Vereinfachung des Antragsverfahrens reduziert die bisherigen Hürden: Die breit angelegte Förderung integriert zehn bisherige Einzelprogramme und wird bei den Projektträgern KfW und BAFA zentriert. Mit nur einem Antragsformular, welches für alle Fördermaßnahmen gilt, wird das Verfahren deutlich erleichtert. Für alle Maßnahmen kann zwischen Zuschüssen (BAFA) oder Krediten (KfW) gewählt werden.

Gefördert werden zudem Beratung, Planung und Installation sowie weitere Maßnahmen, die nötig sind, um die eigentliche Sanierung durchzuführen (z.B. Austausch von Elektroverteilung, Unterverteilung, Zählerplatzanlagen, Steiger- und sogar Malerarbeiten).

Neu ist, dass die BEG sowohl für Wohn- als auch für Nichtwohngebäude gilt. Bisher gab es für Unternehmen nur die Möglichkeit einer Förderung über einen zinsgünstigen KfW-Kredit mit Tilgungszuschuss. Künftig können Besitzer von Nichtwohngebäuden eine Förderung als Direktzuschuss erhalten. Dies kann insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen interessant sein. Die gesamte BEG, also die Förderrichtlinien für Einzelmaßnahmen, für Wohngebäude sowie für Nichtwohngebäude (NWG), wurde von der Europäischen Kommission als beihilfefrei eingestuft. Das bedeutet, dass Sie in Ihren Förderanträgen keine für Beihilfen im Sinne des EU-Beihilferechts sonst notwendigen Angaben mehr tätigen müssen.

Was wird gefördert?

Anlagentechnik (außer Heizung)
Gefördert wird der Anlagentechnik nach technischen Mindestanforderungen:

  • bei Nichtwohngebäuden: Einbau von Mess-, Steuer- und Regelungstechnik zur Realisierung eines Gebäudeautomatisierungsgrades mindestens der Klasse B nach DIN V 18599-11;
  • bei Nichtwohngebäuden: Austausch oder Optimierung der Beleuchtung.


Das förderfähige Mindestinvestitionsvolumen liegt bei 2.000 Euro (brutto)

  • Anlagen zur Wärmeerzeugung.

Gefördert werden der Einbau von effizienten Wärmeerzeugern, von Anlagen zur Heizungsunterstützung und der Anschluss an ein Gebäude- oder Wärmenetz.

Fachplanung und Baubegleitung
Gefördert werden energetische Fachplanungs- und Baubegleitungsleistungen durch einen Energieeffizienz-Experten oder einen zusätzlich beauftragten Dritten. Wird ein Dritter beauftragt, sind die Leistungen durch den Energieeffizienz-Experten zu prüfen und zu dokumentieren. Dritte dürfen nicht in einem Inhaber-, Gesellschafts- oder Beschäftigungsverhältnis zu den bauausführenden Unternehmen stehen oder Lieferungen und Leistungen für das Bauvorhaben vermitteln.

Wer kann die Förderung in Anspruch nehmen?

  • Antragsberechtigt sind unter anderem:
  • Wohnungseigentümergemeinschaften;
  • gemeinnützige Organisationen einschließlichKirchen;
  • Unternehmen, einschließlich Einzelunternehmer und kommunale Unternehmen;
  • Wohnungsbaugenossenschaften.

Wo sind die Förderanträge zu stellen?
Zuschüsse für die BEG-Einzelmaßnahmen können bei dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt werden. Ab dem 1. Juli 2021 kann eine Kreditförderung für BEG-Einzelmaßnahmen sowie eine Kredit- oder Zuschussförderung für Vollsanierungen und effiziente Neubauten von Wohn- und Nichtwohngebäuden bei der KfW beantragt werden (ggf. mittelbar über die Hausbank).

Bis zum 1. Juli 2021 können Anträge für Vollsanierungen und effiziente Neubauten von Wohn- und Nichtwohngebäuden noch wie gewohnt für die entsprechenden Programme „Energieeffizient Bauen und Sanieren“ bei der KfW gestellt werden.

Quellen: ZVEI Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie und BAFA Bundesamt für Wirtschaft
und Ausfuhrkontrolle

Die Richtlinien zur „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ sowie die dazugehörigen technischen Mindestanforderungen finden Sie auf der Internetseite des BMWi.

Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) schreibt vor, dass zu Prozessen, bei denen personenbezogene Daten verarbeitet werden, der Verantwortliche Verfahrensverzeichnis führen muss. Insbesondere bei einer Prüfung durch die Datenschutzbehörden muss der Verantwortliche...
Printer Friendly, PDF & Email
9.1.2019
Kostenlose Kurzvorträge
Die Wärmepumpentechnik hat in den vergangenen Jahren für die Wärmbereitstellung in Gebäuden stark an Bedeutung gewonnen. In einem Fach-Seminar des EnergieBauZentrums am 28.01.2019 in Hamburg sollen...
29.5.2018
Informationsveranstaltung zur aktuellen Flachdachrichtlinie
Ein Flachdach ist vielfältig nutzbar, es gibt jedoch einiges zu beachten, um Schäden zu vermeiden. Im Rahmen einer Veranstaltung aus der Reihe „IFB informiert“ am 12.06.18 um 17 Uhr, die in...
25.1.2021
Zum Jahresbeginn ist die neue Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) gestartet. Das Förderprogramm ist sehr beliebt. Die BEG ersetzt die bestehenden Programme zur Förderung von Energieeffizienz und...
17.9.2019
Kostenfreier Expertenkreis
Die ZEBAU GmbH veranstaltet am 24. September 2019 von 16 bis 19 Uhr einen kostenfreien Expertenkreis im Dialoghaus Hamburg zum Thema „Gesundes Raumklima“. ArchitektInnen, IngenieurInnen...
16.8.2018
EnergieBauZentrum Hamburg
Die Veranstaltung des EnergieBau Zentrum Hamburg bietet wertvolle Tipps, welche Möglichkeiten bestehen, sich von der zentralen Energieversorgung zu lösen und dabei einen möglichst hohen Autarkiegrad...
19.11.2019
Wärmepumpe stärker als Gasheizung
Der Siegeszug der Wärmepumpe in Neubauten scheint unaufhaltsam. Ihr Marktanteil steigt seit Jahren. Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) spricht von einer Schlüsseltechnologie für die Energiewende. Doch...