Schrumpfung des Wohnungsmarktes

14.08.2015

In vielen Regionen Deutschlands geht die Wohnungsnachfrage in Zukunft stark zurück. Während im Jahr 2015 noch drei Viertel aller Kreise in Deutschland eine wachsende Haushaltszahl aufweisen, sind es bereits 2030 nur noch knapp 39 Prozent. Die überwiegende Mehrheit verzeichnet dann bereits einen Rückgang der Wohnungsnachfrage. Das ist ein Ergebnis der am Donnerstag vom BBSR präsentierten Zahlen zu Wachstum und Schrumpfung in Deutschland.

Schrumpfung des Wohnungsmarktes
BILD: BBSR

Die BBSR-Studie analysiert die Schrumpfungstendenzen verschiedener Regionen anhand von verschiedenen Kriterien, wie der Bevölkerungsentwicklung, der Entwicklung des Arbeitsmarktes und der Wirtschaftskraft einer Kommune.

Es gibt jedoch große deutliche Unterschiede zwischen den Städten Ostdeutschlands. So können Großstädte und Städte in Ballungsräumen in den neuen Ländern aufgrund der regionalen Wanderungsgewinne teilweise wieder Bevölkerungszuwächse verzeichnen. Mehr als drei Viertel des Wohnungsbestandes in den neuen Ländern befindet sich jedoch in Städten und Regionen, die bis 2035 weiter stark schrumpfen, der weit überwiegende Teil davon wird einen Rückgang der Haushaltszahlen um 10 Prozent und mehr verkraften müssen.

Trendwende beim Stadtumbau: Leerstandsquote bei ostdeutschen Wohnungsunternehmen stagniert

Trotz Wohnungsknappheit in den Metropolräumen und Universitätsstädten ist die Entwicklung der Wohnungsmärkte in Deutschland regional von sich zuspitzenden Gegensätzen zwischen schrumpfenden und wachsenden Regionen gekennzeichnet. In den ostdeutschen Ländern standen Ende 2014 insgesamt 580.000 Wohnungen leer. Die Leerstandsquote ist 2014 in den neuen Ländern erstmals seit vielen Jahren nicht mehr weiter zurückgegangen.

Bis 2016 mindestens 200.000 weitere Wohnungen in Ostdeutschland abgerissen werden, so eine Information des Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. GdW.

Der GdW tritt dafür ein, dass die Regelungen für den Rückbau aus dem Programm "Stadtumbau Ost" auf ein gesamtdeutsches Programm übertragen werden. Das würde nicht nur die organisierte Wohnungswirtschaft, sondern ebenso private Eigentümer unterstützen, die Rückbauvorhaben erwägen. "Wenn sich Bund und Länder nicht auf ein neues Maßnahmenpaket für den Stadtumbau sowie eine Erhöhung der förderfähigen Kosten für den Rückbau verständigen, wird der Leerstand drastisch ansteigen. Der Handlungsdruck ist enorm. Diejenigen, die abreißen wollen und in zukunftsfähige Städte investieren möchten, brauchen die Unterstützung von Bund und Ländern", erklärte Axel Gedaschko, Präsident des GdW.

Quelle: GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.

Andere Meldungen zum GdW:
Jahresstatistik 2015: Mietschulden sinken um 2,2 Prozent (Juli 2015)
Kampagne gegen Nachwuchsmangel in der Immobilienbranche
Verleihung "Genossenschaftspreis Wohnen"
Wohnungsunternehmen profitieren von technischen Assistenzsystemen
Wohnungsbedarf dauerhaft höher als Neubauzahlen?
Gedaschko für ein Jahr lang an der Spitze der BID

Video: Ausbildung und Studium: Immobilienkaufmann /-frau

 

Suchbegriffe: GdWLeerstandOstdeutschlandTrendsWohnungsmarkt

Weitere Artikel

                                                                                                                                                               

In der aktuellen IVV lesen Sie:

Steuerlicher Anreiz für mehr Werkswohnungen
Die Wiederentdeckung der Werkswohnung