Solaranlagen: Streit um Licht und Schatten vermeiden

Über 1,5 Millionen Solaranlagen zur Stromerzeugung gibt es bereits in Deutschland. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten: Nachbarn fühlen sich geblendet oder beschweren sich über Lichteinbußen im Vorgarten. Bäume und hohe Pflanzen des Anwohners können wiederrum die Solaranlage verdustern. Deshalb empfiehlt der TÜV Rheinland: Begutachten Sie vor der Installation das Umfeld.

FOTO: RWE AG
FOTO: RWE AG

Photovoltaik-Anlagen besitzen Glasflächen, die das Sonnenlicht reflektieren. Die Anlage kann Unmut auslösen, wenn zum Beispiel die Sonne unangenehm blendet. Fällt die Lichtreflexion auf die Terrasse oder ins Wohnzimmer des Nachbarn, muss sich der Geschädigte nicht zwangsläufig mit der Beeinträchtigung abfinden.

Streitigkeiten wegen der Blendung durch Solaranlagen landen häufig vor Gericht, berichtet der TÜV Rheinland.

Aber auch eine so genannte Verschattung kann zum Streit führen: Bäume werfen ihren Schatten auf die Solaranlage. Konsequenz: Der Schatten kann dazu führen, dass der Betrieb der Anlage unwirtschaftlich wird. Sind die Module in Reihe geschaltet, reicht schon eine Teilverschattung aus, um den Ertrag der gesamten Anlage sinken zu lassen.

Planer von Solaranlagen sollten deshalb das Areal im Vorfeld begutachten. Experten können auch abzuschätzen, ob Pflanzen auf dem Nachbarsgrundstück absehbar zu stattlichen Schattenspendern werden.

Ein Recht auf ungestörte Solarstrahlung gibt es nicht
Ein Recht auf garantierte und ungestörte Solarstrahlung gibt es nicht und kann auch nicht geltend gemacht werden. Schwierig wird es, wenn der Geschädigte verlangt, dass Bäume regelmäßig gestutzt werden. Ebenso wenig kann ein Geschädigter vom Nachbarn eine Entschädigung dafür verlangen, dass durch Schatten weniger Strom produziert wurde, als möglich gewesen wäre. Wer über die Installation einer Solaranlage nachdenkt, sollte deshalb in jedem Fall vorab mit dem Nachbarn sprechen - um potenziellen Streit zu vermeiden.

Lesen Sie auch:
Mietrechtsurteil: Solaranlagen auf dem Dach eines denkmalgeschützten Hauses

Weiterführende Links:
http://www.tuv.com/de/deutschland/gk/geschaeftskunden.html

Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) schreibt vor, dass für die Verarbeitung von Daten eine Rechtsgrundlage bestehen muss. Eine Einwilligung des Betroffenen kann eine solche Rechtsgrundlage sein. Eine Einwilligung muss dabei konkret sein und insbesondere den...
Printer Friendly, PDF & Email
22.6.2018
Energiewende im Quartier
Nach rund zwei Jahren Bauzeit ziehen am Möckernkiez die Bagger ab und immer mehr Bewohner ein. Auf sie warten nicht nur neue vier Wände, sondern auch eine neue Energieversorgung: Ökostrom und saubere...
9.6.2020
Das ist vorbildlich: Das Wohnungsunternehmen Volkswohnung Karlsruhe plant, jährlich 30 bis 40 Dächer mit Photovoltaik-Anlagen auszustatten.
17.2.2020
Zukunft der Energieerzeugung
Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstitut YouGov im Auftrag des Ökostromanbieters LichtBlick, befürworten 82 Prozent der befragten Bürger den Vorschlag, dass in Deutschland auf allen Gewerbe...
24.4.2019
Musterhaus der Gewobag in Berlin
Im Berliner Stadtteil Lichtenberg errichtet die Gewobag ein interessantes Neubaugebiet für 600 Haushalte. „Mein Falkenberg“ soll zukünftig urbanes und ländliches Wohnen miteinander verbinden.
6.12.2017
Neubau und Sanierung
Der anstehende Jahreswechsel bringt wieder neue Gesetze und Richtlinien. Was Bauherren beim Neubau und bei der Sanierung von Gebäuden beachten sollten.
28.8.2018
Ziel: klimaneutraler Gebäudebestand bis zum Jahr 2050
Die Berliner Energieagentur (BEA) modernisiert zurzeit drei Energiezentralen, die sich direkt unter den Dächern in der fünften Etage von Gebäuden der Wohnungsbaugenossenschaft „Bremer Höhe“ in Berlin...