Steckt Asbest in von mir verwalteten Gebäuden?

15.09.2016

Die Herstellung asbesthaltiger Produkte ist seit 1993 in Deutschland verboten, aber es sind immer noch viele Altlasten verbaut: Der krebserregende Stoff findet sich zum Beispiel in Dachplatten und Fassaden, aber auch in Putz und Bodenbelägen. De TÜV Rheinland empfiehlt bei Asbest-Verdacht eine Probeuntersuchung durch zugelassene Labore durchzuführen.

Sind Gewerbe­immo­bilien mit Asbest aus Bauteilen kontaminiert, begründet das Mietminderungen durch die Nutzer. FOTO: FOTOLIA/ECOLOGY

Die Asbestfaserbelastung in Räumen könne durch eine Klebe- bzw. Kontaktprobe festgestellt werden, erklärt Doris Schucht, Expertin für Rasterelektronenmikroskop-Untersuchungen auf Asbest von TÜV Rheinland. Dazu werden geringe Staubmengen auf Oberflächen mit Klebefilmstreifen aufgenommen und auf eine Kunststofffolie geklebt. Von asbestverdächtigen Materialien kann auch eine direkte Probe genommen werden. Hier reicht bereits ein fingernagelgroßes Stück, das in einem Kunststoffbeutel staubdicht verpackt wird.

Um eine Faserfreisetzung zu vermeiden, wird das Material vorher mit einer Wasser-Spülmittel-Mischung angefeuchtet. Die Probe kann entweder selbst oder durch einen Sachverständigen entnommen werden. Wer eine Probe entnimmt, sollte eine partikelfiltrierende Halbmaske (Typ FFP2) tragen. Akkreditierte Prüflabore wie die von TÜV Rheinland untersuchen die Proben mit einem Rasterelektronenmikroskop. "Vorab können vor allem Proben aus Putz und Bodenbelägen anhand einer neuen Präparationsmethode in Säure aufbereitet werden und liefern so genauere Ergebnisse", so Doris Schucht.

Sachverständige beraten bei Asbestbefund
Wurde in den eigenen Wohnräumen Asbest verbaut, besteht nicht automatisch ein Gesundheitsrisiko. Erst wenn festgebundener Asbest beispielsweise durch Sanierungsarbeiten beschädigt wird, werden die feinen Fasern freigesetzt. Schwach gebundener Asbest wie Asbestpappe hinter Heizkörpern kann dagegen bereits durch Hitze oder Feuchtigkeit beschädigt werden und die Raumluft belasten. Ob Objektsanierungen nötig sind, kann ein Sachverständiger für Asbest bewerten.

Quelle: TÜV Rheinland

► Suchen und Finden Sie aktuelle Mietrechtsurteile für Vermieter

► Fit für die Verwalterpraxis - Das sind unsere Webinar-Videos:
 Video zum Onlineseminar "Schimmelbefall in Wohngebäuden"
 Video zum Onlineseminar "Bauliche Veränderungen in der WEG"
 Video zum Onlineseminar "Bautechnik für Nichttechniker"

► jeweils 90 Minuten - Informieren Sie sich umfassend und handeln Sie praxisorientiert.
Besuchen Sie die Fachprodukte der Zeitschrift IVV immobilien vermieten & verwalten im Huss Verlagsshop.

 

Suchbegriffe: AsbestGesundheitRaumluftTÜV Rheinland

Weitere Artikel

                                                                                                                                                               

In der aktuellen IVV lesen Sie:

Online-Eigentümerversammlung – darf man das?
Mietendeckel: Berlin verbietet Mieterhöhungen für fünf Jahre