Teures Wohneigentum in Berlin

Niedriges Zinsniveau, stetig steigende Mietpreise und die Attraktivität von Wohneigentum als Kapitalanlage oder Altersvorsorge sprechen für sich. Immer mehr Hauptstädter halten Ausschau nach Wohneigentum.

Der Preis für attraktive Wohnlagen in Berlin steigt stetig. Foto: Rainer Sturm/pixelio
Der Preis für attraktive Wohnlagen in Berlin steigt stetig. Foto: Rainer Sturm/pixelio

Insbesondere Objekte in den City-Bezirken sind mit Blick auf explodierende Mieten interessant. Das nötige Kleingeld sollte jedoch nicht fehlen, zeigt eine aktuelle Auswertung von Immonet zur Preisentwicklung. Teuerungsraten von bis zu 14 Prozent innerhalb eines Jahres, beispielsweise in aufstrebenden Stadtteilen wie Neukölln, lassen Immobiliensuchende in Berlin zusammenzucken.

Bundesweit stiegen die durchschnittlichen Kaufpreise zwischen März 2013 und März 2014 um 9,9 Prozent. So gesehen liegt der Berliner Gesamtdurchschnitt bei verhältnismäßig moderateren 7,6 Prozent, doch ein Blick in die verschiedenen Bezirke birgt Überraschungen.

Die Auswertung von Immonet belegt die erhöhte Nachfrage nach Objekten in direkter Citylage. Denn Wohneigentum in den Bezirken Mitte, Charlottenburg-Wilmersdorf und Friedrichshain-Kreuzberg liegt preislich an der Spitze. Bis zu 4.200 Euro pro Quadratmeter werden so durchschnittlich für eine Eigentumswohnung in Mitte fällig.

Knapp dahinter rangieren Charlottenburg-Wilmersdorf mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von ca. 3.800 Euro sowie Friedrichshain-Kreuzberg mit ca. 3.600 Euro.

Auch die Bezirke Pankow und Steglitz-Zehlendorf warten mit Kaufpreisen von durchschnittlich ca. 3.000 bzw. ca. 3.200 Euro auf.

Doch auch wenn die Preise in genannten Bezirken teilweise weit über dem Hauptstadtdurchschnitt für Kaufobjekte liegen, so halten sie sich mit Blick auf die bundesweite Preisentwicklung doch zumindest relativ stabil.

In Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg stiegen die Kaufpreise zwischen März 2013 und März 2014 um satte, aber nicht unübliche 9,3 bis 9,8 Prozent.

Und im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ist der Preisanstieg mit 5,0 Prozent sogar deutlich unter Bundes- und auch unter dem Hauptstadtdurchschnitt.

Schaut man sich die Preissteigerungen genauer an, stellt man fest, dass ausgerechnet auch günstige Bezirke teilweise ganz beträchtlich zulegen. In Spandau und Reinickendorf wuchsen die Kaufpreise recht moderat um 4,5 bis 5 Prozent. So bezahlt man hier im März 2014 durchschnittlich immer noch recht günstige 1.800 bzw. 2.000 Euro pro Quadratmeter.

In den deutlich teureren weil City- bzw. citynahen Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf stiegen die Preise durchschnittlich auch nur um 5 bis 6 Prozent. Im Süd-Osten Berlins sieht es aber deutlich anders aus.

So sorgen unter anderem die wachsende Attraktivität von Stadtteilen wie Treptow-Köpenick und die zunehmende Gentrifizierung Neuköllns mit einem Plus von 10 bzw. sogar 14 Prozent für einen regelrechten Preissprung.

Bekam man in Neukölln im März 2013 noch Wohneigentum für durchschnittlich 2.100 Euro, legt man im März 2014 nun durchschnittlich 2.400 Euro pro Quadratmeter auf den Tisch. Das bedeutet beispielsweise für eine 80 Quadratmeter große Wohnung einen Preisanstieg von 24.000 Euro.

Mehr Informationen hier.

Printer Friendly, PDF & Email
26.3.2024
Postbank Wohnatlas 2024
Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen waren 2023 in fast allen Regionen Deutschlands auf rasanter Talfahrt. Im Durchschnitt über alle Gebiete hinweg gingen die Preise gegenüber 2022...
28.5.2025
Wohnkosten sind nicht zu stoppen
Praktisch in allen europäischen Großstädten zeigt sich das gleiche Bild: Die Mietwohnungsnot verschärft sich weiter, die Mieten steigen um 2,4 Prozent binnen sechs Monaten und Wohnungen sind zunehmend...
14.5.2025
Postbank Wohnatlas 2025
Der Zuzug in städtische Ballungsräume und der Bevölkerungsrückgang auf dem Land werden die Preisentwicklungen auf dem Immobilienmarkt bis 2035 prägen. Auf das ganze Land bezogen werde der Wert von...
5.12.2023
Eigentumsbildung teurer als Miete
Seit Monaten sind die Wohnimmobilienpreise unter Druck. Dennoch ist das Preisniveau immer noch so hoch, dass zumindest in Ballungsräumen die monatliche Belastung durch die Miete deutlich geringer ins...
20.4.2026
Neuer Wohnatlas 2026
Nachdem die Immobilienpreise in Deutschland drei Jahre lang inflationsbereinigt gesunken sind, gab es 2025 eine Trendwende:Im Durchschnitt aller Landkreise und kreisfreien Städte stiegen die Preise...
25.7.2024
Mietpreisentwicklung im ersten Halbjahr
Die Angebotsmieten auf den Immobilienportalen steigen in Stadt und Land auch im ersten Halbjahr 2024 deutlich. Das mag Investoren erfreuen, die sozial orientierte Wohnungswirtschaft hingegen warnt vor...