Verantwortung

Üppigere Grünflächen in Quartieren

Das Wohnungsunternehmen Vonovia und der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) haben eine zweijährige Zusammenarbeit vereinbart, um Grünflächen in Quartieren zu städtischen Lebens- und Rückzugsräumen für Insekten und Vögel zu machen und naturnahes Gärtnern zu fördern.

Baumpflanzaktion. Rolf Buch (r.) gemeinsam mit der NABU-Landesvorsitzenden Heide Naderer und dem NABU-Landesgeschäftsführer Bernhard Kamp. FOTO: VONOVIA/ Simon Bierwald
Baumpflanzaktion. Rolf Buch (r.) gemeinsam mit der NABU-Landesvorsitzenden Heide Naderer und dem NABU-Landesgeschäftsführer Bernhard Kamp. FOTO: VONOVIA/ Simon Bierwald

Die Partner entwickeln im Pilotquartier Bochum-Weitmar mit seinen mehr als 1.200 Wohneinheiten einen neuen Gestaltungsansatz für Freiflächen, Insektenhotels und Nistplätze, beispielsweise für Mauersegler. Die urbanen Gärten sollen sich in einen Lebens- und Rückzugsraum für Bienen, Schmetterlinge oder Vögel verwandeln. Dafür nehmen die Biodiversitäts-Experten vom NABU-Landesverband Nordrhein-Westfalen zunächst eine Bestandsaufnahme der Tier-, Pilz- und Pflanzen-arten vor und leiten daraus Empfehlungen für eine Grünflächengestaltung ab.

Die Bepflanzung mit mehr Bäumen und Sträuchern, Blühstreifen sowie Nistkästen an den Gebäuden komme auch den Bedürfnissen der Mieter entgegen. Die würden sich, laut Vonovia, naturnahe Gärten als Treffpunkte in ihrem Quartier wünschen.

Blühende Landschaften

Durch eine Reduzierung der Mähfrequenz können viel mehr Blüten für bestäubende Insekten gedeihen. Auch verblühte Stauden bleiben teilweise den Winter über stehen, denn hier finden Vögel Nahrung, und Insekten können hier die kalte Jahreszeit überdauern. Eine artgerechte Grünflächengestaltung, so die Beteiligten, ist nach einer Umstellungsphase nicht mit mehr Arbeit verbunden. Sie ist ressourcen-schonender als die herkömmliche Kombination aus Hecken und Rasen und eröffnet zugleich neue Erlebnis- und Naturerfahrungsräume für Kinder und Erwachsene.

Eigene Saatmischung

In Bochum-Weitmar soll zunächst eine Wildblumenwiese entstehen. Dazu hat der NABU eine eigene Saatmischung entwickelt. Zudem wurde ein Spitzahorn gepflanzt. Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt werden gesammelt und sollen als Grundlage für weitere Maßnahmen.

Verantwortung für die Lebensqualität in den Städten

Der NABU, Deutschlands mitgliedsstärkster Umweltverband, kooperiert bei der Standortgestaltung schon seit Jahren mit Unternehmen und macht aus den weitgehend leblosen Grünflächen rund um Gewerbeimmobilien Lebensräume für viele Tierarten. „Das Potenzial dieser Kooperation ist groß. Vonovia hat bundesweit rund 350.000 Wohnungen im Bestand, darunter viele Quartiere. Dort erreichen wir pro Projekt viele hundert Mieter, wodurch wir eine große Reichweite erzielen“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Die Kooperation ist zunächst für zwei Jahre vereinbart und auf das größte Bundesland Nordrhein-Westfalen begrenzt. Später könnte sie aber auf ganz Deutschland ausgeweitet werden.

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