Wohnungen und Integration für Flüchtlinge

Flüchtlinge sollen über den vom „Königsteiner Schlüssel“ vorgesehenen Anteil verstärkt auch in den neuen Bundesländern untergebracht werden. Angesichts des in weiten Teilen Ostdeutschlands überdurchschnittlich hohen Leerstands erscheint dieser Blick plausibel. Ebenso wichtig sei aber eine Verkehrs-, Gesundheits- und Bildungs-Infrastruktur als Grundlage für Integration, sagt Maren Kern, Vorstand beim BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V.

FOTO: PIXABAY/ TPSDAVE
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Eine wichtige Voraussetzung für Integration sei das Vorhandensein sozialer Trägerstrukturen zur Betreuung der Flüchtlinge. Die seien leider nicht überall vorhanden.

Wichtig sei auch, die Flüchtlinge auf das Wohnen in den neuen Nachbarschaften vorzubereiten. Dazu müssten ihnen Grundkenntnisse in Sprache, Gebräuchen und mietrechtlichen Rahmen vermittelt werden. Außerdem müssten die Anwohner möglichst frühzeitig in das Verfahren eingebunden und umfassend informiert werden. Kern: „Integrationslotsen könnten dabei helfen, zwischen den Menschen Brücken zu bauen und beim guten Zusammenleben zu unterstützen.“

Zuwanderung als Chance
Dass derzeit so viele junge und vielfach auch gut ausgebildete Menschen nach Deutschland kämen, müsse auch als Chance genutzt werden. Integration sei deshalb eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, für die sich alle verantwortlich fühlen sollten. „Gerade auch Brandenburg kann die Zuwanderung von Fachkräften gut gebrauchen“, unterstrich Kern.

Auch der GdW ist der Meinung, Kommunen müssten eine langfristige Betreuung und integrative Maßnahmen sicherstellen. Dazu sollten „Integrationslotsen“ sowohl für die Flüchtlinge als auch für die Anwohner sowie eine ausreichende Anzahl entsprechend geschulter Sozialarbeiter eingesetzt werden. Die Flüchtlinge brauchen nicht nur Zugang zu medizinischer Versorgung, Kinderbetreuung und Schulen, sondern perspektivisch auch Beschäftigungsmöglichkeiten in ihrem Umfeld. Dazu sollte das Absolvieren von Sprach- und Alphabetisierungskursen, nach dem Beispiel der Niederlande, verpflichtend sein und allen Beteiligten Dolmetscher zur Seite stehen.

Ein Schwerpunkthema der IVV-Ausgabe 07-08/2015:
Migranten und Flüchtlinge - Vorschläge und Beispiele aus der Wohnungswirtschaft: So kann die Integration gelingen.
Fokus-Thema Juli: Wohnräume für Flüchtlinge am Beispiel der Trave in Lübeck
Engagement der Wohnungswirtschaft zum Flüchtlingszustrom (GdW-Resolution Sept 2015)
► Schneller und kostengünstiger Wohnraum für Asylsuchende (Aug 2015)
Immobilienexperten diskutieren am 6.10. über Wohnraum für Flüchtlinge (Sept 2015)

Weiterführende Links:
http://web.gdw.de/pressecenter/pressemeldungen/2787-wohnungswirts...
https://bbu.de/

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