Bezahlbarer Wohnungsbau in anspruchsvoller Architektur

08.11.2018

Wie sieht es eigentlich aus mit bezahlbarem Wohnraum in Kempten? In der Allgäuer Residenz stand die Stadtentwicklung vor der Aufgabe, einerseits Wohneigentum bereit zu stellen und andererseits bezahlbare Mietwohnungen zu schaffen. Die f64 Architekten haben genau dies im Auftrag der BSG-Allgäu, Bau- und Siedlungsgenossenschaft eG Kempten in einer architektonisch eindrucksvoller Weise umgesetzt.

Neubau in Kempten
Dieses Haus mit Mietwohnungen und Eigentum steht im Sligopark Kempten, einem familienfreundlichen, zukunftsorientierten Wohngebiet. FOTO: Mein Ziegelhaus GmbH & Co. KG

Die Stadt Kempten ist für ihr attraktives Stadtbild bekannt. Im Stadtteil Sankt Mang entstand in Bestlage jüngst das Baugebiet Ludwigshöhe. Während sich südlich die bereits bestehende attraktive Wohnbebauung anschließt, befindet sich östlich das Naherholungsgebiet Bachtelweiher.

Auf dem höchstgelegenen rund 9.200 m² großen Grundstück mit dem Sligopark wurde zwischen 2014 und 2018 ein familienfreundliches und zukunftsorientiertes Wohngebiet in anspruchsvoller Architektur realisiert. Auftraggeberin des Projektes ist die BSG-Allgäu, Bau- und Siedlungsgenossenschaft eG. Architekt und Stadtplaner Stephan Walter von F64 Architekten aus Kempten führte das rund 13 Millionen Euro teure Projekt erfolgreich durch sämtliche Planungs- und Bauphasen.

Gründerzeitelemente in skulpturaler Kubatur

Im ersten Bauabschnitt wurden drei fünfgeschossige Stadthäuser mit insgesamt 47 Wohnungen und einer gemeinsamen Tiefgarage mit 52 Stellplätzen fertiggestellt. 43 Wohnungen sind öffentlich gefördert und ermöglichen Miethöhen zwischen 4,50 und 7,00 Euro pro Quadratmeter. Der zweite Bauabschnitt umfasst weitere drei ebenfalls fünfgeschossige Stadthäuser mit 39 Eigentumswohnungen sowie eine weitere Tiefgarage mit 41 Stellplätzen.

Die insgesamt sechs Häuser wurden allesamt in skulpturaler Kubatur errichtet. Über einen fünfeckigen Grundriss spannte der Planer ein asymmetrisches Satteldach ohne Dachvorsprung. Da sich die Gebäude zur gemeinsamen Grünfläche hin verjüngen, entsteht ein Raumbezug zwischen den einzelnen Baukörpern, der sowohl Weite und Ausblick generiert als auch einen gemeinsamen Kontext schafft. Um die Fassadenflächen aufzulockern wurden die gerundeten Brüstungen der den Loggien vorgelagerten Balkone von schmiedeeisernen Konstruktionen im Stil der Gründerzeit geschmückt. Diese, wie auch die Fenster, wurden geschossweise versetzt angeordnet. Sie brechen dadurch die beherrschte Formensprache der Baukörper.

Hochwertige Ausstattung auf allen Ebenen

Durch die Grundrissstruktur entstanden unterschiedliche Wohnungstypen mit je zwei bis fünf Zimmer. Während alle Erdgeschosswohnungen über Gärten mit geschützten Loggien verfügen, erhielten die Obergeschosswohnungen je eine Loggia mit Balkonerweiterung und die Dachgeschosswohnungen großzügige, durch geschlossene Dachränder blick- und windgeschützte Dachterrassen. Hauszugänge, Treppenhäuser und Aufzüge wurden barrierefrei gestaltet, ebenso die meisten der Wohnungen.

Alle Gebäude verfügen über eine Schließanlage und hochwertige Bodenbeläge in den Gemeinschaftsbereichen. Innerhalb der Wohnungen wurde ein trittschallentkoppelter Fertigparkettboden verlegt. Körperformbadewannen, flache Duschelemente sowie zwei Waschbecken sorgen zusammen mit einem umlaufend raumhohen Fliesenbelag für hohen Komfort.

Ziegelbauweise für Wirtschaftlichkeit und Energieeffizienz

Um auch energetisch zu überzeugen, setzten Bauherrin und Planer monolithische Außenwände aus Ziegel von Mein Ziegelhaus, die sich im Geschosswohnungsbau besonders bewährt haben. Eine wärmebrückenfreie Gebäudehülle aus ThermoPlan-Ziegeln in der Stärke 42,5 und dreifach isolierverglaste Fenster ergeben zusammen mit einfacher, robuster Technik eine nachhaltige Bausubstanz.

Die monolithische Bauweise mit Ziegelmauerwerk wurde gewählt, weil sowohl die Erstellungskosten als auch die robuste und zuverlässige Umsetzung überzeugen. Auch sämtliche Innenwände wurden in Hochlochziegelmauerwerk unterschiedlicher Stärke ausgeführt, da der Ziegel sehr gute Brand- und Schallschutzeigenschaften besitzt. Die Wärmeerzeugung erfolgt via Fernwärme in Verbindung mit Fußbodenheizungen. Eine kontrollierte Bad- und WC-Lüftung mit Nachströmung über den Fensterfalz sorgt für ideales Raumklima. So konnte der erste Bauabschnitt im KfW 70-Standard ausgeführt werden - der zweite Bauabschnitt sogar als Energieeffizienzhaus 55.

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