Energiewende rückt Neubauten weiter in den Fokus

Egal ob Eigennutzer oder Kapitalanleger – vor dem Immobilienkauf steht die Entscheidung für einen Neubau oder eine Bestandsimmobilie. Altbauten locken zwar oft mit günstigeren Einstandspreisen. „Allerdings spielen die Verbrauchswerte bei Immobilien wegen der gestiegenen Energiekosten eine immer wichtigere Rolle. Im Lauf der Zeit sind kostenintensive Sanierungsarbeiten unumgänglich. Bis zur Sanierung müssen Vermieter bei energetisch ineffizienten Objekten mit geringeren Mieteinnahmen und damit niedrigeren Renditen rechnen“, sagt Immobilienexperte Michael Balek, Head of Portfolio Management des Münchener Bauträgers Euro Grundinvest.

Neubau statt Altbau, Foto: pixelio.de/Gabriele Planthaber
Neubau statt Altbau, Foto: pixelio.de/Gabriele Planthaber

„Immer mehr Mieter lassen sich vor der Vertragsunterzeichnung den Energieausweis zeigen“, weiß Balek. Denn: Eine bessere Energieeffizienz macht sich langfristig deutlicher denn je bemerkbar. Allein der Preis für Heizöl ist in den vergangenen zehn Jahren um 153 % gestiegen. Im vergangenen Jahr erreichte der Preis seinen bisherigen Höchststand. Das Hamburger Forschungsbüro EnergyComment beobachtete im Jahr 2002 einen Heizölpreis von 35 Cent/l – 2012 seien es bereits 90 Cent gewesen. Die Prognose für die kommenden Jahre sieht noch drastischer aus: Bis 2030 wird eine Verdopplung des heutigen Preises erwartet. Die Füllung eines 3.000 l Heizöltanks kostet dann 5.520 €.

Das Problem: „In vielen älteren Häusern ist die Wärmedämmung unzureichend“, sagt Balek. Während ein Neubau durchschnittlich rund 55 bis 70 kWh/m2 verbraucht, sind es bei Altbauten bis zu 250 kWh. Bei 140 m2 Wohnfläche verbrauchen Altbauten zwischen 2.000 und 3.000 € mehr Energiekosten pro Jahr. Das sind Mehrkosten, die Mieter abschrecken oder die Rendite schmälern. „Außerdem sind in älteren Häusern oft Ölheizungen verbaut, da diese bis zum Anfang der 1970er Jahre aufgrund damals günstiger Preise die bevorzugte Energiequelle waren“, sagt Balek. Eine effektive Sanierung kostet bereits bei einem Einfamilienhaus 40.000 € und mehr.

Hinzu kommen laut Balek bei Bestandsimmobilien Kosten für regelmäßig anfallende Renovierungsarbeiten, während bei einem Neubau in den ersten 20 Jahren nur geringe Kosten zu erwarten sind. „Innerhalb weniger Jahre amortisiert sich so die Investition in eine neu gebaute Immobilie, trotz zunächst höherem Kaufpreis“, sagt Balek. In München beginnt der Quadratmeterpreis für Neubauten in guter Wohnlage momentan durchschnittlich bei 5.900 € – für einen Altbau bei 5.000 €. In Berlin kostet ein Neubau 2.400 €/ m2, für Bestandsimmobilien liegt der Preis dort bei 1.800 €/ m2.

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