Heizungsart

Immer mehr Wohnimmobilien mit Wärmepumpe

Wärmepumpen waren im Jahr 2019 noch ein Nischenprodukt, jetzt steigt ihre Verbreitung in Wohnimmobilien. Bereits 8 Prozent aller Immobilien, die zum Kauf angeboten werden, besitzen eine Wärmepumpe.

Das Portal immowelt führte eine Analyse der inserierten Kaufimmobilien durch und stellte fest, dass der Anteil der Immobilien mit einer Wärmepumpe gestiegen ist.
Das Portal immowelt führte eine Analyse der inserierten Kaufimmobilien durch und stellte fest, dass der Anteil der Immobilien mit einer Wärmepumpe gestiegen ist.

Als klarer Wendepunkt bei der Heizungswahl kann die Energiekrise von 2022 ausgemacht werden: Blieb der Anteil an Wärmepumpen bei Immobilieninseraten zwischen 2019 und 2022 mit jeweils 2 Prozent stabil, erhöht sich der Anteil seitdem merklich und erreicht 2025 8 Prozent. Die steigende Popularität von Wärmepumpen geht dabei vor allem zu Lasten von Gasbrennern. Lag deren Anteil bis 2023 stabil um die 50 Prozent, sackte er binnen zwei Jahren auf 43 Prozent ab. Ölheizungen sind hingegen seit 2021 mit konstanten 10 Prozent am Angebot vertreten.

Fossile Heizungsarten besondern in ländlichen Regionen rückläufig

Die Popularität von Wärmepumpen hat in den letzten Jahren vor allem abseits der Metropolen und Großstädte stark zugenommen. Zwar stieg der Anteil in allen Regionen, aber in Städten unter 100.000 Einwohnern verlieren fossile Brennstoffe besonders deutlich: Dort liegt der Anteil an Wärmepumpen heute bei 13 Prozent – ein Anstieg von 10 Prozentpunkten seit 2019. Im gleichen Zeitraum ging die Verbreitung von Gasthermen in Kaufimmobilen von 46 auf 35 Prozent zurück. Ölheizungen verloren 7 Prozentpunkte und sind 2025 in 17 Prozent der inserierten Immobilien verbaut.

Adé zur alten Heizung sagen eher Besitzer von Eigenheimen

Das dürfte daran liegen, dass in Kleinstädten und Dörfern Menschen tendenziell eher in Ein- oder Zweifamilienhäusern wohnen. Immobilieneigentümer dort haben also mehr Entscheidungsfreiheit über ihre Heizungsform und zudem meist mehr Grundstücksfläche, um Wärmepumpen in Vorgärten oder Gärten zu installieren. In dicht bebauten Großstädten sind hingegen eher Mehrparteienhäusern die dominante Wohnform. Dort muss zunächst die ganze Eigentümergemeinschaft einem Heizungstausch zustimmen. Zudem ist die Installation einer Wärmpumpen baulich schwerer zu realisieren, wenn entsprechende Freiflächen rund ums Haus fehlen. In Großstädten sind obendrein öfter Fernwärmenetze verlegt, sodass nicht alle Eigentümer ihre Heizungsform frei wählen können.

Weitere Ergebnisse der Analyse:

  • Gas-Heizungen weiterhin in der Mehrheit, aber rückläufig: Anteil seit 2019 von 49 Prozent auf 43 Prozent gesunken
  • Anteil von Öl-Kesseln seit 5 Jahren stabil bei 10 Prozent
  • Wärmepumpennutzung vor allem in Kleinstädten und dem ländlichen Raum: Anteil steigt dort seit 2019 von 3 auf 13 Prozent

Berechnungsgrundlage:
Für die Berechnung der Verteilung von Heizungsarten am Angebot wurden alle seit 2019 auf immowelt.de inserierten Angebote für Wohnungen und Einfamilienhäuser zum Kauf genutzt. Fehlende Prozent auf 100 Prozent sind Inserate mit sonstigen Heizungsarten oder fehlenden Angaben.

Quelle Immowelt.de (AVIV Germany GmbH)

>> IVV-Fachartikel: Einsatzbeispiele für die Wärmepumpe in Bestandsimmobilien  ̶   Effizienz trifft auf schwierigen Markt

 

Statistisches Bundesamt:
Wärmepumpe das beliebteste Heizsystem des vergangenen Jahres

Mehr als zwei Drittel (69,4 Prozent) der im Jahr 2024 in Deutschland fertig­gestellten Wohngebäude (knapp 76.100) wurden mit 
einer Wärmepumpe als primärem Heizsystem ausgestattet. Besonders beliebt ist die Wärmepumpe in neuen Ein- und Zweiparteienhäusern: Fast drei Viertel (74,1 Prozent) nutzen dieses Heizsystem. In fertiggestellten Mehrparteien­häusern betrug dieser Anteil 45,9 Prozent.

Redaktion (allg.)

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