Einer Berechnung von KfW Research zufolge, könnte sich der Absatz an Wärmepumpen verdoppeln, wenn sich der Gaspreis verdoppeln und der Strompreis halbieren würde. Für diese Annahme wurde verschiedene Ansätze herangezogen:
Das Verhältnis von Strom- zu Gaspreis ist ein relevanter Hebel, um die Verbreitung von Wärmepumpen voranzutreiben", sagt Dr. Johannes Rode, Experte für Energiethemen bei KfW Research. "Es gibt verschiedene Ansatzmöglichkeiten. Eine davon ist ein verlässlich ansteigender CO2-Preis, der zu einem höheren Gaspreis führt. Auch attraktive Wärmepumpenstromtarife sind eine Option.
Die Wärmepumpe ist in Deutschland mittlerweile der vorherrschende Wärmeerzeuger. Im Jahr 2023 wurden 52 Prozent der Mehrfamilienhäuser sowie 72 Prozent der genehmigten Einfamilienhäuser mit Wärmepumpen ausgestattet.
Auch mit Blick auf den gesamten Heizungsmarkt zeigt sich der Wandel: War im Jahr 2019 nur jeder zehnte aller verkauften Wärmeerzeuger eine Wärmepumpe, so war es in den letzten beiden Jahren bereits jeder vierte.
Die Analyse von KfW Research untersuchte, wie verbreitet Wärmepumpen in verschiedenen europäischen Ländern sind und was entscheidende Faktoren dafür sind.
Insgesamt hat sich der Absatz von Wärmepumpen in Europa in den vergangenen 10 Jahren etwa vervierfacht, lediglich im Jahr 2023 gab es einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. In Deutschland gab es im Jahr 2023 je 1000 Haushalte 11 verkaufte Wärmepumpen. In der Schweiz waren es 17, in Frankreich 23, in Schweden 36 und beim Spitzenreiter Norwegen 57. Deutschland lag unter 21 untersuchten Ländern auf Platz 17.
Ähnlich sieht es beim Blick auf den Bestand an Wärmepumpen aus. Auch dort sind die skandinavischen Länder führend. In Norwegen und Finnland wird bereits jedes zweite Wohngebäude mit einer Wärmepumpe beheizt, in Deutschland sind es lediglich 5 Prozent.
Quelle: KfW
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Die höheren Anfangsinvestitionen für Wärmepumpen schrecken manche Käufer ab. Die Betriebskosten sind jedoch oft um 30 bis 50 Prozent niedriger als bei Öl- oder Gasheizungen. Auch der Wartungsaufwand ist geringer. Je nach Gebäudegröße und regionalen Energiepreisen (ausschlaggebend sind hier insbesondere die Strompreise) amortisieren sich die Anlagen innerhalb von acht bis 15 Jahren – vor allem, wenn die vorhandenen Fördermittel genutzt werden. Diese kann für Vermieter bis zu 35 Prozent der Gesamtinvestition für eine neue Heizungsanlage betragen.
Deswegen kommen Wärmepumpen auch immer öfter in alten Mehrfamilienhäusern, die ursprünglich mit Gas oder Öl beheizt wurden, zum Einsatz.













