Erstes Mehrfamilienhaus im Effizienzhaus Plus Standard in Europa

29.07.2015

Das Effizienzhaus-Plus mit 74 Wohneinheiten wurde am 8. Juli in Frankfurt a.M. eröffnet und setzt Maßstäbe beim energieeffizienten Wohnen. Der Neubau bereichere das Stadtbild, schaffe bezahlbaren Wohnraum und erzeuge über ein Jahr mehr Energie als deren Bewohner für Heizung, Warmwasser, Hausstrom und Mobilität verbrauchen, sagte Bundesbauministerin Barbara Hendricks anlässlich der Eröffnung.

FOTO: ABG FRANKFURT HOLDING

Das weitere Projekt in der Netzwerkinitiative Effizienzhaus Plus des Bundesbauministeriums gewinnt seine Energie zur Stromerzeugung über 330 Photovoltaik-Module an der Fassade und rund 1.000 Hocheffizienzmodule auf dem Dach. Der damit erzeugte Strom wird in einer Batterie im Keller des Hauses gespeichert. Dadurch kann der Strom auch nachts genutzt werden. Wärme und Warmwasser wird über eine Wärmepumpe bereitgestellt, die mit dem gewonnen Solarstrom betrieben wird. Die Wärmepumpe nutzt als Wärmequelle den nahegelegenen Abwasserkanal.

Beim Bau wurde auf eine Kombination aus gut gedämmter Gebäudehülle, effizienter Gebäudetechnik, regenerativen Energien und sparsamen Haushaltsgeräte im A+++-Standard gesetzt.

Möglichst geringer Energieverbrauch
Über ein Display kann jeder Mieter des Aktiv-Stadthauses den jeweiligen Energieverbrauch mit der aktuellen Stromerzeugung vergleichen. Ziel ist es, Erzeugung und Verbrauch aufeinander abzustimmen, ohne dass der Mieter sich dabei einschränken muss. Dadurch soll die Ausnutzung des erzeugten Stroms im Aktiv-Stadthaus erhöht und der Bezug von externem Strom aus dem öffentlichen Netz möglichst gering gehalten werden. Abgerundet wird das mieterfreundliche Konzept durch ein Carsharing-Angebot mit Elektrofahrzeugen. Die Fahrzeuge erhalten den zum Fahren benötigten Strom aus der Batterie des Gebäudes.

Die ABG FRANKFURT HOLODING Wohnungsbau- und Beteiligungsgesellschaft mbH als Betreiber des Effizienzhaus Plus ist der Meinung, dass mit dem Aktiv-Stadthaus „eine neue Stufe der Evolution der Energieeffizienz“ erreicht worden ist.

Das Projekt liefere den Beleg dafür, dass nachhaltiges Bauen und ansprechende Ästhetik kein Widerspruch sein müssen, unterstrich Manfred Hegger, der Architekt des Aktiv-Stadthauses. 

Das Aktiv-Stadthaus ist Teil des Netzwerkes Effizienzhaus Plus, das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert und wissenschaftlich begleitet wird. Aktuell umfasst das Netzwerk bundesweit über 30 Wohnungsbau-Modellvorhaben im Effizienzhaus Plus-Standard vom Ein- bis zum Mehrfamilienhaus im Neu- und Altbau.

► Video: Effizienzhaus Plus in Berlin mit Elektromobilität

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