WG-Kosten für Studierende

Dramatischer Anstieg um 11,4 Prozent

Beim Start des neuen Semesters im Oktober kommt auf Studierende eine dramatische Steigerung der Mieten zu. Mit durchschnittlich 435 Euro pro Monat zahlen junge Leute für ein WG-Zimmer 44 Euro pro Monat mehr als noch vor einem Jahr.

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Die Mietpreis für Wohnungen für Studierende sind sehr gestiegen. Das bringt manch Wohnungsuchenden zur Verzweiflung. Bild: Adobestock/ Gina Sanders
Die Mietpreis für Wohnungen für Studierende sind sehr gestiegen. Das bringt manch Wohnungsuchenden zur Verzweiflung. Bild: Adobestock/ Gina Sanders

Preise für Studenten-Wohnungen

Die deutliche Zunahme um 11,4 Prozent ist eines der zentralen Ergebnisse der Untersuchung des Moses Mendelssohn Instituts in Kooperation mit dem Immobilienportal WG-Gesucht.de und dem Projektentwickler GBI. Dabei wurden die Wohn-Angebote in allen 95 deutschen Hochschulstädten mit mindestens 5.000 Studierenden ausgewertet. Durchgeführt wird die unabhängige Marktbeobachtung seit 2013.

„Diese Zeitreihe erlaubt einen langfristigen Vergleich über ein Jahrzehnt und belegt, dass es eine Preiserhöhung in dieser Form bisher nicht gegeben hat“, resümiert Dr. Stefan Brauckmann, Geschäftsführender Direktor am Moses Mendelssohn Institut (MMI). 2019 dokumentierten MMI und WG-Gesucht.de mit 7,1 Prozent die bisher deutlichste bundesweite Mietensteigerung für Studierende. Dr. Brauckmann: „Das war schon damals eine bemerkenswerte Zunahme im erhitzten Markt, diesmal toppt die Veränderung aber alles bisher Dagewesene.“

Deutlichste Mietensteigerung für Studierende

Teilweise ist die jetzige Preis-Explosion Resultat eines Nachhol-Effekts. „Zwei Jahre sorgte die Corona-Pandemie bei Neuvermietungen eher für eine Seitwärtsbewegung der Preise“, erklärt Dr. Brauckmann die Zahlen: „Damit ist es jetzt vorbei. In 89 von 95 Städten der Hochschulstädte-Liste sind Zimmer in einer WG jetzt teurer als noch 2021.“

Für Wohnungssuchende an einigen Hochschul-Standorten sei die Steigerung sowohl prozentual als auch nominal klar überdurchschnittlich ausgefallen.

Markt für Studenten-Wohnungen erheblich in Bewegung

Schon Anfang 2022 habe es in allen Städten Anzeichen gegeben, dass der Markt erheblich in Bewegung gerät. „Weil sich die Lage an den Hochschulen nach der Corona-Sondersituation normalisierte, sorgten mehrere Effekte für erheblichen Preisauftrieb“, so Dr. Brauckmann: „So wollen viele Studierende Umzüge nachholen, die sie wegen der Pandemie auf Eis gelegt hatten.“ Erheblichen Einfluss hätten auch verschobene Studienabschlüsse. Da aufgrund der Pandemie Vorlesungen, Seminare oder Prüfungen ausfielen oder wenig ergiebig waren, verlängerten viele junge Leute ihr Studium. So würden viele Wohnungen später frei, der Mangel verschärfe sich. Auch internationale Studierende holten nun Auslandsemester in Deutschland nach. Mit dem gleichen Effekt.

Auch der langfristige Vergleich in vielen Städten zeige die Dramatik der Lage. In Berlin etwa erhöhte sich der WG-Preis laut der MMI-Analyse von 335 Euro im Jahr 2013 über 495 Euro im Vorjahr auf nun 550 Euro. Dies entspreche einer Steigerung von 64 Prozent.

In dieser angespannten Situation helfe das aktuelle Niveau der staatlichen finanziellen Unterstützung nur unzureichend. Zwar erhöhte sich im Juli im Rahmen der BAföG-Reform die Wohnkostenpauschale gerade von 325 auf 360 Euro. „Doch nicht zuletzt wegen der aktuellen Preissteigerungswelle hinkt die Politik der Realität deutlich hinterher“, betont Dr. Brauckmann: „An 59 Standorten ermittelten wir Preise von mehr als 360 Euro. Hier sind 64 Prozent der Studierenden eingeschrieben. Eine Wohngemeinschaft ist zudem die günstigste Alternative am freien Wohnungsmarkt, die Situation bei anderen Wohnformen somit noch extremer.“ Ein weiterer Fördernachteil für die angehenden Akademiker: der Heizkosten-Zuschuss für BAföG-Empfänger sei geringer ist als bei sonstigen Wohngeld-Berechtigten. (Red.)

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Redaktion (allg.)

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