Kolumne

Jetzt also auch noch Konfliktberater …

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 Bild: Pixabay/ mohamed_hassan
Bild: Pixabay/ mohamed_hassan

Gaspreisbremse, Grundsteuer, Kriegsangst, Inflation, energieeinsparende Sanierungen, Corona und was sonst noch so alles in den Köpfen herumspukt.

Die Menschen und besonders meine Kunden – so zumindest mein Gefühl – fordern mich in den letzten Monaten über das normale Maß hinaus in einer Funktion, die ich seit langer Zeit kenne. Als Konfliktberater in jedweder Hinsicht. Als Verwalter sei ich doch die Ansprechperson für die ganzen Probleme – und soll doch bitte für alles eine Lösung parat haben.

Habe ich aber nicht! Hört Ihr, liebe Vermieter, Eigentümer und Mieter: Ich habe für die aktuelle Lage keine Lösung! Da müssen wir gemeinsam durch, trotz aller Unwägbarkeiten und Emotionen.

Übrigens eine der häufigsten Fragen, die mir gestellt werden: „Was meinen Sie, wann wir wieder normale Zustände haben werden?“ Ehrlich? Keine Ahnung! Und wenn, dann wird es wohl für lange Zeit oder sogar für immer ein „neues Normal“ geben. Und wie das aussehen wird? Abwarten.

Wenn der Mieter seine Miete nicht zahlt, ist das für den Vermieter sehr ärgerlich und bringt kleinere Vermieter eventuell auch in finanzielle Schwierigkeiten. Das Gesetz gibt dem Vermieter daher das Recht das Mietverhältnis bei Erreichen eines bestimmten...

Wir haben jetzt zum ersten Mal in über 70 Jahren wieder eine Situation, die weltpolitisch und weltwirtschaftlich ziemlich angespannt und unübersehbar ist. Mit weitreichenden Konsequenzen für unser aller Leben. Und darin liegt meiner Meinung nach der Grund für diese teilweise an Hysterie grenzende Stimmung in unserer Gesellschaft. Wir können nicht voraussehen, welche Auswirkungen dies alles auf unser eigenes Leben haben wird. Bis in die kleinsten Details unseres Alltags. Sicherheit? Planbarkeit? Fehlanzeige!

Vielleicht gibt uns aber ein Blick in andere Regionen der Welt ein wenig Zuversicht. Die Menschen in der Ukraine haben in weiten Teilen des Landes keinen Strom und kein Gas mehr, im Iran kämpfen täglich Frauen für das Ende der Diktatur und in vielen Staaten am Äquator herrscht Hungersnot. Da geht es uns doch Gold.

Ich weiß, dass diese Krisenherde für viele von uns weit weg sind und das eigene Denken sich fast immer um die eigene kleine Welt dreht. Der Vergleich sollte uns aber ein wenig demütiger und dankbarer machen. Bei allen Problemen: Anderen in der Welt geht es schlechter!

Seien wir also geduldig und tun das Mögliche, indem wir nicht durchdrehen und weiterhin respektvoll miteinander umgehen.

Michael Friedrich

Michael Friedrich
Der Verwalter-Berater

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Artikel Jetzt also auch noch Konfliktberater …
Seite 6
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