Wir brauchen andere Verwalter
Natürlich hat das auch etwas mit uns selbst und unserem Auftreten zu tun, denn wo Anfeindungen, Pöbeleien und teils sogar Gewaltausbrüche vorkommen, da sind immer beide Seiten mitverantwortlich.
Nur in welchem Umfang ist hier die Frage.
Wollen wir das weiter so hinnehmen? Dass unsere Mitarbeiter – und speziell die weiblichen – gedisst, gemobbt und Verwalter:innen im Allgemeinen respektlos und ohne Wertschätzung behandelt werden?
Meine Erfahrung hat gezeigt, dass in ähnlichen Situationen, sprich, wenn sich der scheinbar Unterlegene nicht wehrt und einfach alles über sich ergehen lässt, die Situation nur noch schlimmer wird. Negieren, verdrängen oder einfach aushalten wird auf Dauer nicht funktionieren.
In Krisenzeiten zeigt sich bei vielen Menschen leider die unangenehme Seite ihres Charakters. Hier nur zwei O-Töne von Kollegen, die ich in den letzten Wochen aus Telefonaten in Erinnerung behalten habe:
„In der Corona-Krise zeigt sich die böse Fratze des Menschen!“
„Was der Eigentümer im Internet über uns verbreitet hatte, musste ich bereits mehrfach löschen lassen.“
Ich möchte dazu aufrufen, dass wir uns als qualifizierte Dienstleister dieses Verhalten unserer Kunden nicht mehr gefallen lassen!
Mein Ziel für Mitarbeiter:innen, mich selbst und unseren Berufsstand wäre, dass Hausverwaltungen selbstbewusster auftreten und den Kunden Paroli bieten. Wir sind doch nicht die Lakaien unserer Kunden. Auch wenn wir auf Eigentümerversammlungen den Spruch, wir seien Angestellte der WEG, schon oft gehört haben.
Lassen Sie uns gemeinsam etwas dagegen tun und unsere Kunden nicht nur aufklären, sondern auch durch eine selbstbewusstere Kommunikation vom Gegenteil überzeugen. Nämlich davon, dass man nicht schreien, pöbeln oder Schlimmeres tun muss, um an sein Ziel zu kommen. Und lassen Sie uns gegenüber solchen Kunden Grenzen ziehen.
Damit am Ende unsere Branche eine Chance auf eine gute Zukunft mit zufriedenen und respektierten Mitarbeiter:innen und Chef:innen … und Kunden hat.
Michael Friedrich
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