Immobilien-Apps für Hausverwalter

In den App-Stores gibt es zahlreiche Applikationen, die die Arbeit von Vermietern und Verwaltern erheblich erleichtern. Die folgende Übersicht zeigt eine Auswahl wichtiger Vertreter.

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Immer bessere Apps eröffnen für Unternehmen der Wohnungswirtschaft neue Möglichkeiten in den Bereichen Kundenservice und Verwaltung. BILD: NETURAL
Immer bessere Apps eröffnen für Unternehmen der Wohnungswirtschaft neue Möglichkeiten in den Bereichen Kundenservice und Verwaltung. BILD: NETURAL

Home: Die Vermieter & Hausverwaltung App

Mit Home hat man die gesamte Hausverwaltung in einer App. Die Applikation erlaubt die Verwaltung von Stammdaten und Mietverträgen, die Einspeisung der Nebenkosten direkt von den Versorgern und das Einlesen von Verträgen und Rechnungen per Smartphone-Kamera. Außerdem lassen sich mit der App der automatische Versand von Briefen, die direkte Kommunikation mit Mietern, die Bereitstellung der Dokumente für Eigentümer, die Neuvermietung und die Kontrolle über den Lastschrifteinzug der Mieten organisieren.

Home: Die Vermieter & Hausverwaltung App (FOTO: Home)

 

immoviewer

Mit der immoviewer-App erstellt man virtuelle Rundgänge und Online-Besichtigungen mit dem Smartphone – schnell und effizient.

Innerhalb von wenigen Minuten können Rundgänge kompletter Objekte produziert werden, ohne dafür einen Computer zu benötigen. Räume lassen sich benennen und hinzufügen. Durch Setzen von Klickpunkten kann der Immobilieninteressent virtuell durch die Immobilie laufen. Die Rundgänge könnenauch  auf Portale hochgeladen werden.

Mithilfe der App lassen sich die Online-Besichtigungen organisieren und nachträglich bearbeiten. Die App verbindet sich auch problemlos mit der professionellen 360-Grad-Panoramakamera Ricoh Theta, wenn Bilder mit höherer Qualität erforderlich sind.

Ein Tutorial zum Erstellen eines virtuellen Rundgangs ist in der App abrufbar. Für die Nutzung der App ist nur ein Kundenkonto auf der immoviewer-Website erforderlich. Die immoviewer-App erstellt virtuelle Rundgänge (Foto: immoviewer)

Allthings

Allthings Technologies möchte mit der Service-App eine optimierte digitale Interaktion zwischen Mietern und Immobilieneigentümern beziehungsweise Verwaltern ermöglichen. Ob Mieterpinnwand oder Energieverbraucherinformationen, Allthings stattet jedes Gebäude mit passenden digitalen Diensten aus. Dadurch sollen Kosten im Betrieb gesenkt werden können und der Wert der Immobilie steigen.

Seit März 2017 kooperiert das PropTech-Unternehmen mit kiwi.Ki, dem Marktführer für schlüssellose Zugangssysteme in Deutschland. Türen können nun aus der Allthings-App heraus geöffnet und geschlossen werden. Allthings war PropTechPitchWinner 2017. Allthings: Alles für ein besseres Leben in Gebäuden (Foto: Allthings)

Ein Objekt von unterwegs aus prüfen: BEOSinvest App

Die App ist eine Entwicklung aus dem Hause BEO AG. Die Idee dahinter: Ein zukünftiger Verwalter oder Vermieter möchte eine (grobe) Einschätzung erhalten, ob sich ein Objekt grundsätzlich rechnet. Im „Quick-Check“ lässt sich für einen aller ersten Eindruck herausfinden, ob das Objekt optimiert werden könnte hinsichtlich Kaufpreis, Investitionen, Kosten, Flächen und Mieten.

Die App kann eine tiefe Analyse durch professionelle Kalkulationsprogramme nicht ersetzen. Screenshot BEOSInvest-App

Astra Cockpit: Energie-Monitoring

Hier lautet das Motto: „Nur ein Energieverbrauch, der sich messen lässt, lässt sich steuern.“ Die App versteht sich als Energie-Monitoring Komplettlösung für Verwalter und Vermieter. Sie soll der Zielgruppe helfen, das Energiemanagement effizienter zu gestalten. Mit dem Smartphone oder Tablet lassen sich lückenlos und tagesaktuell Verbrauchsdaten einsehen - alle technischen und kaufmännischen Kennzahlen im Überblick.

Hausmeister und Lieferanten können über die App per E-Mail, SMS oder Fax über nötige Wartungs- und Instandhaltungstätigkeiten oder Reparaturen informiert werden.

Screenshot: Astra Software

   

MyKeys24

Mit MyKeys24 kann die Nachbestellung eines Ersatzschlüssels ausgelöst werden. Voraussetzung: Sie haben vorher von dem Schlüssel ein Foto gemacht. Streng genommen handelt es sich bei dieser Anwendung nicht um eine App, sondern um einen Onlineservice. Aber die Handhabung ist so einfach, dass es sich anfühlt wie eine App: Bei Verlust eines Schlüssels laden Sie das Foto des Gegenstands über die Website des Unternehmens hoch. Ein Menü führt Sie durch die Bestellung. Einige Schlüssel werden nur gegen Vorlage der Sicherungskarte nachgemacht. Screenshot MyKeys Website

easysquare/ PROMOS consult GmbH

Die Berliner easysquare GmbH entwickelt u.a. mobile Apps für die digitale Mieter- und Eigentümerbetreuung. Alle Vorgänge rund um die Vertragsverhältnisse sollen damit vereinfacht werden. Die Dokumentenverwaltung (Verträge, Energieausweise) und z.B. Schadensmeldungen stehen digital zur Verfügung und sind auf dem Tablet oder Smartphone jederzeit abrufbar. Mit der App greift der Nutzer auf die easysquare-Plattform zu, wo alle wichtigen Daten miteinander verknüpft, ergänzt, bearbeitet, verwaltet werden können.

PROMOS ist ein führendes Beratungs- und Systemhäuser in der deutschen Immobilienwirtschaft und seit 20 Jahren im Markt.

Seite 2: Die Möglichkeiten von Apps. Was bieten branchenspezifische WoWi-Apps? Darauf sollten Sie achten (Betriebssystem, Benutzerfreundlichkeit, Sicherheit), Hinweis auf Produktvergleich (03/2016)

Die Möglichkeiten von Apps

Apps sind unter einem mobilen Betriebssystem sofort, ohne Installation und Konfiguration lauffähige Software-Anwendungen. Sie erweitern das Einsatzspektrum von Smartphones oder Tablet-PCs.

Integrierte Bewegungs-, Lage-, Licht- oder Näherungssensoren sowie GPS-Empfänger erweitern die Einsatzmöglichkeiten mobiler Hardware: Mit den entsprechenden Apps lässt sich das Smartphone auch als Winkel- oder Lärmpegelmesser, für die Standortbestimmung und sogar für „Augmented Reality“-Anwendungen einsetzen. Dabei werden im Live-Kamerabild zusätzliche Informationen eingeblendet – etwa aktuelle Immobilienangebote in der unmittelbaren Umgebung. Doch es wird immer schwieriger, für den Geschäftsalltag hilfreiche App-Perlen aus dem inzwischen unüberschaubaren Angebot herauszufischen.

Was können spezielle WoWi-Apps?

Deutschlandweit werden jährlich etwa 3,5 Milliarden Apps heruntergeladen, Tendenz noch immer steigend. Deshalb sind sie auch für Unternehmen aus der Wohnungswirtschaft interessant. In diesem Bereich werden Apps für vielfältige Dienstleistungen und zur Kundenbindung eingesetzt.

Man kann über Apps beispielsweise mit Mietern in Kontakt treten und auf Mieterversammlungen oder notwendige Reparatur- oder Renovierungsmaßnahmen hinweisen. Umgekehrt können Mieter Reparaturbedarf anmelden, Zählerstände durchgeben, sich über neue Wohnungsangebote informieren oder Informationen, etwa zur Nebenkostenabrechnung abrufen. Besonders effizient sind Apps, wenn sie integraler Bestandteil einer Hausverwalter-Branchenlösung sind oder eines Kundenbindungsmanagement-Systems (Customer Relationship Management, CRM). Dann kann beispielsweise eine mobil erfasste Reparaturmeldung automatisch in der Hausverwalter-Branchensoftware des Vermieters erfasst und direkt an den jeweils zuständigen Handwerksbetrieb weitergeleitet werden.

Alle weiteren, damit verknüpften Prozesse, wie die Auftragsvergabe, Aufmaß- oder Rechnungsprüfung, die Dokumentation von Ausführungsmängeln per integrierter Kamera können auch mobil und automatisiert erledigt werden. Das gilt auch beispielsweise für Wohnungsabnahme-Apps: Der Vermieter kann sich alle Wohnungs- und Mieterdaten per Mobilfunk von der Büro-Software auf sein Smartphone oder Tablet laden, die Wohnungsabnahme-Daten erfassen, eventuelle Schäden dokumentieren und das Abnahmeprotokoll als PDF-Datei versenden. Wichtig ist, dass
mobil erfasste Daten automatisch mit der Bürosoftware abgeglichen werden, sonst droht ein Datenchaos. Cloudbasierte Systeme sind hier im Vorteil, weil sowohl im Büro als auch mobil stets auf den gleichen Datenbestand zugegriffen wird.

Über das Betriebssystem nachdenken

Wer ein möglichst breites App-Angebot nutzen will, sollte sich vorher über das mobile Betriebssystem seines mobilen Gerätes Gedanken machen. Je größer der Verbreitungsgrad des Mobil-Betriebssystems ist, desto größer ist die App-Auswahl. Bei den Nutzerzahlen sind Googles Android und iOS von Apple führend. Die restlichen Mobil-Betriebssysteme hinken beim App-Angebot deutlich hinterher. Wer also ganz bestimmte Apps nutzen will, sollte darauf achten, unter welchem dieser Betriebssysteme sie lauffähig sind, denn nicht jede App wird gleichzeitig für zwei oder mehrere mobile Betriebssysteme angeboten.

Branchenspezifische Apps für die Wohnungswirtschaft und Verwalter

Hersteller von Hausverwalter-Software offerieren oftmals Apps für die mobile Anzeige oder Erfassung von Stammdaten, wie Liegenschafts- und Objektdaten, Mieter- und Eigentümerdaten, Terminen, Zählerständen, aber auch Vorgangsdaten wie Störmeldungen, Reparaturmaßnahmen etc.

Auch rund um die Immobilienvermarktung gibt es zahlreiche Mobilanwendungen wie etwa Immobiliensuche-Apps von ImmobilienScout, Immowelt, Immonet und anderen. Einen großen Anteil machen Produkthersteller-Apps aus. Dazu gehören vor allem mobile Produktkataloge, technische Produktinformationen, Auslegungs- und Berechnungswerkzeuge, Online-Planer oder Konfigurations-Tools. Neben werbelastigen Apps gibt es darunter durchaus auch pfiffige Lösungen mit echtem Nutzwert, wie etwa die Bosch-App. Störend und lästig ist die zunehmende Werbung sowohl in den Apps als auch App-Shops – vor allem dann, wenn man sich erst umständlich durch lästige Werbebotschaften durchhangeln muss, bevor man sein Ziel erreicht.

Praktisch, praxisnah, benutzerfreundlich und ohne Tücken?

Jede App funktioniert etwas anders und der Nutzer muss sich erst hineinfinden. Wird sie über längere Zeit nicht benutzt, ist ein Wiedereinstieg nicht immer einfach. Vielen Apps fehlt auch die Praxisnähe, weil Funktionen fehlen oder umständlich sind. Andere Apps sind nur eingeschränkt nutzbar oder gänzlich unbrauchbar, weil beispielsweise Messergebnisse oder Eingaben zu ungenau sind. Auch die Sicherheit wurde bei Apps bisher vernachlässigt – sowohl von Seiten der Anwender als auch Entwickler. Das muss sich ändern – vor allem weil geschäftlich genutzte Apps in betriebliche Arbeitsabläufe und eine durchgängige Datennutzung integriert sind und daher ebenso hohe Sicherheitsanforderungen erfüllen müssen, wie alle stationären Software-Anwendungen im Büro auch. Eine Achillesferse mobiler Anwendungen ist auch die multifunktionale Hardware, denn Multifunktionalität ist immer ein Kompromiss. So kann kein Smartphone einen voll ausgestatteten PC-Arbeitsplatz ersetzen.

Autor: Marian Behaneck

Der ausführliche Artikel erschien in der IVV immobilien vermieten & verwalten, Ausgabe 03/2016.

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Produktvergleich Apps für Verwalter (März 2016)

Die zu diesem Beitrag gehörende Online-Übersichtstabelle listet, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, eine Auswahl nützlicher unter Android oder iOS lauffähiger, kostenpflichtiger oder kostenfreier Apps sowie Web-Apps auf.

Weiterlesen:
Die Digitalisierung belebt die Immobilienbranche - Die interessantesten Start-ups - Teil 1
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