Forderung nach ausgewogener Stadtentwicklung

Jeder 5. Leipziger lebt in einer Genossenschaftswohnung

Die Leipziger Wohnungsgenossenschaften stehen für bezahlbares Wohnen bei sozialverträglichen Mieten. Die Durchschnittsmiete im Bestand ist mit 4,87 Euro/m² deutlich unter der Durchschnittsmiete der Stadt Leipzig mit 5,29 Euro/m².

FOTO: Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft/Punctum Peter Franke
FOTO: Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft/Punctum Peter Franke

„Leipzig wächst dynamisch. Aber Münchner Verhältnisse sind nicht in Sicht“, so Dr. Axel Viehweger, Vorstand des Verbandes Sächsischer Wohnungsgenossenschaften auf der der ersten gemeinsamen Pressekonferenz
der sieben Leipziger Wohnungsgenossenschaften.

Marktanteil von 30,2 Prozent am Mietwohnungsmarkt

Von den insgesamt rund 293.000 Mietwohnungen betreuen die Genossenschaften 53.313 Wohnungen in Leipzig, die sich über die gesamte Stadt verteilen. Jeder fünfte Leipziger lebt in einer Genossenschaftswohnung. Zusammen mit den Wohnungsbeständen der städtischen LWB Leipzig hat die organisierte Wohnungswirtschaft einen Marktanteil von 30,2 Prozent am Mietwohnungsmarkt.

Die Leerstandsquote der Leipziger Genossenschaften beträgt aktuell 7,2 Prozent. Dies entspricht bei einem Gesamtbestand von 53.313 Wohnungen insgesamt 3.814 Wohnungen, die momentan leer stehen. Im Vergleich zu den Dresdener Wohnungsgenossenschaften
(2,0 % Leerstand) und den Chemnitzer Wohnungsgenossenschaften (6,7 % Leerstand) ist dieser im Ballungszentrum Leipzig am höchsten.

„Unsere Leerstandsressourcen konnten die letzten Jahre kontinuierlich durch gezielte Aufwertung der Bestände abgebaut werden. Dennoch verfügen allein die Wohnungsgenossenschaften über fast 4.000 leerstehende Wohnungen im gesamten Stadtgebiet. Entgegen den Prognosen der Stadt Leipzig wird daher nicht zwingend neuer Wohnraum benötigt, wenn dieser doch schon vorhanden ist“, erklärten die Vorstände der Leipziger Wohnungsgenossenschaften.

Leipziger Wohnungsgenossenschaften bieten überwiegend sozialverträgliche Mieten

Die Durchschnittsmiete im Bestand ist mit 4,87 Euro/m² deutlich unter der Durchschnittsmiete der Stadt Leipzig mit 5,29 Euro/m² und ebenfalls unter der Durchschnittsmiete der LWB Leipzig mit 5,14 Euro/m². Gleiches gilt für die Durchschnittsmiete der Leipziger Wohnungsgenossenschaften in der Neuvermietung von 5,59 Euro/m² gegenüber 6,15 Euro/m² der Stadt Leipzig. Selbst im Vergleich mit den Bestandsmieten der Dresdener Wohnungsgenossenschaften (5,42 €/m²) und der Chemnitzer Wohnungsgenossenschaften (5,02 €/m²) sind die Leipziger Wohnungsgenossenschaften deutlich unter der 5-Euro-Marke.

Die Wohnungsgenossenschaften sind in ganz Leipzig zu Hause und stellen damit allein 18,2 Prozent der sozialverträglichen Mietwohnungen über alle Stadtteile. „Eine sanierte Genossenschaftswohnung im Plattenbau kostet je nach Ausstattung und Sanierungsgrad im Fall der Neuvermietung zwischen 5,00 und 6,00 Euro/m². Die Sätze der Kosten der Unterkunft liegen jedoch bei den für Plattenbauten üblichen Wohnungsgrößen lediglich zwischen 4,79 und 4,90 Euro/m² und bedürfen dringend einer bedarfsgerechten Anpassung an die Marktsituation“, fordern die Vorstände der Leipziger Wohnungsgenossenschaften unisono.

Kritik am Trend zu „Trendvierteln“

Im vergangenen Jahr investierten die Leipziger Wohnungsgenossenschaften insgesamt 88,8 Mio. Euro in ihre Bestände – 19,7 Mio. Euro flossen dabei in den Neubau von 262 Wohnungen, 23,2 Mio. Euro in die Modernisierung und 45,9 Mio. Euro in die Instandhaltung und Sanierung der Bestände.

Im Geschäftsjahr 2018 wird diese Summe auf fast 100 Mio. Euro gesteigert. Für den Neubau werden 17,2 Mio. Euro, für die Modernisierung 29,4 Mio. Euro und für die Instandhaltung 47,8 Mio. Euro investiert. Dieses Geld fließt gleichzeitig wieder in die Leipziger Wirtschaft durch Beauftragung lokaler Handwerksbetriebe und Geschäftspartner.

Für ein zukunftssicheres Leipzig fordern die Leipziger Wohnungsgenossenschaften gemeinsam eine konstruktive, lösungsorientierte
Stadtverwaltung, einen transparenten Umgang mit den Daten zur aktuellen Marktsituation, eine ausgewogene Stadtentwicklung anstelle einer Fokussierung auf die Entwicklung in sogenannte Trendviertel, eine bedarfsgerechte Anpassung der Kosten der Unterkunft und die Nutzung vorhandener Leerstandsressourcen vor Nachverdichtungs-und Neubaustandorten.

Weiterlesen:
VSWG Jahresstatistik 2017:Neubau geht weiter – Baugenehmigungen zum Teil schleppend (Mai 2018)

 

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